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Von Standards und Standarten

Letzte Woche habe ich wieder einmal Prüfungen korrigiert, diesmal im Fach Unternehmensführung, das Studenten und Studentinnen an der Hochschule Kempten im fünften und siebten Semester belegen. Thematisch ging es also um betriebswirtschaftlich-strategische Überlegungen.

Sprachlich gab es da diverse Missstände festzustellen. Einer davon hat mich zu diesem Text angeregt. Dazu ein kleines Quiz:

Welche Schreibweise ist richtig?

a) Standartisierung
b) Standadisierung
c) Standardisierung?

Sie haben c) ausgewählt – Gratulation, damit haben Sie die 100 Punkte gewonnen!

Das Wort „Standard“, das auf „d“ endet, wurde aus dem Englischen entlehnt. Es bedeutet „Normalmaß“ oder „Richtschnur“. Wer etwas standardisiert, schafft Normvorgaben dafür, vereinheitlicht es also. Das ist betriebswirtschaftlich oft sinnvoll.

Und was ist nur mit der Standarte?

Das Fiese ist, dass etymologisch (also von der Wortherkunft her) gesehen der „Standard“ auf das altfranzösische Wort „estendard“ zurückgeht – und das bedeutet tatsächlich Standarte. Die Standarte wiederum ist auch etwas, an dem man sich orientiert, aber eben keine Normvorgabe, sondern ein Feldzeichen bzw. eine Fahne, um die sich die Truppen sammeln.

Aus einem Feldzeichen kann man allerdings kein Verb ableiten, weswegen niemand sprachlich korrekt etwas standartisieren kann, nicht einmal ein BWL-Student …

Falls Sie sich für weitere Rechtschreibtipps jenseits von Standards und Standarten interessieren, empfehlen wir einen Besuch auf unserer Seite Best of Rechtschreibung.

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