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Sprachliche Details beim Angebot von Pralinen

Wer auch immer die Texte schreibt für die Preisschildchen im Münchener Feinkostgeschäft Dallmayr – diese Person nimmt es offenbar ganz genau: Die Pralinen in einem länglichen Pappkarton mit Klarsichtsfolie darauf werden als Pralinen „Klarsichtstange“ beschrieben. Dabei hätte es dieser detaillierten Beschreibung gar nicht bedurft, denn was gemeint ist, liegt direkt daneben. Was wieder einmal beweist: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Sprachliche Details beim Angebot von Pralinen - die Pralinen "Klarsichtstange"

Weitere sprachliche Details beim Angebot von Pralinen

Aus sprachlicher Sicht gibt es hier zwei Punkte zu bemängeln: Gänzlich überflüssig sind die Anführungszeichen. Ob sie davon zeugen, dass der Autor mit seiner Wortschöpfung selbst nicht sonderlich glücklich ist? Was dagegen fehlt, ist ein Bindestrich: Es handelt sich, wenn überhaupt, um eine Pralinen-Klarsichtstange. Ohne Anführungszeichen.

Richtig schön ist das auch nicht, denn die Betonung sollte doch eher auf den Pralinen als auf der Klarsichtsfolie liegen. Mein Vorschlag für dieses grundsätzlich leckere Angebot wäre daher: Pralinenstange.

Ohne Anführungszeichen, ohne Bindestrich.

Der unangebrachte Einsatz von Anführungszeichen beschäftigt uns immer wieder, zum Beispiel in unserem jüngsten Beispiel für irritierende Anführungszeichen. Bindestriche werden dagegen oft zu sparsam verwendet. Tipps für ihre richtige Verwendung finden Sie zum Beispiel in unserem Beitrag Der Bindestrich bei zusammengesetzten Begriffen.

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