8. Dezember 2016
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Verlosungsaktion: Gewinnen Sie ein Super-Buch!

Manche Leute haben ja für alles digitale Helfer, aber ich persönlich schreibe mir gerne Dinge von Hand auf: Themenideen, To-dos, Zitate, Buchtipps, Mitschriften von Vorträgen und Elternabenden und was immer ich mir notieren möchte. Alles schreibe ich in ein kleines Notizbüchlein, das immer in meiner Handtasche ist. Es ist quasi mein ausgelagertes Gedächtnis und als solches unentbehrlich für mich. Deswegen habe ich gleich zugestimmt, als der Marketingleiter von Business Village mir vorgeschlagen hat, eine Verlosungsaktion für das „Super-Buch“ durchzuführen.

Das Super-Buch ist ein ansprechend gestaltetes und robust eingebundenes Notizbuch

Innen hat es eine Adress-Seite, ein Kürzel- und ein Inhaltsverzeichnis, die Sie nach und nach füllen können, …

… danach kommen viele freie Seiten für Ihre Notizen. Die Randspalte finde ich ganz praktisch, um die eigenen Notizen über Farben oder Kürzel zu kennzeichnen und damit leichter wiederzufinden.

Ich habe vier Exemplare zum Verlosen bekommen, und zwar in den Farben Grün, Orange, Blau und Schwarz.

So einfach können Sie an der Verlosung teilnehmen:

Schreiben Sie einfach bis zum 19.12.2016 einen Kommentar zu diesem Post. Sie können zum Beispiel schreiben, wozu Sie Ihr Notizbuch nutzen oder welche Farbe Ihnen am besten gefällt. Sie dürfen aber auch schreiben, was Ihnen an unserem Blog gefällt oder zu welchem Thema Sie einmal einen Beitrag lesen möchten. Oder Sie liken bzw. kommentieren den Facebook-Post zu diesem Beitrag. Am 20.12. führe ich die Verlosung unter allen Teilnehmern durch und benachrichtige die Gewinner per E-Mail. Ich schicke Ihr Super-Buch dann auch gleich los, damit Sie es noch pünktlich zum Weihnachtsfest erhalten.

Übrigens: Business Village hatte die Idee für diese Verlosungsaktion und hat mir die 4 Bücher kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus fließt kein Geld für diese Aktion.

6. Dezember 2016
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Anrede und Grußformeln in E-Mails: Nutzen Sie Ihren Spielraum!

Zu Beginn eine Anrede, dann ein gut gegliederter und in korrekter Rechtschreibung verfasster Text, am Schluss ein Gruß – so viel Form sollte auch in E-Mails gewahrt bleiben. Gerade bei der Anrede und Grußformeln in E-Mails haben Sie mehr Möglichkeiten als in Briefen. Schade, dass die so selten ausgeschöpft werden.

Die Anrede können Sie zum Beispiel an der Tageszeit ausrichten

„Guten Morgen, Frau …“

„Guten Abend, Herr …“

Ersteres können Sie in E-Mails verwenden, die Sie vor 10 Uhr versenden, Letzteres etwa ab 17 Uhr.

Am besten passt das, wenn Sie einigermaßen sicher davon ausgehen können, dass die Empfänger Ihre E-Mails auch zu dieser Tageszeit lesen. Also zum Beispiel bei Geschäftspartnern, deren Bürozeiten Sie kennen und von denen Sie wissen, dass sie nicht gerade auf Reisen sind.

Vorsichtig sollten Sie mit Guten-Abend-E-Mails an Mitarbeiter und Kollegen sein, bei denen Sie nicht davon ausgehen können, dass sie um diese Zeit ohnehin noch am Schreibtisch sind. Sie könnten sonst als Aufforderung verstanden werden, Ihr Anliegen noch abends zu bearbeiten bzw. zu beantworten. Das wird nicht immer gut ankommen.

Grußformeln: Bitte ausschreiben!

Wir haben es oft eilig, schreiben auf dem Smartphone oder Tablet von unterwegs – da kommen schon mal E-Mails heraus, die mit MfG, VG oder LG enden. Oder in denen nach dem Text nur die Signatur kommt, ganz ohne Grüße. Manche Leute finden das auch völlig okay. Begründung: E-Mails seien ein schnelles Medium und Formalitäten bedeuteten unnötige Verzögerungen.

Das ist in Ordnung, solange Sie mit vertrauten Freunden und Kollegen Kurzbotschaften austauschen. Hin und her geschickte Einzeiler ähneln dann einer gesprochenen Unterhaltung und benötigen tatsächlich keine weiteren Formalitäten.

Bei weniger vertrauten Kollegen, bei Geschäftspartnern oder gar Kunden sollten Sie aber die Form wahren. Sonst kommt in diesen grußlosen oder mit Zwei-Buchstaben-Grüßen versehenen Nachrichten folgende Botschaft an:

„Sie sind mir nicht die Mühe wert, eigens einen Gruß zu schreiben“

Daher mein Rat: Nehmen Sie sich in der Geschäftskorrespondenz die Zeit, eine Grußformel zu schreiben (oder in Ihre Signatur einzubauen), und zwar vollständig ausgeschrieben. Das zeigt Respekt gegenüber dem Empfänger.

So formulieren Sie individuelle Grußformeln in E-Mails

Ich bedaure es, dass nur wenige Menschen die Freiräume nutzen, die sie in der E-Mail-Korrespondenz haben. Schließlich kommunizieren Sie hier in Echtzeit und wissen in der Regel, wann und wo Ihre Nachricht im Posteingang landet. Das ermöglicht eine große Bandbreite individueller Grußformeln, mit denen Sie sich aus der E-Mail-Flut abheben und zeigen können, dass Ihnen der Empfänger die Mühe einer persönlichen Formulierung wert ist.

Zum Beispiel können Sie die Orte einbauen, von denen aus bzw. in die Sie Ihre E-Mails senden:

Freundliche Grüße aus München

Herzliche Grüße nach Stuttgart

Mit freundlichen Grüßen ins schöne Leipzig

Auch Tageszeiten und Wochentage können Sie einfließen lassen:

Einen schönen Feierabend wünscht Ihnen (ab 17 Uhr)

Einen guten Start in eine erfolgreiche Woche wünscht Ihnen (Montag)

Ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen (Freitagnachmittag)

Oder Sie nehmen Bezug auf das aktuelle Wetter oder die Jahreszeiten – das ist schließlich immer ein Thema:

Sonnige Grüße aus dem Breisgau

Viele Grüße aus dem regnerischen Dresden

Vorweihnachtliche Grüße

Sie sehen: Sie haben bei Anrede und Grußformeln in E-Mails viel mehr Möglichkeiten, als die Regeln der klassischen (Brief-) Korrespondenz erlauben. Ich finde es schön, wenn Sie diese nutzen und Ihre Empfänger mit persönlicheren Formulierungen erfreuen.

28. November 2016
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Unwirksames Verbotsschild

Kürzlich habe ich beim Spazierengehen wieder einmal einen Beleg dafür gefunden, dass sich manche Leute von Hinweis- und Verbotsschildern einfach nichts sagen lassen. Vielleicht haben sie auch Sinn für Ironie. Oder sogar eine rebellische Ader. Oder wie würden Sie folgende Situation beurteilen?

 

unwirksames verbotsschild

Vielleicht liegt es auch daran, dass das Verbotsschild so wenig autoritär wirkt?

Schief, zugewachsen und mit Grammatikfehler erscheint es eher als freundlicher Hinweis, den man getrost auch ignorieren kann. Als Briefprofi muss ich an dieser Stelle jedenfalls darauf hinweisen, dass der Strauch- und Astschnitt in diesem Fall im Akkusativ steht. Es müsste also korrekt „keinen Strauch- und keinen Astschnitt“ heißen. Wobei der „Astschnitt“ im Grunde ein Baumschnitt ist … aber halt, das führt jetzt wirklich zu weit!

21. November 2016
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Weihnachtsbriefe: nützliche Tipps und Links für Ihre Korrespondenz

Nur noch fünf Wochen bis Weihnachten, damit ist es jetzt höchste Zeit, Ihre Weihnachtsbriefe zu schreiben. Mit unseren Tipps und diesen Musterbriefen geht Ihnen das auch schnell von der Hand.

Tipps für die Formulierung Ihrer geschäftlichen Weihnachtsbriefe

Wie fangen Sie’s nur an?

Wir Briefprofis steigen gerne mit einem Zitat in ein solches Schreiben ein. 2017 wird unter anderem im Zeichen der Reformation stehen, die vor 500 Jahren begonnen hat. Da bietet sich ein Zitat von Martin Luther an. Wie wäre es zum Beispiel mit:

Wortgeklingel verdrießt mehr, als daß es erbaut. Mit wenigem viel sagen, das ist die Kunst; die größte Torheit aber ist’s viel zu reden und doch nichts zu sagen.

Das bietet Ihnen einen wunderbaren Anknüpfungspunkt:

an diesen Rat des Reformators Martin Luther halten wir uns gerne und fassen uns kurz: Wir danken Ihnen herzlich für die wunderbare Zusammenarbeit 2016 und hoffen, dass sie sich 2017 fortsetzen wird.

Dann fehlen nur noch die Grüße bzw. Wünsche für den Empfänger.

Aber wie formulieren Sie die? Und was wünschen Sie den Empfängern, wenn Sie auf religiöse Bezüge verzichten möchten? Dazu haben wir uns auch Gedanken gemacht und einige Musterformulierungen für Weihnachtsgrüße vorgeschlagen.

Hier finden Sie Mustertexte für Ihre Weihnachtsbriefe:

Wir haben unsere Tipps in den letzten Jahren in Musterbriefe umgesetzt. Sehen Sie sich zum Beispiel unseren Vorschlag für einen Weihnachtsbrief 2014 und unseren Muster-Weihnachtsbrief 2015 an.

Weihnachtsgeschenke an Kunden waren früher üblich, sind heute aber seltener geworden. Statt Geschenke zu kaufen und zu versenden, spenden viele Unternehmer lieber Geld für einen guten Zweck. Nach dem Motto „tue Gutes und sprich darüber“ lassen sie dies ihre Kunden auch wissen. Einen Muster-Weihnachtsbrief mit Spendenankündigung an Kunden hat unsere Kollegin Cordula Natusch auf ihrem Blog arbeiten-im-sekretariat.de veröffentlicht.

Dort finden Sie übrigens auch einen Mustertext für die Einladung von Kollegen zur Weihnachtsfeier. Die haben Sie für dieses Jahr ja hoffentlich schon erledigt … was, noch nicht? Dann ist es jetzt aber wirklich höchste Zeit!

Unternehmen, die für Privatkunden arbeiten, wie etwa Einzelhändler, Handwerker und viele Dienstleister, schalten kurz vor Weihnachten gerne Anzeigen mit Weihnachtswünschen und Grüßen. Diese werden von den Kunden auch durchaus wahrgenommen. Ein Beispiel für eine leider etwas misslungene Weihnachtsanzeige – sie zeigt immerhin, wie man es nicht machen sollte – finden Sie hier.

18. November 2016
nach Judith
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Unfreiwillige Käseverkostung

Unglaublich, welche kulinarischen Besonderheiten ein Allgäuer Sportgeschäft für seine Kunden bereithält (entdeckt in meinem Herbsturlaub):

geschmacksmuster-fuesse-allgaeu-verkleinert-04-11-2016

Oder sollte ich besser schreiben: Absonderlichkeiten?! Diese Form der Verkostung dürfte auch beim größten Käseliebhaber geschmacklich nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen. Wobei dieser Aufdruck auf einem Aufsteller beweist: Es gibt auch sprachlichen Käse!

Briefprofi Barbara hat noch etwas zu meckern: Unabhängig davon, was alles in diesen Hightech-Socken steckt (oder nicht) steht nach „mit“ der Dativ. Es müsste also heißen: „mit 60 Patenten und über 200 Geschmacksmustern“ – und das ist keine Frage des Geschmacks, sondern der Grammatik.

10. November 2016
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Behördendeutsch verständlich machen: Teil 7 – Wortschatz entrümpeln

Neben verschachtelten Bandwurmsätzen und umständlichen Floskeln hat das Behördendeutsch seinen ganz eigenen Wortschatz entwickelt. Dieser zeichnet sich durch sachliche Differenzierung, mitunter durch eigenwillige Kreativität, vor allem aber durch eine blutleere Abstraktheit aus. Manchmal wirkt das gestelzt, manchmal komisch. Für so manchen Leser ist es schlicht unverständlich.

Wortschatz entrümpeln heißt: einfach die ganz normalen Wörter verwenden!

Ich habe hier ein paar Beispiele zusammengestellt, die das gut illustrieren.

Beispiel 1: fehlgeleitet bei der Bahn

behoerdendeutsch-fahrausweisautomat

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe noch nie bewusst einen Fahrausweis am Fahrausweisautomaten gekauft und in einer Wartehalle gewartet. Ich kaufe immer eine Fahrkarte oder vielleicht auch einen Fahrschein am entsprechenden Automaten und warte im Bahnhofsgebäude. Der Begriff Wartehalle ist an dem Bahnhof, an dem ich ihn gefunden habe, ohnehin in jeder Hinsicht überdimensioniert: Es ist ein sehr kleiner Raum. (Noch dazu ist er sehr schmutzig, wie schon auf dem Bild zu erkennen ist.)

Beispiel 2: von Amts wegen unverständlich

Ein afghanischer Asylbewerber in unserer Gemeinde, der noch in einer Gemeinschaftsunterkunft lebt, spricht inzwischen ganz gut Deutsch und hat  eine Vollzeitstelle gefunden. Kurz nachdem sein erstes Gehalt auf seinem Konto eingegangen war, bekam er Post vom Landratsamt. Betreff:

„Unterkunftsgebührenbescheid“

Kein Wunder, dass er etwas ratlos war, als er mir den Brief zeigte.

In der bayerischen Verordnung zur Durchführung des Asyl- und Asylbewerberleistungsgesetzes steht, dass die Bewohner einer solchen Unterkunft einer Gebührenpflicht unterliegen. Wer Geld verdient, muss also nach dem Buchstaben des Gesetzes tatsächlich eine „Unterkunftsgebühr“ entrichten. Übrigens sind das in diesem Fall monatlich 278 Euro plus 28 Euro Strom für einen Schlafplatz in einem 12-Quadratmeter-2-Bett-Zimmer mit Gemeinschaftsbad und -küche, und das nicht etwa in der Großstadt, sondern auf dem Land.

Aber: Auch jeder Deutsche, dem ich das Wort „Unterkunftsgebühr“ präsentierte, fragte erst einmal nach, was das denn sein solle. Es mag ja sein, dass „Miete“ juristisch nicht der ganz korrekte Begriff ist (warum eigentlich nicht?). Dafür würde ihn jeder verstehen. Auch der betreffende Afghane.

Beispiel 3: überfürsorglicher Lieferant

Eine Freundin, die im Einkauf eines Lebensmittelherstellers arbeitet, bekam von einem Lieferanten eine E-Mail, in der die Einführung einer neuen Bestellsoftware angekündigt wurde. Sie endete mit der Zusicherung:

Über ggf. Abweichungen zu bisherigen Prozessen halten wir Sie individuell und proaktiv informiert.

Meine Freundin schickte mir diesen hübschen Satz mit dem Kommentar: „Schau mal, was einer meiner Lieferanten mit mir machen möchte!“

Ja, was eigentlich?

Das Wort „Prozesse“ wird nach meinem Dafürhalten allgemein überstrapaziert, aber na gut. Falls es aber Abweichungen zu bisherigen Abläufen gibt, sind das keine „ggf.“ (gegebenenfallsen? -falligen?), sondern höchstens „evtl.“ (eventuelle). Dass man nur dann über eine Änderung informiert, wenn es überhaupt eine gibt und wenn sie den Kunden betrifft (war das mit „individuell“ gemeint?), versteht sich von selbst. Insofern ist dieser Hinweis überflüssig. Man kann ansonsten durchaus jemanden auf dem Laufenden halten, indem man ihn informiert. Die Formulierung „informiert halten“ klingt aber merkwürdig. Der Satz enthält also vor allem Selbstverständlichkeiten, die aber bombastisch und auch noch schwer verständlich verpackt sind.

Die Lösung: Wortschatz entrümpeln, unnötige Fremdwörter und gestelzte Formulierungen weglassen. Einfach schreiben. Etwa so:

Falls sich für Sie Änderungen im Bestellablauf ergeben, werden wir Sie frühzeitig informieren.

3. November 2016
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Die richtige Anrede in E-Mails: mein Beitrag bei Business-Wissen.de

Kürzlich habe ich hier über die Anrede mehrerer Empfänger in der Korrespondenz geschrieben. Das Thema der Anrede in E-Mails interessierte auch die Redaktion von Business Wissen, sodass ich dazu einen etwas umfangreicheren Text geschrieben habe. Er wurde heute veröffentlicht.

Hier geht es zum aktuellen Text E-Mails: Immer die richtige Anrede formulieren.

Falls Sie sich für weitere Tipps zur E-Mail-Korrespondenz interessieren, könnten auch folgende Texte für Sie nützlich sein:

E-Mail, e-mail, eMail, Email … welche Schreibweise ist denn richtig?

E-Mails: ein Plädoyer für Stil und Form

Lügen wir in E-Mails mehr als am Telefon?

18. Oktober 2016
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Missverständliche Botschaft: Trinken aus der Kloschüssel?

Neulich sind wir bei einer Wanderung in einer sehr netten Alpe eingekehrt: tolle Lage, schöne Sonnenterrasse, gute Brotzeiten mit Käse aus eigener Herstellung. Beim Besuch der Toilette stieß ich dann auf dieses Schild:

Ein neuer Allgäuer Brauch?

allgaeuer-botschaft

Beim ersten Lesen war ich irritiert: Soll das heißen, dass man bei uns im Allgäu üblicherweise aus der Kloschüssel trinkt?

Dieser Brauch wäre mir neu (und das, obwohl ich seit 21 Jahren hier lebe!).

Mein Mann meinte dann, das Schild solle dazu auffordern, auf der Alpe keine mitgebrachten Getränke zu trinken, sondern vor Ort welche zu kaufen. Das leuchtet ein. Es ist auch viel netter formuliert als ein klassisches Verbot:

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass hier keine mitgebrachten Getränke konsumiert werden dürfen.

Oder es geht grundsätzlich darum, auf der Alpe nicht nur die Toilette zu benutzen, sondern auch etwas zu verzehren. Das wäre auch nachvollziehbar. So wie sie formuliert ist, handelt es sich aber um eine recht missverständliche Botschaft.

Eigenwillige Zeichensetzung

Als Briefprofi kann ich mich an dieser Stelle natürlich nicht zurückhalten, sondern muss zusätzlich an der Zeichensetzung herummeckern: Da ist wieder der leidige Apostroph, der eben nicht als Apostroph, sondern als Akzent gesetzt wurde, und das auch noch mit einem Leerzeichen zu viel. Zu diesem Thema habe ich hier schon einmal etwas geschrieben.

Außerdem sollte nach „Brauch“ ein Doppelpunkt oder ein Komma gesetzt werden, und nach „pinkelt“ (sofern man das Wort tatsächlich verwenden möchte), ist ebenfalls ein Komma angebracht.

Um einer Aufforderung Nachdruck zu verleihen, genügt übrigens ein einziges Ausrufezeichen. Auch wenn in den sozialen Medien derzeit eine wahre Ausrufezeichenschwemme zu beobachten ist!!!! Das ist aber irgendwann zu viel des Guten!!!!!

Da ich das Anliegen hinter dem Text nachvollziehbar finde und unterstütze, habe ich mir einen neuen Text überlegt:

Formulierungsvorschlag für eine weniger missverständliche Botschaft (mit korrekter Zeichensetzung):

Bei uns im Allgäu ist’s der Brauch: Wo man das Klo nutzt, bestellt man die Getränke auch!

Nun kann man ja niemanden zwingen, vor Ort etwas zu essen oder zu trinken. Wer nicht einkehren möchte, könnte sich aber an den Kosten der Toilettennutzung beteiligen:

Diese Toilette steht unseren Gästen kostenlos zur Verfügung. Andere Benutzer zahlen bitte 50 Cent an der Theke.

Dazu eine Allgäuer Variante:

S’Häusla koschtet 50 Cent, wenn ma bei eis koi Gascht ist.

Nachtrag 02.11.2016: Wie das so ist mit den Themen, die auf dem Weg liegen … Prompt war ich kürzlich wieder auf einer Alpe und fand dort folgendes Schild vor:

parken-und-einkehren

So geht’s natürlich auch. Und nein, ich schreibe jetzt nichts mehr zum Apostroph!

11. Oktober 2016
nach Judith
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Unausgewogene Ernährung

1-nudel-50-saucen

Ein krasses Missverhältnis offenbart dieses Buch von Gräfe und Unzer. Es dürfte schon etwas älter sein, da ich es auf einem Flohmarkt gefunden habe. Aber es kommt wohl nicht von ungefähr, dass es ausgerechnet im Schwabenland angeboten wird: Viel Sauce, wenig Nudeln, diese Art von unausgewogener Ernährung lieben meine Landsleute sehr!