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Schreibt man das mit d oder t? Diese Wörter werden besonders oft falsch geschrieben

d oder t

Grundsätzlich ist die Frage, ob man ein Wort mit d oder t schreibt, einfach zu beantworten: „D“ ist richtig, wenn der Laut weich gesprochen wird, „t“ wird hart gesprochen. Im Einzelfall ist die Sache aber keineswegs so einfach. Nicht nur für Menschen, die Dialekt sprechen …

Wie halten Sie es bei diesen Wörtern mit d oder t?

Grad noch auf der Gratwanderung, und schon orthografisch abgestürzt sind die (erstaunlich vielen) Leute, die von einer „Gradwanderung“ berichten. Das sind aber nicht die einzigen Wörter, bei denen es bei der Überlegung d oder t häufig zu Fehlentscheidungen kommt.

Grad oder Grat?

Selbst in der Duden-Redaktion ist angekommen, dass man sich bei dieser Frage auf schwierigem Gelände befindet, denn unter dem Wort „Gratwanderung“ – und das ist die einzig richtige Schreibweise! – hat sie folgenden aufklärerischen Hinweis angebracht:

Der Grat in Gratwanderung ist die Bezeichnung für die oberste Kante eines Bergrückens und wird mit t geschrieben. Er ist nicht zu verwechseln mit der Temperatur- und Winkeleinheit Grad, die mit d geschrieben wird.

Und warum wird nun diese Wanderung auf dem Bergrücken so oft als Metapher verwendet? Wer schon einmal über einen schmalen Bergrücken gewandert ist, weiß es: Da geht es rechts und links steil hinunter, und wer über den Grat dazwischen schreitet, riskiert schon bei einem kleinen Fehltritt einen großen Absturz. Man muss also trittsicher in der Mitte bleiben, wenn man Unheil vermeiden will. Dieses Bild passt heute offensichtlich auf viele Lebenssituationen, sonst würde es nicht so häufig zitiert werden.

Das politische Ausbalancieren von Regelungen zur Seuchenprävention mit persönlichen Freiheitsrechten und wirtschaftlichen Erfordernissen ist so eine Gratwanderung. Immerhin lässt es sich bei zweistelligen (Temperatur-)Graden draußen angenehm wandern, egal ob über einen Grat oder in der Ebene.

Standards oder Standarte?

Brauchen wir beispielsweise beim Tierwohl höhere Standards? Oder etwa Standarte? Lassen sich solche Dinge überhaupt standardisieren? Oder würden Sie sie lieber standartisieren?

Bei dieser d-oder-t-Frage ist die Antwort eindeutig: d!

Warum das so ist? Das Wort „Standard“, das auf „d“ endet, wurde aus dem Englischen entlehnt. Es bedeutet „Normalmaß“ oder „Richtschnur“. Wer etwas standardisiert, schafft Normvorgaben dafür, vereinheitlicht es also.

Und was ist mit der Standarte? Das Wort gibt es schließlich auch!

Fies ist, dass etymologisch (also von der Wortherkunft her) gesehen der „Standard“ auf das altfranzösische Wort „estendard“ zurückgeht – und das bedeutet tatsächlich Standarte. Die Standarte wiederum ist auch etwas, an dem man sich orientiert, aber eben keine Normvorgabe, sondern ein Feldzeichen bzw. eine Fahne, um die sich die Truppen sammeln.

Aus einem Feldzeichen kann man allerdings kein Verb ableiten, weswegen niemand sprachlich korrekt etwas standartisieren kann.

Und wie ist das am Lebensende mit d oder t?

Tod oder tot – was ist richtig? Diese Frage lässt sich erfreulicherweise eindeutig beantworten, ohne lautmalerische Übungen oder etymologische Überlegungen anstellen zu müssen: Der Tod als Substantiv wird immer mit weichem d am Ende geschrieben. Als Adjektiv endet er dagegen mit einem harten t. Wen der Tod ereilt hat, der ist tot. Zumindest orthografisch ist das also eine einfache Sache.

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