Warum gute Ideen in der Praxis scheitern

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Jeder weiß, dass sich im Job nicht unbedingt die fähigsten Leute mit den besten Ideen durchsetzen. Dass muss nicht immer am „Nasenfaktor“ liegen oder daran, dass die Kollegen und der Chef einfach zu doof sind, um zu kapieren, wie brillant eine Idee ist. Oft genug liegt es daran, dass die guten Idee weder gründlich durchdacht noch entsprechend präsentiert wurde.

Dann fehlt eine entscheidende Erfolgsvoraussetzung: ein Konzept.

Was ist ein Konzept und was bringt es?

Ein Konzept ist die schriftliche Ausarbeitung der Lösung für ein komplexes Problem. Es umfasst eine Problembeschreibung (Istzustand), das angestrebte Ziel (Sollzustand) sowie die grundsätzlichen Maßnahmen, die vom Ist- zum Sollzustand führen – und zwar bereits mit globalen Angaben zu Terminen, Budgets und Verantwortlichkeiten.

Mit einem Konzept machen Sie eine Idee greifbar und retten sie vor dem Vergessenwerden. Es ist der erste Schritt, um sie in die Realität umzusetzen und ihr Potenzial auszuschöpfen. Darin zeigen Sie, mit welchen grundsätzlichen Schritten, mit welchem Aufwand und in welchem Zeitrahmen sich das Vorhaben realisieren ließe – ohne allerdings ins Detail zu gehen.

Ein Konzept zeigt Ihnen, was zu tun ist, nicht aber, wie Sie es im Einzelfall erledigen werden. Denn das passiert erst anschließend, wenn es an die konkrete Planung von Maßnahmen, Ressourcen und Terminen geht.

Nicht jede Idee verdient ein Konzept. Wann sollten Sie also ein Konzept erstellen?

Beispielsweise dann, wenn

  • die Realisierung der Idee zeitaufwendig und teuer ist – dann ist das nämlich der erste Check, ob es sich überhaupt lohnt, den Aufwand zu betreiben.
  • die Idee risikobehaftet ist – dann können Sie anhand des Konzepts prüfen, ob das Risiko angemessen ist und ob Sie es eingehen wollen.
  • das dahinterstehende Problem komplex ist – dann können Sie es mit Ihrem Konzept schon einmal durchleuchten.
  • bei der Umsetzung vernetzte Maßnahmen notwendig sind – dann bekommen Sie nämlich bereits vorab einen Überblick.

Ein überzeugendes Konzept erstellen Sie in diesen 7 Schritten:

Schritt 1: die Zielfestlegung

Zunächst muss das Ziel nach Inhalt, Ausmaß und zeitlichem Bezug genau definiert sein, dann erst können Sie sich an die Suche nach Informationen, ans Überlegen und Entscheiden machen.

Schritt 2: die Situationsanalyse

Ziel eines Konzepts ist in der Regel die Veränderung eines bestehenden Zustands, deswegen sollten Sie diesen Istzustand genau kennen. Sie müssen zum Beispiel wissen,

  • wie sich die Ausgangssituation darstellt,
  • wo und warum etwas geändert werden soll und wo nicht,
  • welche Ressourcen Ihnen zur Verfügung stehen und
  • welche sonstigen Rahmenbedingungen zu beachten sind.

In dieser Phase geht es vorrangig darum, Informationsquellen zu finden, die benötigten Informationen zu sammeln, sich Notizen zu machen und das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden.

Schritt 3: Lösungsansätze finden

Es gibt Fälle, in denen die Lösung eines Problems auf der Hand liegt und ein Konzept schnell entwickelt ist. In anderen Fällen sind Lösungsideen nicht so offensichtlich. Für diese Fälle gibt es diverse Strategien: Sie können etwa daraus lernen, wie ähnliche Situationen im eigenen oder in anderen Unternehmen und Institutionen gemeistert wurden, oder auch interne und externe Experten befragen. Vielleicht erstellen Sie auch eine Mindmap, um Ihre Kreativität zielgerichtet einzusetzen.

Schritt 4: Lösungsansätze bewerten und auswählen

Sie haben mehrere Lösungswege gefunden und ein Stück weit ausgearbeitet. Nun geht es darum, sie zu vergleichen, sie im Hinblick auf ihren Aufwand und ihren Nutzen zu bewerten und eine entsprechende Rangfolge zu entwickeln: Welche Lösung ist Ihre Nummer eins? Welche kommen tatsächlich als Alternative infrage? Welche sollten verworfen werden?

Schritt 5: das Konzept strukturieren

Sie haben sich für eine Alternative entschieden und die benötigten Informationen und Argumente zusammengetragen. Nun geht es darum, Ihrem Konzept eine Struktur, also eine plausible und logische Reihenfolge, zu geben.

Schritt 6: das Konzept schriftlich ausarbeiten

Ihr Konzept steht soweit. Sie müssen es jetzt nur noch aufschreiben. Wenn Sie das Konzept für sich selbst erstellen, genügt es, wenn Sie Ihre Überlegungen und Schlüsse schriftlich so festhalten, dass sie für Sie als Leitfaden und Kontrollinstrument für das weitere Vorgehen dienen können. Falls Sie im Auftrag des Chefs oder von Kunden arbeiten, sollten Sie Ihrem Werk eine professionelle schriftliche Form geben.

Schritt 7: das Konzept präsentieren

Oft werden Sie Ihr Konzept auch vor einem mehr oder weniger interessierten Publikum präsentieren müssen. Dann benötigen Sie eine geeignete Dramaturgie für Ihren Vortrag, eine Argumentation, die sich am Nutzen Ihrer Zuhörer orientiert, und Hilfsmittel, mit denen Sie Ihre Inhalte sinnlich erlebbar machen. Auch Sie als Person müssen überzeugend auftreten und Ihr Publikum für sich gewinnen. Ein Konzept muss „verkauft“ werden, wenn Sie andere davon überzeugen wollen.

Mehr Tipps und konkrete Hilfestellungen für die Erstellung von Konzepten finden Sie in diesem Ratgeber, den ich gemeinsam mit meiner Autorenkollegin Cordula Natusch verfasst habe (Amazon-Partnerlink): Überzeugende Konzepte: Strukturiert und effektiv von der Idee bis zur Präsentation (praxiskompakt)

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