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Die wichtigsten Kommaregeln – Teil 2: das Komma bei Aufzählungen und Zusätzen

Satzzeichen - Ausrufezeichen, Fragezeichen, Anführungszeichen, Komma, Punkt, Strichpunkt

Steht nun ein Komma bei Aufzählungen und Zusätze oder nicht? Bei Aufzählungen kommt es bei der Antwort darauf an, ob die aufgezählten Wörter und Wortgruppen gleichrangig sind oder nicht. Bei den nachgestellten Zusätzen steht ein Komma. Na ja, fast immer. Wie das eben so ist mit den Kommaregeln …

Bei Aufzählungen kommt es auf die Gleichrangigkeit an

Bei Aufzählungen von gleichrangigen Wörtern und Wortgruppen steht zwischen den Aufzählungsgliedern ein Komma, wenn sie nicht durch eine Konjunktion (= Bindewort) wie „und“ verbunden sind.

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Bei uns können Sie die Alltagshektik abstreifen, in aller Ruhe entspannen, sich verwöhnen lassen.

Wenn bei mehreren Adjektiven eines das andere näher bestimmt, gelten sie nicht als gleichrangig und werden deswegen nicht durch ein Komma getrennt.

Sie trug ihr neues blaues Kostüm.
Von den jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen wurden wir völlig überrascht.

Bei den Zusätzen muss man genauer hinsehen

Eine Apposition (= nachgestellte Bestimmung eines Nomens durch weitere Substantive) wird mit einem Komma abgetrennt. Wenn sie in den Satz eingeschoben wird, wird sie von Kommas eingeschlossen.

Das ist Peter Meier, der Geschäftsführer unseres Unternehmens.
Frau Müller, meine Chefin, war sehr ungehalten.

Man muss aber aufpassen, ob das Komma (oder sein Fehlen) den Sinn eines Satzes verändert und es entsprechend setzen oder streichen:

Frau Jehl, meine Kollegin und ich waren nicht zufrieden mit dem Ergebnis.

Hier ist die Rede von drei Personen. Im folgenden Satz geht es aber nur um zwei Personen (toll, was so ein Komma ausmachen kann!):

Frau Jehl, meine Kollegin, und ich waren nicht zufrieden mit dem Ergebnis.

Und manchmal gibt es Zusätze, die als Bestandteil eines Namens gelten und deswegen nicht mit einem Komma von ihm getrennt werden:

Karl der Große war für seine Zeit mit rund 180 cm tatsächlich ein großer Mann.

Ist Karl aber nicht Karl der Große, sondern nur ein großer Karl, brauchen wir das Komma wieder:

Karl, der Große mit dem Bart, ist berüchtigt für seinen Fahrstil.

Nachgestellte Erläuterungen werden ebenfalls mit einem Komma abgetrennt bzw. zwischen Kommas eingeschlossen. Man erkennt sie häufig an einleitenden Wörtern wie „also“, „d. h.“, „nämlich“ oder „und zwar“.

Herr Meier ist ein guter Chef, und zwar einer mit Humor.
Ich empfehle Ihnen Variante B, also die billigere.
Unser Angebot, insbesondere der Preis, wird Sie überzeugen.

Sie sehen: So kompliziert ist das mit dem Komma bei Aufzählungen und Zusätzen gar nicht. Oder?

Falls Sie sich über die Kommaregeln zu Haupt- und Nebensätzen informieren möchten, empfehle ich Ihnen die Lektüre von Teil 1 dieser Beitragsserie. Mehr Tipps zur korrekten Verwendung von weiteren Satzzeichen finden Sie auf unserer Seite Best of Satzzeichen.

4 Kommentare

  1. Avatar

    Hallo, ich habe eine Frage: Wie wäre die Kommasetzung, wenn in Ihrem Beispiel noch ein „und“ eingefügt wäre?

    Unser Angebot,UND insbesondere der Preis, wird Sie überzeugen.

    Vielen Dank und freundliche Grüße

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    • Avatar

      Hallo Martina, das ist ja ein Beispiel für eine nachgestellte Erläuterung. Da ergäbe ein „und“ zusätzlich zum „insbesondere“ keinen Sinn. Möglich wäre aber beispielsweise der Satz: „Unser Angebot und der Preis werden Sie überzeugen.“

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  2. Avatar

    Hallo, ich hätte ebenfalls mal eine Frage zu (k)einer Kommasetzung, im Falle einer nachgestellten Erläuterung mit ,,und“ als Einleitung der nachgestellten Erläuterung. Wird das Komma vor dem ,,und“ gesetzt respektive ist dies fakultativ?
    Eine nachgestellten Erläuterung ist meines Wissens nach, vorausgesetzt sie ist eingeschoben, immer mit einem öffnenden und einem schließendem Komma zu versehen. Wie wäre dies denn wenn man ,,und“ anstelle des öffnenden Kommas setzt, bzw. das öffnende Komma sowie ,,und“ als Einleitung der nachgestellten Erläuterung notiert? Vorausgesetzt es ist überhaupt möglich.
    LG

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      Hallo Manuel, diese Frage wurde von Martina bereits (mit einem konkreten Beispiel) gestellt. Die Antwort ist dieselbe: Nein, „und“ kann hier das Komma nicht ersetzen.

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