Grünten

Grad noch auf der Gratwanderung, und schon orthografisch abgestürzt …

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sind die (erstaunlich vielen) Leute, die von einer „Gradwanderung“ berichten. Selbst in der Duden-Redaktion ist angekommen, dass man sich hier auf schwierigem Gelände befindet, denn unter dem Wort „Gratwanderung“ – und das ist die einzig richtige Schreibweise! – hat sie folgenden aufklärerischen Hinweis angebracht:

Der Grat in Gratwanderung ist die Bezeichnung für die oberste Kante eines Bergrückens und wird mit t geschrieben. Er ist nicht zu verwechseln mit der Temperatur- und Winkeleinheit Grad, die mit d geschrieben wird.

Und warum wird nun diese Wanderung auf dem Bergrücken so oft als Metapher verwendet? Wer schon einmal über einen Berggrat gewandert ist, weiß es: Da geht es rechts und links steil hinunter, und wer über den schmalen Grat dazwischen schreitet, riskiert schon bei einem kleinen Fehltritt einen großen Absturz. Man muss also trittsicher in der Mitte bleiben, wenn man Unheil vermeiden will. Dieses Bild passt heute offensichtlich auf viele Lebenssituationen, sonst würde es ja nicht so häufig zitiert werden.

Die Politik zum Verbleib Griechenlands im Euro-Währungsraum ist zum Beispiel eine Gratwanderung. Zu Fuß zur Akropolis hinaufzusteigen könnte dagegen eine Wanderung bei angenehm milden Graden werden …

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