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Zeichensetzung: die wichtigsten Kommaregeln – Teil 1

Satzzeichen

Ich bin immer wieder verblüfft, wenn ich die Aussage höre: „Ach, seit der Rechtschreibreform braucht man doch keine Kommas mehr zu setzen!“ Oder, etwas resignierter: „Das mit den Kommas habe ich nie kapiert, deswegen setze ich keine.“

Ergebnis sind leider oft Texte die dem Leser wirklich Mühe machen denn man muss erst den ganzen Satz lesen um sich dann zu überlegen welche Sinneinheiten nun zusammengehören und was das Ganze am Ende aussagen soll.

Schon beim Lesen dieses Satzes wird klar, dass Kommas doch ziemlich nützlich sind: Sie gliedern den Satz in Sinnabschnitte und machen es dem Leser damit leicht(er), ihn zu verstehen.

Und wo hätten Sie nun in diesem Beispielsatz die Kommas gesetzt?

Knöpfen wir uns doch einmal einige Kommaregeln vor, die sich auf Haupt- und Nebensätze beziehen:

1. Werden zwei oder mehr Hauptsätze ohne ein Bindewort wie „und“ miteinander verbunden, steht zwischen ihnen ein Komma.

Er kam spät, er ging früh.
Sie arbeitete hart, er machte es sich bequem.

2. Werden Hauptsätze mit einem Bindewort verbunden, kann man ein Komma setzen, muss es aber nicht tun.

Der Junge spielte mit dem Hund, oder er ging mit ihm spazieren.
Der Hund freute sich und er wedelte mit dem Schwanz.

Man sollte aber ein Komma setzen, wenn dadurch die Gliederung des Satzes deutlicher und/oder er damit leichter verständlich wird:

Der Junge spielte mit dem Hund, und der Katze war es recht.

3. Ein Komma gehört auch zwischen einen Haupt- und einen Nebensatz.

Ich freue mich darüber, dass Sie sich mit den Kommaregeln befassen.
Es handelt sich um Satzzeichen, die das Verstehen eines Textes erleichtern.

Nebensätze kann man auch in Hauptsätze einschieben. Dann steht vor und nach dem eingeschobenen Nebensatz ein Komma, er wird von den Kommas gewissermaßen eingeschlossen:

Insbesondere in der geschäftlichen Korrespondenz sollte man, auch wenn es mitunter ein wenig Mühe macht, auf die Zeichensetzung achten.

4. Eingeschobene Hauptsätze werden ebenfalls von Kommas eingeschlossen – hier können Sie alternativ aber auch Klammern oder Gedankenstriche verwenden.

Die Komma-Regeln, sie sind leider tatsächlich recht komplex, lassen sich anhand von Beispielen verdeutlichen.
Die Komma-Regeln (sie sind leider tatsächlich recht komplex) lassen sich anhand von Beispielen verdeutlichen.
Die Komma-Regeln – sie sind leider tatsächlich recht komplex – lassen sich anhand von Beispielen verdeutlichen.

Ach ja, hier ist noch der Beispielsatz von oben, und zwar diesmal mit Kommas – das liest sich doch gleich ganz anders:

Ergebnis sind leider oft Texte, die dem Leser wirklich Mühe machen, denn man muss erst den ganzen Satz lesen, um sich dann zu überlegen, welche Sinneinheiten nun zusammengehören und was das Ganze am Ende aussagen soll.

Mehr Tipps zur korrekten Verwendung von Kommas und weiteren Satzzeichen finden Sie auf unserer Seite Best of Satzzeichen.

2 Kommentare

  1. Avatar

    Liebe Briefprofis,

    mit Vergnügen lese ich ab und an Ihre geistreichen Beiträge
    (z.B. über Cafe und Kaffee-hierzu unbedingt bei Gottfried Benn nachlesen
    “ Was schlimm ist“, und sich wundern).

    In Sachen Interpunktion sicher nicht sattelfest frage ich mich:
    heißt es jetzt wirklich Kommas? Ich habe vor gefühlten hundert Jahren
    Kommata gelernt.

    Schöne Grüße, Andrea B.

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    • Avatar

      Liebe Andrea,

      bitte entschuldigen Sie die sehr verspätete Antwort, aber über die Feier- und Urlaubstage ist uns Ihr Kommentar irgendwie entgangen. Sehr lieben Dank für den Hinweis auf das Gedicht von Gottfried Benn; ich (Barbara) kannte es bisher nicht und empfinde es als Gewinn, es nun entdeckt zu haben. Selbstverständlich irrt der Dichter nie – ihm lassen wir den „Café“ ausnahmsweise durchgehen 🙂

      Mit herzlichen Grüßen

      Ihre Briefprofis
      Die Sache mit den Kommas bzw. Kommata ist übrigens ganz unkompliziert: Heute sind beide Schreibweisen richtig.

      Antworten

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