Barbara, Autor auf www.diebriefprofis-blog.de https://diebriefprofis-blog.de Tipps zum Thema Schreiben im Beruf Thu, 24 Feb 2022 11:47:24 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.9.1 https://diebriefprofis-blog.de/wp-content/uploads/2019/01/Profilbild-2-150x150.jpg Barbara, Autor auf www.diebriefprofis-blog.de https://diebriefprofis-blog.de 32 32 Beileidsbekundung im geschäftlichen Umfeld – Checkliste und Mustertexte https://diebriefprofis-blog.de/beileidsbekundung-im-geschaeftlichen-umfeld-checkliste-und-mustertexte/ https://diebriefprofis-blog.de/beileidsbekundung-im-geschaeftlichen-umfeld-checkliste-und-mustertexte/#respond Thu, 24 Feb 2022 11:30:34 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3460 Wenn Sie eine Beileidsbekundung an Geschäftspartner, Mitarbeiter oder Kollegen formulieren möchten, kommt es vor allem […]

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Wenn Sie eine Beileidsbekundung an Geschäftspartner, Mitarbeiter oder Kollegen formulieren möchten, kommt es vor allem auf aufrichtige und persönliche Worte an. Selbst wenn keine unmittelbare Antwort erfolgt, können Sie davon ausgehen, dass diese Kondolenzschreiben sehr aufmerksam gelesen werden.

Auch wenn Sie in beruflichem Zusammenhang schreiben: Eine Beileidsbekundung hat immer privaten Charakter und wird möglichst handschriftlich mit einem schwarzen Stift auf weißem Briefpapier oder einer passend bedruckten Klappkarte verfasst. Ohne schwarzen Rand – der bleibt den Angehörigen vorbehalten! Um Ihr Beileid zu bekunden, sollten Sie keinesfalls Ihr Firmenbriefpapier verwenden und natürlich auch kein Betreff oder Diktatzeichen setzen.

Der richtige Zeitpunkt für ein Kondolenzschreiben ist unmittelbar, nachdem Sie von dem Todesfall erfahren haben, sei es durch das Erscheinen einer entsprechenden Anzeige oder durch eine persönliche Mitteilung.

Checkliste: Das gehört in eine Beileidsbekundung

  • Vor- und Zuname des Verstorbenen
  • Ausdruck des Beileids/Mitgefühls
  • tröstender Zuspruch
  • ggf. Hilfsangebot bzw. Ankündigung weiterer Kontaktaufnahme

Mustertexte für Kondolenzbriefe

In den meisten Fällen wird im geschäftlichen Umfeld ein vergleichsweise kurzer Text für eine Beileidsbekundung angemessen sein. (Anders sieht es natürlich aus, wenn Sie mit dem Kollegen oder der Geschäftspartnerin eng befreundet waren.)

Mustertext 1: Beileidsbekundung an einen Mitarbeiter, dessen Frau verstorben ist

Sehr geehrter Herr …,

die Nachricht vom Tod Ihrer Frau Anne-Sophie Fröhlich hat uns sehr bestürzt. Der Verlust eines geliebten Menschen ist schwer zu ertragen, umso mehr, als Sie nun auch Ihre Kinder bei der Bewältigung dieser Situation unterstützen müssen.

Bitte lassen Sie uns wissen, ob und in welcher Weise wir Ihnen in den kommenden Wochen und Monaten zur Seite stehen können. Ob es um die Arbeitszeit oder anderes geht: Wir werden tun, was uns möglich ist.

Mit aufrichtigem Mitgefühl

Mustertext 2: Kondolenzschreiben an die Geschäftsleitung eines Unternehmens, dessen Inhaber verstorben ist

Sehr geehrte …,

mit Bestürzung und Trauer haben wir die Nachricht von Michael Görnemanns plötzlichem Herztod vernommen. Sie als seine langjährigen Wegbegleiter muss dieser Verlust sehr schmerzlich treffen.

Wilhelm Busch sagte einmal „Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren.“ Das Gegenteil traf auf Michael Görnemann zu: Er war ein Mensch, der unermüdlich neue, eigene Wege suchte und mit seiner Kreativität und seiner Entscheidungsfreude vieles voranbrachte. Die Fußstapfen, die er hinterlässt, sind unverwechselbar.

Auch wir, die Geschäftsleitung und Mitarbeiter der ABC GmbH, werden Michael Görnemann vermissen. Wie Sie werden wir sein Andenken stets ehren.

Mit stillem Gruß

Auch Schreiben an schwer Erkrankte Kollegen oder Mitarbeiter können schwierig sein. Hier finden Sie Tipps und ein Muster für die Formulierung von Genesungswünschen.

Beileidsbekundung im geschäftlichen Umfeld

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Lieferschwierigkeiten ankündigen – Praxisbeispiele und Formulierungstipps https://diebriefprofis-blog.de/lieferschwierigkeiten-ankuendigen-formulierungstipps/ https://diebriefprofis-blog.de/lieferschwierigkeiten-ankuendigen-formulierungstipps/#respond Wed, 05 Jan 2022 15:21:34 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3368 Auch zum Beginn des dritten „Corona-Jahres“ nehmen die Lieferschwierigkeiten in vielen Branchen einfach kein Ende. […]

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Auch zum Beginn des dritten „Corona-Jahres“ nehmen die Lieferschwierigkeiten in vielen Branchen einfach kein Ende. Also steht man wieder und wieder vor der Aufgabe, den Kunden zu erklären, dass und warum die Lieferzeiten lang und länger werden. Das ist kein Schreibanlass, der Freude macht. Wohl auch deswegen fallen viele dieser Erklärungen ziemlich dürftig und ungeschickt aus.

Dabei wäre es oft gar nicht so schwierig, es besser zu machen. Wie das geht, zeige ich anhand von drei Beispielschreiben, die mein Mann in seinem Unternehmen erhalten hat.

Lieferschwierigkeiten mitteilen: Drei Praxisbeispiele mit Stilkritik

Grundsätzlich gehören folgende Inhalte in ein solches Schreiben:

  • In welchen Bereichen gibt es Lieferschwierigkeiten?
  • Auf welche Lieferzeiten muss sich der Kunde einstellen?
  • Was tut das Unternehmen, um die Lieferfähigkeit zu verbessern bzw. was kann das Kundenunternehmen tun?

Beispiel 1: Information zu dürftig

Ein Lieferant verfasste ein Kundenrundschreiben mit mehreren Inhalten. Darunter fand sich auch ein kurzer Passus zu den aktuellen Lieferzeiten:

Bitte beachten Sie, dass wir aktuell von einer Produktionszeit für nicht lagernde Artikel von ca. 15 Tagen ausgehen.

An den kommenden Samstagen wird unsere Produktion zusätzlich vollumfänglich arbeiten, um Ihre geschätzten Aufträge zeitnah zu bearbeiten.

Wir bitten Sie, dies in Ihren Bestellungen zu berücksichtigen.

Warum ist das zu dürftig? Weil zum einen nicht klar wird, welche Artikel konkret davon betroffen sind (gibt es dazu eine Übersicht?) und zum anderen die Lieferzeiten zum Kunden nicht erwähnt werden. Schließlich gibt es auch hier Engpässe.

Positiv zu vermerken ist der Samstagseinsatz, aber die Formulierung wirkt sehr gestelzt. Vollumfänglich arbeiten und geschätzte Aufträge sind doch recht altmodisch und zeitnah ist ein Wort, bei dem ein Einkäufer wegen seiner Unbestimmtheit graue Haare bekommt.

So geht es besser:

Wir werden an den kommenden Samstagen Sonderschichten einlegen, um unsere Produktionsmengen zu steigern und Ihre Aufträge schneller ausliefern zu können.

Trotzdem müssen wir derzeit bei nicht lagernden Artikeln (welche das sind, können Sie hier nachsehen: …) mit einer Produktionszeit von etwa zwei Wochen rechnen. Von der Bestellung bis zum Wareneingang bei Ihnen können daher bis zu drei Wochen vergehen. Bitte berücksichtigen Sie das bei Ihrer Planung.

Beispiel 2: Information schlecht verständlich

Die globalen Beschaffungsschwierigkeiten haben auch Einfluss auf unsere Lieferkette. Die Produktion und folglich der Nachschub von unseren X- und Y-Produkten ist zurzeit erschwert.

Bitte beachten Sie unsere wöchentlich erscheinende Lieferzeitenliste, jetzt neu mit einer Excel-Datei, mit der die Möglichkeit besteht, von all unseren Artikeln die entsprechenden Lieferzeiten abzufragen. Sollten Sie noch nicht im Verteiler der Lieferzeitenliste sein, senden Sie bitte eine Nachricht an [email protected].

Wir setzen alle Hebel in Bewegung, dass wir die betroffenen Artikel bald wieder mit regulären Fristen liefern.

Die Idee ist ja gut, aber wie ist das mit dieser Liste? Sie beinhaltet eine Datei, von der ich etwas abfragen kann, wenn ich mich in den Verteiler eintragen lasse … das verstehe ich nicht.

So erklären Sie die Sache mit der Lieferzeitenliste besser:

Auch wir kämpfen bei einigen Produkten mit Beschaffungsschwierigkeiten. Derzeit versuchen wir über diverse Maßnahmen, in allen Bereichen wieder unsere gewohnte Lieferfähigkeit zu erreichen. Es aber wird wohl noch einige Wochen dauern, bis dieses Ziel erreicht ist.

Bis es so weit ist, empfehlen wir Ihnen, unsere wöchentlich aktualisierte Lieferzeitenliste zu nutzen. Dieser Excel-Liste können Sie für jeden einzelnen Artikel die jeweils aktuell geltende Lieferzeit entnehmen. Falls Sie die Liste noch nicht erhalten, senden Sie bitte eine Nachricht an [email protected], damit wir Sie in den Verteiler aufnehmen.

Beispiel 3: Zu ausführliche Erklärung der Lieferschwierigkeiten und ungeschickte Reihenfolge

Erklärungen sind grundsätzlich gut, es gibt aber auch zu viel des Guten, wie dieses Beispiel zeigt:

Wir müssen davon ausgehen, dass die Corona-Pandemie ein weiteres Mal Auswirkungen auf unsere Lieferfähigkeit hat.

Bisher sind wir zuversichtlich, dass wir die Nachversorgung mit Produktionszutaten weiter sicherstellen können. Was uns jedoch Probleme bereitet, ist der hohe Krankenstand der Mitarbeiter bei uns und vor allem bei unseren Produktionspartnern. Die sich verschärfende Pandemie macht sich mit Infektionen, Verdachtsfällen, Quarantäne/Betreuung von Familienangehörigen etc. immer stärker bemerkbar.

Da wir nicht davon ausgehen können, dass sich die Situation schnell entspannt, möchten wir Sie vorsorglich informieren. Aktuell sind lediglich 7 % unseres Sortiments nicht sofort lieferbar. Wir tun unser Möglichstes, die Lieferbereitschaft weiterhin hoch zu halten!

Hm, die haben lauter kranke Mitarbeiter und Lieferanten mit noch höherem Krankenstand? Sie rechnen auch nicht mit schneller Besserung? Das wirkt ja schon mal nicht sehr professionell. Dabei ist doch eigentlich (noch) alles in Ordnung: Wenn „lediglich 7 % unseres Sortiments nicht sofort lieferbar“ sind, ist das eigentlich eine gute Nachricht. Leider wird sie grottenschlecht verkauft.

Die Warnung, dass sich das in Zukunft ändern könnte, hat für sich genommen keinen Nutzen für die Kunden des Unternehmens. Den gäbe es nur, wenn die Kunden genau wüssten, welche Artikel davon betroffen sind, damit sie die Versorgungsengpässe durch Vorratshaltung ausgleichen oder anderweitig reagieren könnten.

Es geht auch geschickter:

Trotz erschwerter Rohstoffversorgung und erhöhten Krankenstands als Folge der Corona-Pandemie konnten wir in den letzten Monaten unsere Lieferfähigkeit fast vollständig erhalten: 93 Prozent unserer Artikel sind derzeit auf Lager und sofort lieferbar.

Lieferkettenprobleme und Rohstoffmangel führen aber zu Schwierigkeiten bei der Produktion von x und y. Die Liste der betroffenen Artikel und die aktuellen Lieferzeiten finden Sie im Anhang/unter diesem Link. Wir arbeiten weiterhin intensiv daran, die Engpässe zu beseitigen.

Fazit

Es genügt nicht, nur die Ursache der Lieferschwierigkeiten zu erklären. Aus Kundensicht ist es noch viel wichtiger, verlässliche Aussagen zu den zu erwartenden Lieferzeiten zu bekommen. Dazu jeweils aktuelle Übersichten zu erstellen und den Kunden zugänglich zu machen, bedeutet zwar einen Zusatzaufwand für Ihr Unternehmen. Es ist aber eine Serviceleistung, die Ihnen noch dazu viele unnötige Anfragen Ihrer Kunden ersparen kann.

Lieferschwierigkeiten ankündigen - Tipps und Mustertexte

Ein ähnlich unangenehmer Schreibanlass, für den wir ebenfalls Tipps zusammengestellt haben, ist die Ankündigung von Preiserhöhungen. Oder möchten Sie demnächst Ihre neuen Kataloge verschicken? Dann interessiert Sie vielleicht unser Blogpost zum Formulieren eine Begleitbriefs zum Katalogversand.

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Der oder das Laptop – wie ist das mit dem Genus bei englischen Wörtern im Deutschen? https://diebriefprofis-blog.de/der-oder-das-laptop-genus-bei-englischen-woertern-im-deutschen/ https://diebriefprofis-blog.de/der-oder-das-laptop-genus-bei-englischen-woertern-im-deutschen/#respond Fri, 13 Aug 2021 13:08:31 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3326 Heißt es nun der oder das Laptop, Notebook, Blog, Hashtag? Und gibt es eigentlich eine […]

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Heißt es nun der oder das Laptop, Notebook, Blog, Hashtag? Und gibt es eigentlich eine Regel, nach der bei der Genus-Zuordnung von englischen Wörtern im Deutschen vorzugehen ist? Diese Fragen haben Sie sich vielleicht auch schon gestellt. Tatsächlich gibt es keine klare Regel zum Genus von Fremdwörtern im Deutschen. Wohl aber ein paar Grundsätze.

Grundsätze zum Genus von Fremdwörtern im Deutschen

Grundsatz 1: Fremdwörter bekommen oft im Deutschen das grammatische Geschlecht zugeordnet, das sie auch in der Ursprungssprache haben. So ist die Expertise im Deutschen wie im Französischen weiblich, der Esprit dagegen männlich. Bereits bei französischen Wörtern ergibt sich allerdings das Problem, dass das Deutsche drei grammatische Geschlechter kennt, das Französische aber nur zwei. Das Englische kennt für die meisten Nomen überhaupt nur ein Genus, Grundsatz 1 hilft also nicht weiter bei der Beantwortung der Frage, ob es nun der oder das Laptop heißt.

Grundsatz 2: Das Fremdwort bekommt häufig das Genus, das die deutsche Übersetzung oder ein sinnverwandter Begriff hat. Die wörtliche Übersetzung für Notebook ist Notizbuch, daher ist das Notebook im Deutschen sächlich. Hashtag bedeutet wörtlich „Doppelkreuzzeichen“, richtig ist also das Hashtag. Beim Laptop gibt es keine wörtliche Übersetzung; die deutsche Entsprechung wäre „Klapprechner“, demnach ist der Laptop grammatisch als männlich anzusehen.

Bei Blog wird die Sache schwieriger, denn dafür gibt es weder eine deutsche Übersetzung noch eine direkte Entsprechung. Man kann aber Grundsatz 2 anwenden und argumentieren, dass Blog ein Kofferwort aus web (Netz) und log (Tagebuch) ist. Demnach wäre die deutsche Bedeutung „Netz-Tagebuch“, womit das Blog eindeutig sächlich ist.

Trotz dieser überaus logischen Betrachtungen ist die Ausgangsfrage damit aber nicht eindeutig beantwortet.

Der oder das Laptop? Beides geht!

Denn im täglichen Sprachgebrauch orientieren sich viele Menschen nicht an diesen Grundsätzen. Vermutlich liegt es auch daran, dass beispielsweise die Herkunft des Wortes Blog den allermeisten Leuten nicht bekannt ist und sie es gar nicht als Kofferwort identifizieren. Dazu kommen regionale Sprachvorlieben: Im süddeutschen Raum wird tendenziell das maskuline Genus bevorzugt (hier ist zum Beispiel auch der Radio noch gebräuchlich), in Mitteldeutschland das neutrale.

Daher finden sich auch im Duden (28. Auflage) meist beide Varianten:

  • Blog, das, auch: der
  • Hashtag, das oder der
  • Laptop, der, auch: das

Man beachte die Reihenfolge der Empfehlungen: Zumindest die Duden-Redaktion bevorzugt das Blog/der Laptop; beim Hashtag ist sie unentschieden. Nur beim notizbuchartigen Rechner hat sie klar Stellung für das Notebook bezogen.

Falls Sie sich für weitere Themen rund um Fremdwörter im Deutschen interessieren, empfehle ich Ihnen auch meine Beiträge über die Pluralbildung von Fremdwörtern sowie über zusammengesetzte englische Begriffe im Deutschen.

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Guter Stil: Synonyme suchen, um Wortwiederholungen zu vermeiden https://diebriefprofis-blog.de/synonyme-suchen-wortwiederholungen-vermeiden/ https://diebriefprofis-blog.de/synonyme-suchen-wortwiederholungen-vermeiden/#respond Mon, 24 May 2021 19:38:43 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3305 Warum Sie Synonyme suchen sollen? Weil Texte langweilig und schlechter lesbar werden, wenn zu oft […]

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Warum Sie Synonyme suchen sollen? Weil Texte langweilig und schlechter lesbar werden, wenn zu oft dasselbe Wort auftaucht. Deshalb lohnt es sich, nach Wörtern mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung zu fahnden und diese gezielt einzusetzen.

Textbeispiel: Werbebrief mit zu vielen Wortwiederholungen

Ihr Geld ist in Gefahr! Experten warnen wegen der anhaltenden Geldschwemme vor steigenden Risiken: Je mehr Geld den Markt flutet, desto wahrscheinlicher wird eine Geldentwertung, die gefürchtete Inflation. Ihr Geld wird dadurch immer weniger wert, seine Kaufkraft sinkt. Das verringert den Wert Ihrer Geldreserven und Ihrer Altersvorsorge. Deswegen sollten Sie jetzt gegensteuern und Ihr Geld inflationssicher anlegen, nämlich in Sachwerten.

In diesen 60 Wörtern kommt siebenmal das Wort „Geld“ vor. Das macht den Text dröge. Ihr Deutschlehrer hätte hier mindestens viermal ein mahnendes „W“ wegen der Wortwiederholung eingefügt – und das völlig zu Recht! Dabei ist dieses Wort wirklich einfach zu ersetzen, denn dafür müssen Sie vermutlich nicht lange Synonyme suchen, weil Ihnen sofort welche einfallen. Zum Beispiel:

Kapital, Zahlungsmittel, Währung, Valuta, Vermögen, Ersparnis, Mittel, Finanzen, Bares, Mammon, Moneten, Knete, Kies, Zaster, Mäuse, Kröten, Kohle, Asche, Heu, Bimbes, Pinke-Pinke

Allerdings müssen Sie nun gut auswählen, welche Synonyme tatsächlich in Ihren Text passen.

Auch Synonyme sollten Sie mit Augenmaß einsetzen

Möglicherweise müssen Sie sogar die ein oder andere Wortwiederholung akzeptieren, wenn Sie durch die gleichbedeutenden Wörter zwar mehr Abwechslung, dafür aber einen unpassenden Stil in Ihren Text bringen würden. Am Ende sieht Ihr Text sonst so aus:

Ihr Zaster ist in Gefahr! Experten warnen wegen der anhaltenden Monetenschwemme vor steigenden Risiken: Je mehr Kies den Markt flutet, desto wahrscheinlicher wird eine Zahlungsmittelentwertung, die gefürchtete Inflation. Ihre Kohle wird dadurch immer weniger wert, ihre Kaufkraft sinkt. Das verringert den Wert Ihrer Knete und Ihrer Altersvorsorge. Deswegen sollten Sie jetzt gegensteuern und Ihren Mammon inflationssicher anlegen, nämlich in Sachwerten.

Okay, das ist lustig. Aber wahrscheinlich nicht zielführend für Ihren Werbebrief. Für diesen lassen wir einfach die umgangssprachlichen Ausdrücke weg und ersetzen nur viermal das Wort „Geld“:

Ihr Vermögen ist in Gefahr! Experten warnen wegen der anhaltenden Geldschwemme vor steigenden Risiken: Je mehr Geld den Markt flutet, desto wahrscheinlicher wird eine Zahlungsmittelentwertung, die gefürchtete Inflation. Ihr Geld wird dadurch immer weniger wert, seine Kaufkraft sinkt. Das verringert den Wert Ihrer Ersparnisse und Ihrer Altersvorsorge. Deswegen sollten Sie jetzt gegensteuern und Ihr Kapital inflationssicher anlegen, nämlich in Sachwerten.

Wie Sie ohne großen Aufwand Synonyme suchen

Wenn Sie Wortwiederholungen in einem Ihrer Texte entdecken, werden Ihnen meist schon nach kurzem Nachdenken einige Ersatzbegriffe einfallen. Falls es nicht genügend oder nicht die richtigen sind, können Sie auf eine Synonym-Datenbank im Internet zurückgreifen. Geben Sie dazu einfach Ihren Suchbegriff und das Wort Synonym in Ihre Suchmaschine ein.

Wenn Sie zum Beispiel nach einem Synonym für Brief und Profi suchen, finden Sie so auf Anhieb etliche Vorschläge und weitere beim Klicken auf Datenbanken wie das Woxikon oder synonyme.de:

Brief: Schreiben, Schriftstück, Mitteilung, Meldung, Nachricht, Post, Zeilen, Zuschrift, Niederschrift, Botschaft, Snail-Mail, Epistel, Wisch, Schrieb

Profi: Spezialist, Könner, Routinier, Fachmann, Experte, Koryphäe, Autorität, Meister, Ass, Crack

Wir könnten uns also auch als Epistel-Asse oder Wisch-Cracks bezeichnen oder, ganz seriös, als Schreibkoryphäen. Wir bleiben dann aber doch lieber Die Briefprofis.

Synonyme suchen, Wortwiederholungen vermeiden
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Sorgen Sie für mehr Lesefreundlichkeit durch den Bindestrich https://diebriefprofis-blog.de/sorgen-sie-fuer-mehr-lesefreundlichkeit-durch-den-bindestrich/ https://diebriefprofis-blog.de/sorgen-sie-fuer-mehr-lesefreundlichkeit-durch-den-bindestrich/#respond Wed, 24 Feb 2021 18:34:13 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3288 Mehr Lesefreundlichkeit durch den Bindestrich? Wie soll das gehen? Ganz einfach: Kleinere „Wort-Häppchen“ sind leichter […]

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Mehr Lesefreundlichkeit durch den Bindestrich? Wie soll das gehen? Ganz einfach: Kleinere „Wort-Häppchen“ sind leichter und schneller zu lesen als lange Wortungetüme.

Lesen ist ein ziemlich komplexer Vorgang: Das Auge muss die Buchstaben erfassen, das Gehirn sie zu Begriffen zusammensetzen und deren Bedeutung verstehen. Ein geübter Leser liest dann gar keine einzelnen Buchstaben mehr, sondern erkennt Wortbilder auf einen Blick. Sein Auge springt von einem „Blick-Haltepunkt“ zum anderen, wobei diese so genannte Fixation etwa 2 bis 3 cm umfasst.

Ist ein Wort sehr lang, ist uns zum einen sein Bild nicht so vertraut, zum anderen ragt es vermutlich über die Fixation hinaus. Das erschwert das flüssige Lesen und zwingt das Auge zum Zurückspringen. Bei einem Gedicht oder einem anderen literarischen Lesegenuss macht das nicht unbedingt etwas aus. Im Gegenteil, hier ist diese „anhaltende“ Wirkung sogar erwünscht. Anders sieht es aber bei Informationstexten oder gar bei Werbetexten aus. Bei diesen ist es die Aufgabe des Schreibenden, das Lesen so einfach wie möglich zu machen. Und da kommt der Bindestrich ins Spiel.

So erzeugen Sie mehr Lesefreundlichkeit durch den Bindestrich

Am besten lässt sich das anhand von Beispielen verdeutlichen. Neulich sah ich beispielsweise eine Werbung für

Kindersonnenschutzcreme.

Das ist ein sehr langes Wort, dem eine Trennung guttäte. Deutlich besser lesbar ist etwa:

Kinder-Sonnenschutzcreme

Damit ist buchstäblich auf einen Blick klar, dass es hier um ein Produkt für Kinder geht.

Als ich nach Büroartikeln stöberte, stieß ich auf die Bezeichnungen

Ordnerrückenschild bzw. Rückenschilderetiketten.

Das ist auf Anhieb kaum entzifferbar. Deutlich übersichtlicher wären das

Ordner-Rückenschild bzw. Rückenschilder-Etiketten

Alternativ könnte man auch Etiketten für Ordnerrücken schreiben.

Sie sehen, was so ein kleines Zeichen wie der Bindestrich in Sachen Lesbarkeit bewirken kann!

Übrigens gibt es auch Fälle, in denen ein Bindestrich nach den Regeln der deutschen Sprache verpflichtend gesetzt werden muss. Mehr dazu lesen Sie im Post Der Bindestrich bei zusammengesetzten Begriffen. Eine Übersicht über unsere Posts zur zeichensetzung finden Sie auf der Seite Best of Satzzeichen.

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Nicht steigerbare Adjektive – wo mehr nicht besser ist https://diebriefprofis-blog.de/nicht-steigerbare-adjektive-wo-mehr-nicht-besser-ist/ https://diebriefprofis-blog.de/nicht-steigerbare-adjektive-wo-mehr-nicht-besser-ist/#respond Wed, 20 Jan 2021 12:03:57 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3272 Nicht steigerbare Adjektive sind Ausnahmen, denn in der Regel lassen Adjektive sich steigern. Grundsätzlich sind […]

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Nicht steigerbare Adjektive sind Ausnahmen, denn in der Regel lassen Adjektive sich steigern. Grundsätzlich sind Adjektive sehr nützlich, wenn es darum geht, Dinge und Personen näher zu beschreiben und zu charakterisieren. Die Steigerung in der ersten (Komparativ) und zweiten Stufe (Superlativ) kann dabei einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringen. So kann eine Charakterisierung zutreffend sein, eine andere zutreffender (Komparativ) und die dritte am zutreffendsten (Superlativ). Eine E-Mail kann gut verständlich sein, die nächste besser verständlich und die dritte am verständlichsten.

Neulich schrieb mir aber ein Kunde, eine bestimmte Textfassung sei „am optimalsten“. Das war mir dann doch des Guten zu viel. Das Optimale ist schließlich bereits das Beste bzw. Bestmögliche. Demnach wäre das „Optimalste“ das Best-Bestmögliche und damit eine Über-Steigerung, die keinen rechten Sinn ergibt.

Welche Adjektive Sie nicht steigern sollten

Im Grunde ist es einfach: Alles, was bereits einen absoluten Charakter hat, lässt sich nicht sinnvoll steigern.

Der einzige Zeuge ist eben nur einer. Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, aus ihm einen „einzigsten“ Zeugen zu machen – der ist immer noch eine Person, nicht mehr und nicht weniger.

Wenn die Geschwindigkeit maximal ist, ist sie bereits die höchste, mehr geht nicht. Sind die Kosten minimal, also so niedrig wie möglich, können sie nicht mehr sinken.

Ähnlich ist es beim allerersten und beim allerletzten Posten auf der Liste oder auch bei einer allumfassenden Betrachtung. Was sollte davor, danach oder darüber hinaus noch kommen?

Weitere nicht steigerbare Adjektive

Bei den meisten Beispielen wird sich Ihnen sofort erschließen, warum eine Steigerung keinen Sinn hat.

  • tot
  • schwanger
  • satt
  • vollkommen, ideal, perfekt
  • unvergleichlich
  • unverzeihlich
  • falsch
  • richtig

Bei anderen kommen Sie vielleicht ins Grübeln:

Was ist zum Beispiel mit voll und vollst?

Ein Glas kann voll sein oder leer. Je nach Betrachtungsweise kann es auch halb voll oder halb leer sein. Wenn es bereits voll ist, kann es aber nicht noch voller oder „vollst“ sein. Übrigens kann es auch nicht leerer als leer oder gar „leerst“ sein, denn wenn es leer ist, ist ja schon nichts mehr drin.

Sie könnten jetzt einwenden, dass man aber doch im Arbeitszeugnis „vollste Zufriedenheit“ mit den Leistungen eines Arbeitnehmers bescheinigen müsse, wenn man eine Note 1 geben will. „Volle Zufriedenheit“ gilt nur als Note 2.

Tatsächlich weicht die juristische Fachsprache leider sehr häufig von dem ab, was ich als guten und verständlichen Stil bezeichnen würde. Trotzdem müssen Sie nicht resignieren. Sie könnten im Zeugnis beispielsweise auch schreiben, dass die Leistungen „außerordentlich zufriedenstellend“ ausgefallen sind oder dass die betreffende Person „durchgehend überdurchschnittliche Leistungen“ erbracht hat.

Das ist semantisch sinnvoll und dürfte auch Juristen zufriedenstellen. Manche vielleicht mehr, andere weniger, aber immerhin keinen vollst oder leerst …

Wenn Sie sich für weitere Schreibtipps interessieren, die sich um Stilfragen drehen, empfehle ich Ihnen auch meinen Blogpost zu Füllwörtern und den Beitrag zu unnötigen Vorsilben.

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Der Duden 2020 und warum sich das dicke Ding lohnt https://diebriefprofis-blog.de/der-duden-2020-und-warum-sich-das-dicke-ding-lohnt/ https://diebriefprofis-blog.de/der-duden-2020-und-warum-sich-das-dicke-ding-lohnt/#respond Fri, 23 Oct 2020 15:43:20 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3150 Er liegt schon eine Weile auf meinem Schreibtisch, der neue Duden 2020. Versehen mit einem […]

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Er liegt schon eine Weile auf meinem Schreibtisch, der neue Duden 2020. Versehen mit einem Superlativ: Es ist der dickste Duden, den es je gab. 148.000 Stichwörter enthält er, 3.000 mehr als es in der letzten Ausgabe 2017 waren. Sogar 30.000 Stichwörter mehr als in der 20. Auflage im Jahr 1991.

Das zeigt, dass wir uns um die Zukunft der deutschen Sprache nicht zu sorgen brauchen: Unsere Sprache lebt, denn sie wird laufend durch neue Wörter bereichert.

Welche Bedeutung der Duden heute noch hat

Früher einmal war der Duden die normgebende Instanz zur deutschen Rechtschreibung. Die Duden-Redaktion entschied, welche Schreibweisen richtig waren und welche falsch. Das hat sich 2004 geändert, als der Rat für deutsche Rechtschreibung gegründet wurde. Seitdem ist der Duden einerseits entmachtet, denn was als korrekte Schreibweise gilt, steht jetzt im jeweils aktuellen amtlichen Regelwerk und Wörterverzeichnis, die der Rechtschreibrat festlegt.

Andererseits leistet die Duden-Redaktion etwas, das der Rechtschreibrat so nicht kann: Sie sammelt und sichtet die neuen Wörter, die laufend entstehen. Diejenigen Begriffe, die in den täglichen Sprachgebrauch übergehen, finden Eingang in den nächsten Band. Wörter, die üblicherweise nicht mehr verwendet werden, werden dafür gestrichen.

Damit liefert der Duden eine umfassende und aktuelle Zusammenstellung der tatsächlich gesprochenen und geschriebenen Wörter. Nicht umsonst galt beim Scrabble schon immer: Was nicht im Duden steht, gilt nicht als „richtiges“ Wort.

Was die korrekten Schreibweisen angeht, gibt es im Rahmen der derzeit gültigen Rechtschreibregeln oft mehrere Varianten. Das erlaubt einerseits einen gewissen Freiraum, zwingt aber andererseits dazu, sich für eine Schreibweise zu entscheiden. Da sind die gelb unterlegten Empfehlungen der Duden-Redaktion hilfreich; auch viele Verlage richten sich danach. Im Zweifelsfall liegen Sie also mit der vom Duden empfohlenen Schreibweise immer richtig – insofern hat sich also im Vergleich zur Zeit vor 2004 nichts geändert.

Muss man den Duden heute noch als Buch kaufen?

Nicht unbedingt, denn man kann Begriffe auch online auf der Duden-Website nachschlagen. Gerade wenn es um Wörter geht, die in unterschiedlichen Zusammenhängen unterschiedlich geschrieben werden (groß/klein, getrennt/zusammen), finde ich das Blättern im Buch aber deutlich ergiebiger. Zu diesen Wörtern gibt es nämlich oft Übersichtskästen mit allen gängigen Kombinationen.

Auch sonst finde ich beim Blättern immer wieder Wörter, die ich sonst gar nicht gesucht hätte. Das ist ein Vergnügen, das ich nicht missen möchte 🙂

Das ist neu im Duden 2020

Gestrichen wurden vor allem Wörter, die kaum jemand vermissen wird. Etwa der Hackenporsche (ein Einkaufstrolley), die Vorführdame (ein Model) und die Fernsprechgebühr samt dem Fernsprechgeheimnis.

Im Gegenzug stehen im neuen Duden etliche Begriffe, die es noch nicht sehr lange gibt, die sich aber schnell verbreitet haben. Damit wird der Duden zum Spiegel technischer und gesellschaftlicher Entwicklungen. So steht 2020 der Influencer vor der Influenza.

Wo wir gerade bei Krankheiten sind: 2017 gab es im Duden zwar eine Ansteckungsgefahr, aber noch keine Ansteckungskette und erst recht kein Covid-19 (beides 2020 neu aufgenommen). Falls diese Wörter in der nächsten Auflage mangels Aktualität wieder gestrichen werden sollten, würde ich sie nicht vermissen …

Sehr interessant finde ich auch die drei neu eingefügten Seiten, die sich mit dem geschlechtergerechten Sprachgebrauch befassen. Hier stellt die Redaktion die unterschiedlichen Möglichkeiten vor, die es im Deutschen dafür gibt. Ihrer Rolle als Sprach-Beobachterin entsprechend hält sie nüchtern fest, dass die Schreibungen mit Binnen-I, Schrägstrich, Genderstern und Unterstrich nicht dem amtlichen Regelwerk entsprechen, dass sich aber der Genderstern „in der Schreibpraxis immer mehr durchsetzt“. Im Duden 2017 gab es den Genderstern noch gar nicht. 2020 ist er natürlich drin. Mal sehen, was der Rat für deutsche Rechtschreibung in den nächsten Jahren dazu entscheidet. Es bleibt spannend.

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Formal korrekt schreiben nach der DIN 5008:2020 https://diebriefprofis-blog.de/formal-korrekt-schreiben-nach-din-5008-2020/ https://diebriefprofis-blog.de/formal-korrekt-schreiben-nach-din-5008-2020/#respond Wed, 09 Sep 2020 14:00:22 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3132 Seit dem Frühjahr 2020 gilt die DIN 5008-2020, in der die aktuellen Schreib- und Gestaltungsregeln […]

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Seit dem Frühjahr 2020 gilt die DIN 5008-2020, in der die aktuellen Schreib- und Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung festgelegt sind. Das Deutsche Institut für Normung e. V. hatte sich neun Jahre Zeit gelassen, um die Vorgängerfassung aus dem Jahr 2011 zu überarbeiten.

Das ist neu in der DIN 5008:2020

Die auffälligste Neuerung sind die zusätzlichen Abschnitte, in denen Regelungen zur Gestaltung von Präsentationen, Protokollen und der Dateiablage enthalten sind. Ob diese tatsächlich so regelungsbedürftig sind, dass sie gleich in die Norm aufgenommen werden müssen, lasse ich mal dahingestellt. Jedenfalls sind die „Vorschriften“ in diesen Abschnitten recht vage formuliert. So heißt es beispielsweise zu Überschriften in Präsentationen, sie sollten „prägnant formuliert und in einem einheitlichen Stil und Layout“ gestaltet sein. Das war es dann auch schon.

Für die Geschäftskorrespondenz relevant sind im Wesentlichen die Neuerungen, die den Briefbogen, Schreiben zu besonderen Anlässen und die E-Mail betreffen.

So wird der Briefbogen korrekt nach DIN 5008:2020 gestaltet

  • Es ist nur noch ein hoch- oder tiefgestelltes Anschriftfeld erlaubt, in das die Zusatz- und Vermerkzone integriert ist. Insgesamt stehen dafür elf Zeilen zur Verfügung.
  • Alle Kommunikationsangaben dürfen nur noch in einen Informationsblock gepackt werden, der sich rechts neben dem Anschriftfeld befindet. Eine Bezugszeichen- und Kommunikationszeile unter dem Anschriftfeld ist damit nicht mehr DIN-gerecht.
  • Der Betreff wird zwei Leerzeilen nach dem Informationsblock geschrieben; er darf mehrere Zeilen umfassen. Falls im Betreff bereits sensible Angaben enthalten sind, darf es ein bis zwei Leerzeilen tiefer beginnen. Das soll verhindern, dass die kritischen Inhalte im Sichtfenster gelesen werden können, wenn das Schreiben beim Versand im Umschlag verrutscht.
  • Zertifizierungen des Unternehmens dürfen in den Briefkopf oder in die Fußzeile zu den Geschäftsangaben aufgenommen werden.

Für Schreiben zu besonderen Anlässen gelten spezielle Empfehlungen

Was schon bisher üblich war, fordert die DIN 5008:2020 nun auch: Für Arbeitszeugnisse, Gratulationen, Gratifikations- und Kondolenzschreiben soll kein normales Briefpapier mit Anschriftfeld, Informationsblock und den Geschäftsangaben in der Fußzeile verwendet werden. Stattdessen sollen „besondere Briefblätter der Geschäfts- oder Personalleitung“ verwendet werden, gerne auf edlerem Papier.

Diese Schreiben sollen nicht mehr als eine Seite umfassen und nicht in einem Briefumschlag mit Sichtfenster versendet werden. Um ein optisch ansprechendes Gesamtbild zu erzeugen, darf man bei Bedarf die Seitenränder und den Zeilenabstand (auf 1,5 oder 2) vergrößern.

Das Datum sollte in diesen besonderen Schreiben alphanumerisch geschrieben werden, überhaupt sind Zahlen möglichst auszuschreiben.

Das sagt die DIN 5008:2020 zu E-Mails und andere elektronischen Kommunikationsformen

Auch für diesen Bereich wurden zusätzliche, teilweise recht detaillierte Regelungen und Empfehlungen aufgenommen, von denen einige ohnehin bereits etabliert sind. So heißt es zum Beispiel, man solle bei der Beantwortung oder Weiterleitung einer E-Mail prüfen, ob der Betreff angepasst werden muss, zumindest ergänzt um eine Abkürzung wie AW: oder FW:. Außerdem soll man Schriftart, -größe und -farbe durch Voreinstellungen dem Coporate Design anpassen und den Text einzeilig als Fließtext und ohne Worttrennungen schreiben.

Für derartige Banalitäten bräuchte man nicht unbedingt eine eigene Norm!

Tatsächlich neu und interessant sind die Regelungen zu Emoticons bzw. Emojis und Schreiben an mehrere bekannte Empfänger:

Emoticons und Emojis im Geschäftsbrief

Die DIN 5008:2020 empfiehlt, sie bei geschäftlichen Erstkontakten gar nicht und danach nur sparsam einzusetzen (so weit, so banal). Was nicht jedem klar sein dürfte, ist aber folgende Feststellung:

„Emojis ersetzen keine Satzzeichen.“

Das Emoticon/Emoji sollte deswegen hinter den Punkt bzw. das Ausrufe- oder Fragezeichen gesetzt werden, wenn es sich auf den ganzen Satz bezieht.

Ich hoffe, das war für Sie verständlich. 🙂

Ich hoffe sehr ;-), dass ich Sie damit nicht verwirrt habe.

Ansprache einzelner Personen bei Schreiben an mehrere Empfänger

Es hatte sich bisher bereits etabliert, hat nun aber auch die ausdrückliche Zustimmung der DIN 5008:2020: Wenn Sie eine E-Mail an mehrere Empfänger, etwa an Frau Maier, Herrn Müller und Frau Schmidt schreiben, können Sie die Personen im Text einzeln mit dem @-Zeichen davor ansprechen.

Liebes Team,

ich freue mich, Sie morgen zu sehen …

@ Frau Maier: Könnten Sie mir die Präsentation heute noch schicken?

@ Herr Müller: Bitte denken Sie daran, den Raum zu reservieren.

Vielen Dank!

Falls Sie sich noch mehr Gedanken darüber machen, wie Sie formal korrekt schreiben, interessiert Sie sicher unser Beitrag zur korrekten Schreibweise des Datums und der Blogpost zum richtigen Einsatz von Leerzeichen in Verbindung mit Satzzeichen.

Das ist neu in der DIN 5008:2020
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Originelle Speisekarten – eine vorwiegend orthografische Menükritik https://diebriefprofis-blog.de/orthografisch-und-sprachlich-originelle-speisekarten/ https://diebriefprofis-blog.de/orthografisch-und-sprachlich-originelle-speisekarten/#respond Tue, 04 Aug 2020 12:38:52 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3079 Immer wieder stoße ich in Restaurants und Cafés auf besonders originelle Speisekarten. Als Briefprofi kann […]

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Immer wieder stoße ich in Restaurants und Cafés auf besonders originelle Speisekarten. Als Briefprofi kann ich da mitunter nicht widerstehen: Ich muss sie einfach fotografieren und kommentieren. Diese Menükritik ist allerdings rein sprachlich und orthografisch gemeint – als Restauranttesterin bin ich Laie und halte mich raus.

Meine Lieblingsbeispiele für unfreiwillig komische Speisekarten

Natürlich ist es gar nicht so einfach, jedem Gericht auf der Karte einen ansprechenden und unverwechselbaren Namen zu geben. Manchmal misslingt das auf recht erheiternde Weise.

Feines Lokal, skurrile Karte

Es ist eine etwas seltsame Mode, Gerichte auf der Speisekarte mit einem bestimmten Artikel zu versehen. Dann gibt es eben kein unbestimmtes Paniertes Schnitzel, sondern Das Schnitzel nach Wiener Art. Besonders originell wird das Ergebnis, wenn dann noch die Groß- und Kleinschreibung durcheinandergeraten und konsequent auf Bindestriche verzichtet wird.

Orthografisch originelle Speisekarte

Wenn das Wetter es wieder erlaubt, werde ich demnächst ins Eiscafé gehen. Dann bestelle ich wahrscheinlich

Die Kugel Vanille Eis, Die Schoko Soße & Die Geschlagene Sahne
von der Allgäuer Kuh

Oder vielleicht doch nur Vanilleeis mit Schokosoße und Sahne?

Der Chef im Salat

Ein Chef-Salat findet sich auf so mancher Speisekarte. Typischerweise handelt es sich dabei um eine deftige Kreation mit Eiern, mehreren Fleischsorten, Gurken und Käse.

Auf dieser Karte herrscht eine besondere Ordnung: Im Hähnchen-Salat sind (logischerweise) Hähnchenstreifen, im Zander-Salat Zanderstreifen und im Chef-Salat … äh …

Der Chef im Salat - Beispiel für originelle Speisekarten

Was sagt uns das über den Chef des Hauses? Er scheint keine besonders hohe Meinung von sich zu haben. Immerhin muss man froh sein, dass er sich nicht selbst in Streifen an die Gäste verfüttert …

Vorsicht mit Bindestrichen und Anführungszeichen auf der Speisekarte

Jenseits der begrifflichen Kuriosität ist da noch die Durchkopplungs-und-Anführungszeichen-Sache. Ein Chef-Salat könnte problemlos auch als Chefsalat geschrieben werden. Er ist in jedem Fall der Salat des Chefs bzw. nach Art des Chefs. Ein Salat-Chef ist aber der Chef des Salats – das ist wie beim Küchenchef und der Chefküche.

Die Anführungszeichen retten diese eigenwilligen Sprachkreationen auf der Speisekarte dann auch nicht mehr. Der „Salat-Chef“ braucht sie genauso wenig wie der „Chef-Salat“. Noch schräger wäre nur der „Chef“-Salat – denn damit würde der Chef zusätzlich zu verstehen geben, dass er gar nicht der Chef ist …

Nun ja, genug herumgestochert. Ich hatte beim Studieren der Salatkarte in diesem Lokal jedenfalls meinen Spaß und habe dann ein Schnitzel bestellt.

Beispiele für orthografisch originelle Speisekarten

Menschen, die Speisekarten schreiben, haben dieselben Rechtschreibfragen und -probleme wie andere Leute. Deswegen finde ich bei der Lektüre des Speisenangebots meist ähnliche Fehler wie beim Lesen von Korrespondenz: Falsche Groß- oder Kleinschreibung, fehlende oder falsch gesetzte Satzzeichen (besonders oft bei Komma, Apostroph und Anführungszeichen), falsch geschriebene Wörter. Hier eine kleine Auswahl:

Mit Dialekt? Gern, aber bitte ohne falschen Apostroph

Einst war auch ein großer Hans mal ein kleines Hänschen, das in der Gaststätte statt eines großen Tellers Suppe nur ein Tellerlein mit einem Süppchen bestellte. Gewiss aber bestellte kein Häns’chen jemals ein Teller’lein mit einem Süpp’chen. Die Verkleinerungsform (Diminutiv) wird im Deutschen nämlich nur durch das Anhängen der Verkleinerungssilbe -lein oder -chen gebildet. Weil dabei kein Buchstabe ausgelassen wird, brauchen wir dazu auch kein Auslassungszeichen (Apostroph).

Und wie ist das mit den Verkleinerungsformen im süddeutschen Dialekt?

Im Prinzip genauso, nur dass im Dialekt aus dem -lein ein -le oder -l geworden ist. Diese Endung wird einfach an den zu verkleinernden Begriff angehängt. Wenn also unser Hänsel ein kleiner Schwabe ist, bestellt er ein Süpple oder ein Brotzeitbrettle. Der bayerische Hansl wird dagegen ein Supperl oder Brotzeitbrettl bestellen.

Kein Hans’l, kein Brett’l, kein Apostroph beim Diminutiv!

Auf den Speisekarten im süddeutschen Raum halten sich diese überflüssigen Apostrophe trotzdem hartnäckig. Das ist aber nicht alpenländisch-authentisch, sondern schlicht falsch:

falsch gesetzter Apostroph auf einer Speisekarte

Übrigens wäre auch zu fragen, warum der Allgäuer Wurstsalat hier ein „Allgäuer Wurstsalat“ ist. Stimmt mit dem was nicht? Ist der gar nicht echt, sondern am Ende ein hochdeutscher Wurstsalat, der nur so tut, als ob er ein Allgäuer wäre? Das kann schon sein, denn der echte Allgäuer Wurstsalat wird mit Fleischwurst gemacht und ist nicht „vom Leberkäse“.

Groß- und Kleinschreibung auf der Speisekarte

In einem sehr netten Café gabelte ich diese orthografisch originelle Speisekarte auf:

Beispiel für eine orthografisch fragwürdige Speisekarte

Etwas Heißes für die kalten Tage ist zweifellos ein verlockendes Angebot. Aber da ist diese Sache mit der Groß- und Kleinschreibung: Als Adjektiv wird heiß kleingeschrieben. Wird der heiße Tee aber als was Heißes betrachtet, wird er zum Substantiv. Die schreibt man groß.

Eine ähnliche Herausforderung scheint die Tageszeit zu sein. Wer mittags ins Café geht, möchte dort vielleicht etwas zu Mittag essen. Hier haben wir es ebenfalls mit zwei Wortarten zu tun, nämlich mit einem Adverb (mittags) und einem Substantiv (Mittag).

Am Samstag und Sonntag gibt es übrigens keineswegs mittags Karte. Das wäre vielleicht auch ein bisschen trocken beim Kauen. Man darf vielmehr davon ausgehen, dass es mittags warme Gerichte gibt. Die stehen dann auf der Mittagskarte. Guten Appetit!

Zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln

Was auch immer das sein mag, was da aus der Nordsee kredenzt wird: Wohl bekomm’s!

originelle Speisekarten - Grabencocktail

Falls Sie sich für weitere Tipps zum korrekten Schreiben interessieren, empfehlen wir unsere Seiten Best of Rechtschreibung und Best of Satzzeichen.

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Schreibt man das mit d oder t? Diese Wörter werden besonders oft falsch geschrieben https://diebriefprofis-blog.de/d-oder-t-grad-grat-standard-standart-tod-tot/ https://diebriefprofis-blog.de/d-oder-t-grad-grat-standard-standart-tod-tot/#respond Tue, 30 Jun 2020 16:40:08 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3050 Grundsätzlich ist die Frage, ob man ein Wort mit d oder t schreibt, einfach zu […]

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Grundsätzlich ist die Frage, ob man ein Wort mit d oder t schreibt, einfach zu beantworten: „D“ ist richtig, wenn der Laut weich gesprochen wird, „t“ wird hart gesprochen. Im Einzelfall ist die Sache aber keineswegs so einfach. Nicht nur für Menschen, die Dialekt sprechen …

Wie halten Sie es bei diesen Wörtern mit d oder t?

Grad noch auf der Gratwanderung, und schon orthografisch abgestürzt sind die (erstaunlich vielen) Leute, die von einer „Gradwanderung“ berichten. Das sind aber nicht die einzigen Wörter, bei denen es bei der Überlegung d oder t häufig zu Fehlentscheidungen kommt.

Grad oder Grat?

Selbst in der Duden-Redaktion ist angekommen, dass man sich bei dieser Frage auf schwierigem Gelände befindet, denn unter dem Wort „Gratwanderung“ – und das ist die einzig richtige Schreibweise! – hat sie folgenden aufklärerischen Hinweis angebracht:

Der Grat in Gratwanderung ist die Bezeichnung für die oberste Kante eines Bergrückens und wird mit t geschrieben. Er ist nicht zu verwechseln mit der Temperatur- und Winkeleinheit Grad, die mit d geschrieben wird.

Und warum wird nun diese Wanderung auf dem Bergrücken so oft als Metapher verwendet? Wer schon einmal über einen schmalen Bergrücken gewandert ist, weiß es: Da geht es rechts und links steil hinunter, und wer über den Grat dazwischen schreitet, riskiert schon bei einem kleinen Fehltritt einen großen Absturz. Man muss also trittsicher in der Mitte bleiben, wenn man Unheil vermeiden will. Dieses Bild passt heute offensichtlich auf viele Lebenssituationen, sonst würde es nicht so häufig zitiert werden.

Das politische Ausbalancieren von Regelungen zur Seuchenprävention mit persönlichen Freiheitsrechten und wirtschaftlichen Erfordernissen ist so eine Gratwanderung. Immerhin lässt es sich bei zweistelligen (Temperatur-)Graden draußen angenehm wandern, egal ob über einen Grat oder in der Ebene.

Standards oder Standarte?

Brauchen wir beispielsweise beim Tierwohl höhere Standards? Oder etwa Standarte? Lassen sich solche Dinge überhaupt standardisieren? Oder würden Sie sie lieber standartisieren?

Bei dieser d-oder-t-Frage ist die Antwort eindeutig: d!

Warum das so ist? Das Wort „Standard“, das auf „d“ endet, wurde aus dem Englischen entlehnt. Es bedeutet „Normalmaß“ oder „Richtschnur“. Wer etwas standardisiert, schafft Normvorgaben dafür, vereinheitlicht es also.

Und was ist mit der Standarte? Das Wort gibt es schließlich auch!

Fies ist, dass etymologisch (also von der Wortherkunft her) gesehen der „Standard“ auf das altfranzösische Wort „estendard“ zurückgeht – und das bedeutet tatsächlich Standarte. Die Standarte wiederum ist auch etwas, an dem man sich orientiert, aber eben keine Normvorgabe, sondern ein Feldzeichen bzw. eine Fahne, um die sich die Truppen sammeln.

Aus einem Feldzeichen kann man allerdings kein Verb ableiten, weswegen niemand sprachlich korrekt etwas standartisieren kann.

Und wie ist das am Lebensende mit d oder t?

Tod oder tot – was ist richtig? Diese Frage lässt sich erfreulicherweise eindeutig beantworten, ohne lautmalerische Übungen oder etymologische Überlegungen anstellen zu müssen: Der Tod als Substantiv wird immer mit weichem d am Ende geschrieben. Als Adjektiv endet er dagegen mit einem harten t. Wen der Tod ereilt hat, der ist tot. Zumindest orthografisch ist das also eine einfache Sache.

Falls Sie sich für weitere oft gestellte Rechtschreibfragen interessieren, empfehlen wir einen Besuch auf unserer Übersichtsseite Best of Rechtschreibung.

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