Vom Geben und Nehmen im Imperativ: nehme oder nimm?

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In der Hansestadt Hamburg allerlei Exotisches zu entdecken, ist keine Besonderheit. Schließlich legen hier die großen Kreuzfahrtschiffe an, und im Containerhafen treffen tagtäglich Waren aus aller Herren Länder ein.

Auf diese exotische Verbform, die mir im feinen Stadtteil Eppendorf begegnete, war ich allerdings nicht vorbereitet:

Werbeschild "Nehme Dir eine Auszeit"

„Nehme Dir eine Auszeit“ – da stimmt doch etwas nicht.

Wie lautet denn der Imperativ von nehmen?

Nehme oder nimm? Ich habe in der Duden Grammatik nachgeschlagen und folgende Erläuterung gefunden:

Das Verb „nehmen“ vollzieht als starkes, unregelmäßiges Verb einen e-/i-Wechsel im Präsens (ich nehme, du nimmst, er nimmt). Entsprechend wandelt sich auch bei der Bildung des Imperativs das e zum i.

Formen wie les[e], werf[e], sprech[e], geb[e] und nehm[e]  sind also standardsprachlich nicht korrekt. Es heißt: Lies! Wirf! Sprich!

Gib und nimm!

Jetzt, da ich diese sprachliche Irritation beendet habe, bin ich auch gerne bereit, mir die versprochene Auszeit zu nehmen …

2 Kommentare

  1. Aber das „man nehme“, in Rezepten z.b., geht natürlich allemal…

    • Ja, das geht, aber das ist – grammatisch gesehen – kein Imperativ, sondern der Konjunktiv Präsens in der dritten Person. Falls Sie in der Schule Latein hatten: Dieser so genannte Jussiv, also die Konjunktivform in der Funktion einer Aufforderung, wird in der gehobenen Sprache sehr gerne gebraucht. Und bei der Bildung des Konjunktivs Präsens findet auch kein e-/i-Wechsel statt. Jetzt wissen Sie auch, was es mit dem Beginn eines schwäbischen Kochrezeptes auf sich hat: „Man leihe sich drei Eier …“ Ich hoffe, diese Erläuterung trägt zur Klärung bei und nicht etwa zur weiteren Verwirrung …

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