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Leidenschaft in Werbeslogans – lieber sparsam dosieren

lodernde Flammen

Als Umworbene haben wir eine gewisse Leidensfähigkeit erworben, was leidenschaftliche Werbeversprechen angeht. Es ist ja auch rührend, was Freiberufler und Unternehmen alles mit so intensivem Gefühl betreiben.

Leidenschaft in Werbeslogans wirkt oft unglaubwürdig

Das musste vor einigen Jahren schon die Deutsche Bank erfahren: Ihr Slogan Leistung aus Leidenschaft wurde angesichts der diversen Skandale und des Aktienkurses im Sinkflug von Spöttern gerne zu „Leistung, die Leiden schafft“ verballhornt. Seit Mai wirbt das Geldinstitut nun mit einem modischen Hashtag: #PositiveImpact bzw. #PositiverBeitrag.

Über Hashtag-Slogans kann man zwar streiten und über den Impact auch. Übrigens hat sich die Deutsche Bank vorsichtshalber gleich den #NegativeImpact schützen lassen. Hihi.

Ich finde es aber grundsätzlich durchaus begrüßenswert, wenn die wilde Leidenschaft der Banker (endlich) durch ihr ehrliches Bemühen abgelöst wird, einen positiven Beitrag zum finanziellen Wohlergehen ihrer Kunden zu leisten. Und das mit kühlem Kopf und unter Einhaltung der Steuergesetze.

Mit Leidenschaft kann Werbung auch unfreiwillig komisch werden

Dieses vollmundige, geradezu lodernde Leistungsversprechen fand ich auf einem Bahnsteig auf einem Werbeplakat für eine Zahnarztpraxis:

Werbeschild Zahnerhalt aus Leidenschaft

Ganz ehrlich: Das sind mir deutlich zu viele Gefühle bei einem Zahnarzt! Ein leidenschaftlicher Parodontologe weckt bei mir Assoziationen zu einem, der begeistert Leiden schafft. Kennen Sie den Zahnarzt aus „Der kleine Horrorladen“? Brrr! Da gehe ich lieber zu einem leidenschaftlosen, aber dafür sorgfältigen und fachkompetenten Kollegen.

Was meinen Sie dazu? Ist Leidenschaft für Sie ein rundum positiv besetzter Begriff? Haben Sie weitere leidenschaftliche Fundstücke für unsere Sammlung?

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