Verkleinerungsformen – Apostroph überflüssig!

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Die deutsche Sprache und Dialektlandschaft kennen mehrere Verkleinerungsformen: So war der große Hans mal ein kleines Hänschen, der in der Gaststätte statt eines großen Tellers Suppe nur ein Tellerlein mit einem Süppchen bestellte. Wobei man über den Hang zum Süppchen statt einer ordentlichen Suppe auf deutschen Speisekarten durchaus streiten könnte.

Gewiss aber bestellte kein Häns’chen jemals ein Teller’lein mit einem Süpp’chen. Die Verkleinerungsform (Diminutiv) wird im Deutschen nämlich nur durch das Anhängen der Verkleinerungssilbe -lein oder -chen gebildet. Weil dabei kein Buchstabe ausgelassen wird, brauchen wir dazu auch kein Auslassungszeichen (Apostroph).

Und wie ist das mit den Verkleinerungsformen im süddeutschen Dialekt?

Im Prinzip genauso, nur dass im Dialekt aus dem -lein ein -le oder -l geworden ist. Diese Endung wird einfach an den zu verkleinernden Begriff angehängt. Wenn also unser Hänsle ein kleiner Schwabe ist, bestellt er ein Süpple oder ein Brotzeitbrettle. Der bayerische Hansl wird dagegen ein Supperl oder Brotzeitbrettl bestellen.

Kein Hans’l, kein Brett’l, kein Apostroph beim Diminutiv!

Auf den Speisekarten im süddeutschen Raum halten sich diese überflüssigen Apostrophe trotzdem hartnäckig. Das ist aber nicht alpenländisch-authentisch, sondern schlicht falsch:

Verkleinerungsformen: kein Apostroph!

Übrigens wäre auch zu fragen, warum der Allgäuer Wurstsalat hier ein „Allgäuer Wurstsalat“ ist. Stimmt mit dem was nicht? Ist der gar nicht echt, sondern am Ende ein hochdeutscher Wurstsalat, der nur so tut, als ob er ein Allgäuer wäre? Das kann schon sein, denn der echte Allgäuer Wurstsalat wird mit Fleischwurst gemacht und ist nicht etwa „vom Leberkäse“. Naja, das hier ist ja keine Rezepteblog, und das mit den Anführungszeichen und seinen Anwendungsmöglichkeiten bzw. Bedeutungen ist auch schon wieder ein eigenes Thema …

Mehr Tipps zur korrekten Verwendung von Satzzeichen finden Sie auf unserer Seite Best of Satzzeichen.

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