Korrekt schreiben – www.diebriefprofis-blog.de https://diebriefprofis-blog.de Tipps zum Thema Schreiben im Beruf Mon, 20 Dec 2021 13:43:00 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.8.2 https://diebriefprofis-blog.de/wp-content/uploads/2019/01/Profilbild-2-150x150.jpg Korrekt schreiben – www.diebriefprofis-blog.de https://diebriefprofis-blog.de 32 32 Der oder das Laptop – wie ist das mit dem Genus bei englischen Wörtern im Deutschen? https://diebriefprofis-blog.de/der-oder-das-laptop-genus-bei-englischen-woertern-im-deutschen/ https://diebriefprofis-blog.de/der-oder-das-laptop-genus-bei-englischen-woertern-im-deutschen/#respond Fri, 13 Aug 2021 13:08:31 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3326 Heißt es nun der oder das Laptop, Notebook, Blog, Hashtag? Und gibt es eigentlich eine […]

Der Beitrag Der oder das Laptop – wie ist das mit dem Genus bei englischen Wörtern im Deutschen? erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Heißt es nun der oder das Laptop, Notebook, Blog, Hashtag? Und gibt es eigentlich eine Regel, nach der bei der Genus-Zuordnung von englischen Wörtern im Deutschen vorzugehen ist? Diese Fragen haben Sie sich vielleicht auch schon gestellt. Tatsächlich gibt es keine klare Regel zum Genus von Fremdwörtern im Deutschen. Wohl aber ein paar Grundsätze.

Grundsätze zum Genus von Fremdwörtern im Deutschen

Grundsatz 1: Fremdwörter bekommen oft im Deutschen das grammatische Geschlecht zugeordnet, das sie auch in der Ursprungssprache haben. So ist die Expertise im Deutschen wie im Französischen weiblich, der Esprit dagegen männlich. Bereits bei französischen Wörtern ergibt sich allerdings das Problem, dass das Deutsche drei grammatische Geschlechter kennt, das Französische aber nur zwei. Das Englische kennt für die meisten Nomen überhaupt nur ein Genus, Grundsatz 1 hilft also nicht weiter bei der Beantwortung der Frage, ob es nun der oder das Laptop heißt.

Grundsatz 2: Das Fremdwort bekommt häufig das Genus, das die deutsche Übersetzung oder ein sinnverwandter Begriff hat. Die wörtliche Übersetzung für Notebook ist Notizbuch, daher ist das Notebook im Deutschen sächlich. Hashtag bedeutet wörtlich „Doppelkreuzzeichen“, richtig ist also das Hashtag. Beim Laptop gibt es keine wörtliche Übersetzung; die deutsche Entsprechung wäre „Klapprechner“, demnach ist der Laptop grammatisch als männlich anzusehen.

Bei Blog wird die Sache schwieriger, denn dafür gibt es weder eine deutsche Übersetzung noch eine direkte Entsprechung. Man kann aber Grundsatz 2 anwenden und argumentieren, dass Blog ein Kofferwort aus web (Netz) und log (Tagebuch) ist. Demnach wäre die deutsche Bedeutung „Netz-Tagebuch“, womit das Blog eindeutig sächlich ist.

Trotz dieser überaus logischen Betrachtungen ist die Ausgangsfrage damit aber nicht eindeutig beantwortet.

Der oder das Laptop? Beides geht!

Denn im täglichen Sprachgebrauch orientieren sich viele Menschen nicht an diesen Grundsätzen. Vermutlich liegt es auch daran, dass beispielsweise die Herkunft des Wortes Blog den allermeisten Leuten nicht bekannt ist und sie es gar nicht als Kofferwort identifizieren. Dazu kommen regionale Sprachvorlieben: Im süddeutschen Raum wird tendenziell das maskuline Genus bevorzugt (hier ist zum Beispiel auch der Radio noch gebräuchlich), in Mitteldeutschland das neutrale.

Daher finden sich auch im Duden (28. Auflage) meist beide Varianten:

  • Blog, das, auch: der
  • Hashtag, das oder der
  • Laptop, der, auch: das

Man beachte die Reihenfolge der Empfehlungen: Zumindest die Duden-Redaktion bevorzugt das Blog/der Laptop; beim Hashtag ist sie unentschieden. Nur beim notizbuchartigen Rechner hat sie klar Stellung für das Notebook bezogen.

Falls Sie sich für weitere Themen rund um Fremdwörter im Deutschen interessieren, empfehle ich Ihnen auch meine Beiträge über die Pluralbildung von Fremdwörtern sowie über zusammengesetzte englische Begriffe im Deutschen.

Der Beitrag Der oder das Laptop – wie ist das mit dem Genus bei englischen Wörtern im Deutschen? erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/der-oder-das-laptop-genus-bei-englischen-woertern-im-deutschen/feed/ 0
Nicht steigerbare Adjektive – wo mehr nicht besser ist https://diebriefprofis-blog.de/nicht-steigerbare-adjektive-wo-mehr-nicht-besser-ist/ https://diebriefprofis-blog.de/nicht-steigerbare-adjektive-wo-mehr-nicht-besser-ist/#respond Wed, 20 Jan 2021 12:03:57 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3272 Nicht steigerbare Adjektive sind Ausnahmen, denn in der Regel lassen Adjektive sich steigern. Grundsätzlich sind […]

Der Beitrag Nicht steigerbare Adjektive – wo mehr nicht besser ist erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Nicht steigerbare Adjektive sind Ausnahmen, denn in der Regel lassen Adjektive sich steigern. Grundsätzlich sind Adjektive sehr nützlich, wenn es darum geht, Dinge und Personen näher zu beschreiben und zu charakterisieren. Die Steigerung in der ersten (Komparativ) und zweiten Stufe (Superlativ) kann dabei einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringen. So kann eine Charakterisierung zutreffend sein, eine andere zutreffender (Komparativ) und die dritte am zutreffendsten (Superlativ). Eine E-Mail kann gut verständlich sein, die nächste besser verständlich und die dritte am verständlichsten.

Neulich schrieb mir aber ein Kunde, eine bestimmte Textfassung sei „am optimalsten“. Das war mir dann doch des Guten zu viel. Das Optimale ist schließlich bereits das Beste bzw. Bestmögliche. Demnach wäre das „Optimalste“ das Best-Bestmögliche und damit eine Über-Steigerung, die keinen rechten Sinn ergibt.

Welche Adjektive Sie nicht steigern sollten

Im Grunde ist es einfach: Alles, was bereits einen absoluten Charakter hat, lässt sich nicht sinnvoll steigern.

Der einzige Zeuge ist eben nur einer. Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, aus ihm einen „einzigsten“ Zeugen zu machen – der ist immer noch eine Person, nicht mehr und nicht weniger.

Wenn die Geschwindigkeit maximal ist, ist sie bereits die höchste, mehr geht nicht. Sind die Kosten minimal, also so niedrig wie möglich, können sie nicht mehr sinken.

Ähnlich ist es beim allerersten und beim allerletzten Posten auf der Liste oder auch bei einer allumfassenden Betrachtung. Was sollte davor, danach oder darüber hinaus noch kommen?

Weitere nicht steigerbare Adjektive

Bei den meisten Beispielen wird sich Ihnen sofort erschließen, warum eine Steigerung keinen Sinn hat.

  • tot
  • schwanger
  • satt
  • vollkommen, ideal, perfekt
  • unvergleichlich
  • unverzeihlich
  • falsch
  • richtig

Bei anderen kommen Sie vielleicht ins Grübeln:

Was ist zum Beispiel mit voll und vollst?

Ein Glas kann voll sein oder leer. Je nach Betrachtungsweise kann es auch halb voll oder halb leer sein. Wenn es bereits voll ist, kann es aber nicht noch voller oder „vollst“ sein. Übrigens kann es auch nicht leerer als leer oder gar „leerst“ sein, denn wenn es leer ist, ist ja schon nichts mehr drin.

Sie könnten jetzt einwenden, dass man aber doch im Arbeitszeugnis „vollste Zufriedenheit“ mit den Leistungen eines Arbeitnehmers bescheinigen müsse, wenn man eine Note 1 geben will. „Volle Zufriedenheit“ gilt nur als Note 2.

Tatsächlich weicht die juristische Fachsprache leider sehr häufig von dem ab, was ich als guten und verständlichen Stil bezeichnen würde. Trotzdem müssen Sie nicht resignieren. Sie könnten im Zeugnis beispielsweise auch schreiben, dass die Leistungen „außerordentlich zufriedenstellend“ ausgefallen sind oder dass die betreffende Person „durchgehend überdurchschnittliche Leistungen“ erbracht hat.

Das ist semantisch sinnvoll und dürfte auch Juristen zufriedenstellen. Manche vielleicht mehr, andere weniger, aber immerhin keinen vollst oder leerst …

Wenn Sie sich für weitere Schreibtipps interessieren, die sich um Stilfragen drehen, empfehle ich Ihnen auch meinen Blogpost zu Füllwörtern und den Beitrag zu unnötigen Vorsilben.

Der Beitrag Nicht steigerbare Adjektive – wo mehr nicht besser ist erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/nicht-steigerbare-adjektive-wo-mehr-nicht-besser-ist/feed/ 0
Formal korrekt schreiben nach der DIN 5008:2020 https://diebriefprofis-blog.de/formal-korrekt-schreiben-nach-din-5008-2020/ https://diebriefprofis-blog.de/formal-korrekt-schreiben-nach-din-5008-2020/#respond Wed, 09 Sep 2020 14:00:22 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3132 Seit dem Frühjahr 2020 gilt die DIN 5008-2020, in der die aktuellen Schreib- und Gestaltungsregeln […]

Der Beitrag Formal korrekt schreiben nach der DIN 5008:2020 erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Seit dem Frühjahr 2020 gilt die DIN 5008-2020, in der die aktuellen Schreib- und Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung festgelegt sind. Das Deutsche Institut für Normung e. V. hatte sich neun Jahre Zeit gelassen, um die Vorgängerfassung aus dem Jahr 2011 zu überarbeiten.

Das ist neu in der DIN 5008:2020

Die auffälligste Neuerung sind die zusätzlichen Abschnitte, in denen Regelungen zur Gestaltung von Präsentationen, Protokollen und der Dateiablage enthalten sind. Ob diese tatsächlich so regelungsbedürftig sind, dass sie gleich in die Norm aufgenommen werden müssen, lasse ich mal dahingestellt. Jedenfalls sind die „Vorschriften“ in diesen Abschnitten recht vage formuliert. So heißt es beispielsweise zu Überschriften in Präsentationen, sie sollten „prägnant formuliert und in einem einheitlichen Stil und Layout“ gestaltet sein. Das war es dann auch schon.

Für die Geschäftskorrespondenz relevant sind im Wesentlichen die Neuerungen, die den Briefbogen, Schreiben zu besonderen Anlässen und die E-Mail betreffen.

So wird der Briefbogen korrekt nach DIN 5008:2020 gestaltet

  • Es ist nur noch ein hoch- oder tiefgestelltes Anschriftfeld erlaubt, in das die Zusatz- und Vermerkzone integriert ist. Insgesamt stehen dafür elf Zeilen zur Verfügung.
  • Alle Kommunikationsangaben dürfen nur noch in einen Informationsblock gepackt werden, der sich rechts neben dem Anschriftfeld befindet. Eine Bezugszeichen- und Kommunikationszeile unter dem Anschriftfeld ist damit nicht mehr DIN-gerecht.
  • Der Betreff wird zwei Leerzeilen nach dem Informationsblock geschrieben; er darf mehrere Zeilen umfassen. Falls im Betreff bereits sensible Angaben enthalten sind, darf es ein bis zwei Leerzeilen tiefer beginnen. Das soll verhindern, dass die kritischen Inhalte im Sichtfenster gelesen werden können, wenn das Schreiben beim Versand im Umschlag verrutscht.
  • Zertifizierungen des Unternehmens dürfen in den Briefkopf oder in die Fußzeile zu den Geschäftsangaben aufgenommen werden.

Für Schreiben zu besonderen Anlässen gelten spezielle Empfehlungen

Was schon bisher üblich war, fordert die DIN 5008:2020 nun auch: Für Arbeitszeugnisse, Gratulationen, Gratifikations- und Kondolenzschreiben soll kein normales Briefpapier mit Anschriftfeld, Informationsblock und den Geschäftsangaben in der Fußzeile verwendet werden. Stattdessen sollen „besondere Briefblätter der Geschäfts- oder Personalleitung“ verwendet werden, gerne auf edlerem Papier.

Diese Schreiben sollen nicht mehr als eine Seite umfassen und nicht in einem Briefumschlag mit Sichtfenster versendet werden. Um ein optisch ansprechendes Gesamtbild zu erzeugen, darf man bei Bedarf die Seitenränder und den Zeilenabstand (auf 1,5 oder 2) vergrößern.

Das Datum sollte in diesen besonderen Schreiben alphanumerisch geschrieben werden, überhaupt sind Zahlen möglichst auszuschreiben.

Das sagt die DIN 5008:2020 zu E-Mails und andere elektronischen Kommunikationsformen

Auch für diesen Bereich wurden zusätzliche, teilweise recht detaillierte Regelungen und Empfehlungen aufgenommen, von denen einige ohnehin bereits etabliert sind. So heißt es zum Beispiel, man solle bei der Beantwortung oder Weiterleitung einer E-Mail prüfen, ob der Betreff angepasst werden muss, zumindest ergänzt um eine Abkürzung wie AW: oder FW:. Außerdem soll man Schriftart, -größe und -farbe durch Voreinstellungen dem Coporate Design anpassen und den Text einzeilig als Fließtext und ohne Worttrennungen schreiben.

Für derartige Banalitäten bräuchte man nicht unbedingt eine eigene Norm!

Tatsächlich neu und interessant sind die Regelungen zu Emoticons bzw. Emojis und Schreiben an mehrere bekannte Empfänger:

Emoticons und Emojis im Geschäftsbrief

Die DIN 5008:2020 empfiehlt, sie bei geschäftlichen Erstkontakten gar nicht und danach nur sparsam einzusetzen (so weit, so banal). Was nicht jedem klar sein dürfte, ist aber folgende Feststellung:

„Emojis ersetzen keine Satzzeichen.“

Das Emoticon/Emoji sollte deswegen hinter den Punkt bzw. das Ausrufe- oder Fragezeichen gesetzt werden, wenn es sich auf den ganzen Satz bezieht.

Ich hoffe, das war für Sie verständlich. 🙂

Ich hoffe sehr ;-), dass ich Sie damit nicht verwirrt habe.

Ansprache einzelner Personen bei Schreiben an mehrere Empfänger

Es hatte sich bisher bereits etabliert, hat nun aber auch die ausdrückliche Zustimmung der DIN 5008:2020: Wenn Sie eine E-Mail an mehrere Empfänger, etwa an Frau Maier, Herrn Müller und Frau Schmidt schreiben, können Sie die Personen im Text einzeln mit dem @-Zeichen davor ansprechen.

Liebes Team,

ich freue mich, Sie morgen zu sehen …

@ Frau Maier: Könnten Sie mir die Präsentation heute noch schicken?

@ Herr Müller: Bitte denken Sie daran, den Raum zu reservieren.

Vielen Dank!

Falls Sie sich noch mehr Gedanken darüber machen, wie Sie formal korrekt schreiben, interessiert Sie sicher unser Beitrag zur korrekten Schreibweise des Datums und der Blogpost zum richtigen Einsatz von Leerzeichen in Verbindung mit Satzzeichen.

Das ist neu in der DIN 5008:2020
Pin it!

Der Beitrag Formal korrekt schreiben nach der DIN 5008:2020 erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/formal-korrekt-schreiben-nach-din-5008-2020/feed/ 0
Originelle Speisekarten – eine vorwiegend orthografische Menükritik https://diebriefprofis-blog.de/orthografisch-und-sprachlich-originelle-speisekarten/ https://diebriefprofis-blog.de/orthografisch-und-sprachlich-originelle-speisekarten/#respond Tue, 04 Aug 2020 12:38:52 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3079 Immer wieder stoße ich in Restaurants und Cafés auf besonders originelle Speisekarten. Als Briefprofi kann […]

Der Beitrag Originelle Speisekarten – eine vorwiegend orthografische Menükritik erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Immer wieder stoße ich in Restaurants und Cafés auf besonders originelle Speisekarten. Als Briefprofi kann ich da mitunter nicht widerstehen: Ich muss sie einfach fotografieren und kommentieren. Diese Menükritik ist allerdings rein sprachlich und orthografisch gemeint – als Restauranttesterin bin ich Laie und halte mich raus.

Meine Lieblingsbeispiele für unfreiwillig komische Speisekarten

Natürlich ist es gar nicht so einfach, jedem Gericht auf der Karte einen ansprechenden und unverwechselbaren Namen zu geben. Manchmal misslingt das auf recht erheiternde Weise.

Feines Lokal, skurrile Karte

Es ist eine etwas seltsame Mode, Gerichte auf der Speisekarte mit einem bestimmten Artikel zu versehen. Dann gibt es eben kein unbestimmtes Paniertes Schnitzel, sondern Das Schnitzel nach Wiener Art. Besonders originell wird das Ergebnis, wenn dann noch die Groß- und Kleinschreibung durcheinandergeraten und konsequent auf Bindestriche verzichtet wird.

Orthografisch originelle Speisekarte

Wenn das Wetter es wieder erlaubt, werde ich demnächst ins Eiscafé gehen. Dann bestelle ich wahrscheinlich

Die Kugel Vanille Eis, Die Schoko Soße & Die Geschlagene Sahne
von der Allgäuer Kuh

Oder vielleicht doch nur Vanilleeis mit Schokosoße und Sahne?

Der Chef im Salat

Ein Chef-Salat findet sich auf so mancher Speisekarte. Typischerweise handelt es sich dabei um eine deftige Kreation mit Eiern, mehreren Fleischsorten, Gurken und Käse.

Auf dieser Karte herrscht eine besondere Ordnung: Im Hähnchen-Salat sind (logischerweise) Hähnchenstreifen, im Zander-Salat Zanderstreifen und im Chef-Salat … äh …

Der Chef im Salat - Beispiel für originelle Speisekarten

Was sagt uns das über den Chef des Hauses? Er scheint keine besonders hohe Meinung von sich zu haben. Immerhin muss man froh sein, dass er sich nicht selbst in Streifen an die Gäste verfüttert …

Vorsicht mit Bindestrichen und Anführungszeichen auf der Speisekarte

Jenseits der begrifflichen Kuriosität ist da noch die Durchkopplungs-und-Anführungszeichen-Sache. Ein Chef-Salat könnte problemlos auch als Chefsalat geschrieben werden. Er ist in jedem Fall der Salat des Chefs bzw. nach Art des Chefs. Ein Salat-Chef ist aber der Chef des Salats – das ist wie beim Küchenchef und der Chefküche.

Die Anführungszeichen retten diese eigenwilligen Sprachkreationen auf der Speisekarte dann auch nicht mehr. Der „Salat-Chef“ braucht sie genauso wenig wie der „Chef-Salat“. Noch schräger wäre nur der „Chef“-Salat – denn damit würde der Chef zusätzlich zu verstehen geben, dass er gar nicht der Chef ist …

Nun ja, genug herumgestochert. Ich hatte beim Studieren der Salatkarte in diesem Lokal jedenfalls meinen Spaß und habe dann ein Schnitzel bestellt.

Beispiele für orthografisch originelle Speisekarten

Menschen, die Speisekarten schreiben, haben dieselben Rechtschreibfragen und -probleme wie andere Leute. Deswegen finde ich bei der Lektüre des Speisenangebots meist ähnliche Fehler wie beim Lesen von Korrespondenz: Falsche Groß- oder Kleinschreibung, fehlende oder falsch gesetzte Satzzeichen (besonders oft bei Komma, Apostroph und Anführungszeichen), falsch geschriebene Wörter. Hier eine kleine Auswahl:

Mit Dialekt? Gern, aber bitte ohne falschen Apostroph

Einst war auch ein großer Hans mal ein kleines Hänschen, das in der Gaststätte statt eines großen Tellers Suppe nur ein Tellerlein mit einem Süppchen bestellte. Gewiss aber bestellte kein Häns’chen jemals ein Teller’lein mit einem Süpp’chen. Die Verkleinerungsform (Diminutiv) wird im Deutschen nämlich nur durch das Anhängen der Verkleinerungssilbe -lein oder -chen gebildet. Weil dabei kein Buchstabe ausgelassen wird, brauchen wir dazu auch kein Auslassungszeichen (Apostroph).

Und wie ist das mit den Verkleinerungsformen im süddeutschen Dialekt?

Im Prinzip genauso, nur dass im Dialekt aus dem -lein ein -le oder -l geworden ist. Diese Endung wird einfach an den zu verkleinernden Begriff angehängt. Wenn also unser Hänsel ein kleiner Schwabe ist, bestellt er ein Süpple oder ein Brotzeitbrettle. Der bayerische Hansl wird dagegen ein Supperl oder Brotzeitbrettl bestellen.

Kein Hans’l, kein Brett’l, kein Apostroph beim Diminutiv!

Auf den Speisekarten im süddeutschen Raum halten sich diese überflüssigen Apostrophe trotzdem hartnäckig. Das ist aber nicht alpenländisch-authentisch, sondern schlicht falsch:

falsch gesetzter Apostroph auf einer Speisekarte

Übrigens wäre auch zu fragen, warum der Allgäuer Wurstsalat hier ein „Allgäuer Wurstsalat“ ist. Stimmt mit dem was nicht? Ist der gar nicht echt, sondern am Ende ein hochdeutscher Wurstsalat, der nur so tut, als ob er ein Allgäuer wäre? Das kann schon sein, denn der echte Allgäuer Wurstsalat wird mit Fleischwurst gemacht und ist nicht „vom Leberkäse“.

Groß- und Kleinschreibung auf der Speisekarte

In einem sehr netten Café gabelte ich diese orthografisch originelle Speisekarte auf:

Beispiel für eine orthografisch fragwürdige Speisekarte

Etwas Heißes für die kalten Tage ist zweifellos ein verlockendes Angebot. Aber da ist diese Sache mit der Groß- und Kleinschreibung: Als Adjektiv wird heiß kleingeschrieben. Wird der heiße Tee aber als was Heißes betrachtet, wird er zum Substantiv. Die schreibt man groß.

Eine ähnliche Herausforderung scheint die Tageszeit zu sein. Wer mittags ins Café geht, möchte dort vielleicht etwas zu Mittag essen. Hier haben wir es ebenfalls mit zwei Wortarten zu tun, nämlich mit einem Adverb (mittags) und einem Substantiv (Mittag).

Am Samstag und Sonntag gibt es übrigens keineswegs mittags Karte. Das wäre vielleicht auch ein bisschen trocken beim Kauen. Man darf vielmehr davon ausgehen, dass es mittags warme Gerichte gibt. Die stehen dann auf der Mittagskarte. Guten Appetit!

Zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln

Was auch immer das sein mag, was da aus der Nordsee kredenzt wird: Wohl bekomm’s!

originelle Speisekarten - Grabencocktail

Falls Sie sich für weitere Tipps zum korrekten Schreiben interessieren, empfehlen wir unsere Seiten Best of Rechtschreibung und Best of Satzzeichen.

Der Beitrag Originelle Speisekarten – eine vorwiegend orthografische Menükritik erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/orthografisch-und-sprachlich-originelle-speisekarten/feed/ 0
Schreibt man das mit d oder t? Diese Wörter werden besonders oft falsch geschrieben https://diebriefprofis-blog.de/d-oder-t-grad-grat-standard-standart-tod-tot/ https://diebriefprofis-blog.de/d-oder-t-grad-grat-standard-standart-tod-tot/#respond Tue, 30 Jun 2020 16:40:08 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3050 Grundsätzlich ist die Frage, ob man ein Wort mit d oder t schreibt, einfach zu […]

Der Beitrag Schreibt man das mit d oder t? Diese Wörter werden besonders oft falsch geschrieben erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Grundsätzlich ist die Frage, ob man ein Wort mit d oder t schreibt, einfach zu beantworten: „D“ ist richtig, wenn der Laut weich gesprochen wird, „t“ wird hart gesprochen. Im Einzelfall ist die Sache aber keineswegs so einfach. Nicht nur für Menschen, die Dialekt sprechen …

Wie halten Sie es bei diesen Wörtern mit d oder t?

Grad noch auf der Gratwanderung, und schon orthografisch abgestürzt sind die (erstaunlich vielen) Leute, die von einer „Gradwanderung“ berichten. Das sind aber nicht die einzigen Wörter, bei denen es bei der Überlegung d oder t häufig zu Fehlentscheidungen kommt.

Grad oder Grat?

Selbst in der Duden-Redaktion ist angekommen, dass man sich bei dieser Frage auf schwierigem Gelände befindet, denn unter dem Wort „Gratwanderung“ – und das ist die einzig richtige Schreibweise! – hat sie folgenden aufklärerischen Hinweis angebracht:

Der Grat in Gratwanderung ist die Bezeichnung für die oberste Kante eines Bergrückens und wird mit t geschrieben. Er ist nicht zu verwechseln mit der Temperatur- und Winkeleinheit Grad, die mit d geschrieben wird.

Und warum wird nun diese Wanderung auf dem Bergrücken so oft als Metapher verwendet? Wer schon einmal über einen schmalen Bergrücken gewandert ist, weiß es: Da geht es rechts und links steil hinunter, und wer über den Grat dazwischen schreitet, riskiert schon bei einem kleinen Fehltritt einen großen Absturz. Man muss also trittsicher in der Mitte bleiben, wenn man Unheil vermeiden will. Dieses Bild passt heute offensichtlich auf viele Lebenssituationen, sonst würde es nicht so häufig zitiert werden.

Das politische Ausbalancieren von Regelungen zur Seuchenprävention mit persönlichen Freiheitsrechten und wirtschaftlichen Erfordernissen ist so eine Gratwanderung. Immerhin lässt es sich bei zweistelligen (Temperatur-)Graden draußen angenehm wandern, egal ob über einen Grat oder in der Ebene.

Standards oder Standarte?

Brauchen wir beispielsweise beim Tierwohl höhere Standards? Oder etwa Standarte? Lassen sich solche Dinge überhaupt standardisieren? Oder würden Sie sie lieber standartisieren?

Bei dieser d-oder-t-Frage ist die Antwort eindeutig: d!

Warum das so ist? Das Wort „Standard“, das auf „d“ endet, wurde aus dem Englischen entlehnt. Es bedeutet „Normalmaß“ oder „Richtschnur“. Wer etwas standardisiert, schafft Normvorgaben dafür, vereinheitlicht es also.

Und was ist mit der Standarte? Das Wort gibt es schließlich auch!

Fies ist, dass etymologisch (also von der Wortherkunft her) gesehen der „Standard“ auf das altfranzösische Wort „estendard“ zurückgeht – und das bedeutet tatsächlich Standarte. Die Standarte wiederum ist auch etwas, an dem man sich orientiert, aber eben keine Normvorgabe, sondern ein Feldzeichen bzw. eine Fahne, um die sich die Truppen sammeln.

Aus einem Feldzeichen kann man allerdings kein Verb ableiten, weswegen niemand sprachlich korrekt etwas standartisieren kann.

Und wie ist das am Lebensende mit d oder t?

Tod oder tot – was ist richtig? Diese Frage lässt sich erfreulicherweise eindeutig beantworten, ohne lautmalerische Übungen oder etymologische Überlegungen anstellen zu müssen: Der Tod als Substantiv wird immer mit weichem d am Ende geschrieben. Als Adjektiv endet er dagegen mit einem harten t. Wen der Tod ereilt hat, der ist tot. Zumindest orthografisch ist das also eine einfache Sache.

Falls Sie sich für weitere oft gestellte Rechtschreibfragen interessieren, empfehlen wir einen Besuch auf unserer Übersichtsseite Best of Rechtschreibung.

Der Beitrag Schreibt man das mit d oder t? Diese Wörter werden besonders oft falsch geschrieben erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/d-oder-t-grad-grat-standard-standart-tod-tot/feed/ 0
Der Strichpunkt – das unterschätzte Satzzeichen https://diebriefprofis-blog.de/strichpunkt-semikolon-richtig-setzen/ https://diebriefprofis-blog.de/strichpunkt-semikolon-richtig-setzen/#respond Mon, 25 May 2020 09:00:33 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3032 Der Strichpunkt ist heute ein Exot unter den Satzzeichen; viele Menschen, die beruflich schreiben, verwenden […]

Der Beitrag Der Strichpunkt – das unterschätzte Satzzeichen erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Der Strichpunkt ist heute ein Exot unter den Satzzeichen; viele Menschen, die beruflich schreiben, verwenden ihn überhaupt nicht. Das ist aber schade, denn das Semikolon, so der „feinere“ Name des Strichpunkts, ermöglicht Nuancierungen im Text, die ohne ihn einfach wegfallen – und dann fehlen.

Der Strichpunkt: eine Kurzvorstellung

Ein Punkt ist eine klare Sache: Wo er steht, ist der Satz zu Ende. Wenn innerhalb eines Satzes gegliedert werden muss, setzt man ein Komma. Der Strichpunkt besteht dagegen aus einem Punkt und einem Komma, und dieses Erscheinungsbild ist Programm: Das Semikolon setzt man dort, wo ein Punkt zu stark wäre, ein Komma aber zu schwach.

Wann genau ein Punkt „zu stark“ und das Komma „zu schwach“ ist, lässt sich nicht eindeutig sagen; es hängt davon ab, wie der oder die Schreibende das empfindet. Das Semikolon steht also für einen gewissen Interpretationsspielraum, für Mehrdeutigkeit und damit eben nicht für klare Regeln (richtig/falsch). Vermutlich ist das der Grund, warum viele Menschen beim Schreiben im Zweifelsfall auf den Strichpunkt verzichten und sich für die – vermeintliche – Eindeutigkeit entscheiden.

„Das Semikolon ist das Zeichen der Unentschiedenen, der Zauderer, der Grenzgänger, der Wanderer zwischen den Welten. Wir brauchen es.“

Juli Zeh, zitiert in Autoren über das Semikolon

Das gilt keineswegs nur für literarisches Schreiben. Der Strichpunkt hat auch in Sachtexten seine Berechtigung. Vergleichen Sie beispielsweise die Wirkung folgender Sätze:

„Wir müssen die Kosten im Personalbereich senken, das gilt auch für die Ausbildung.“

Das wirkt nüchtern und emotionslos.

„Wir müssen die Kosten im Personalbereich senken. Das gilt auch für die Ausbildung.“

Das ist die knallharte Variante.

„Wir müssen die Kosten im Personalbereich senken; das gilt auch für die Ausbildung.“

Hier scheint ein leichtes Zögern, ein Hauch von Bedauern auf; dafür sorgt das Semikolon.

Was Sie sonst noch über das Semikolon wissen sollten

Es hat grundsätzlich nebenordnende Funktion. Deswegen steht es nie zwischen einem Haupt- und einem Nebensatz. Meistens steht es zwischen Hauptsätzen, manchmal auch in Aufzählungen, in denen Zusammengehörendes gruppiert werden soll.

Beispiel für den Strichpunkt in einer Aufzählung:

„Schriftliche Kommunikation ist mehr als eine Anhäufung von Buchstaben, Wörtern, Sätzen; Zeichen und Symbolen.“

Die Mehrzahl von Semikolon ist übrigens Semikola oder Semikolons.

Mehr über die Funktion und den richtigen Einsatz der diversen Satzzeichen finden Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Satzzeichen.

Der Beitrag Der Strichpunkt – das unterschätzte Satzzeichen erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/strichpunkt-semikolon-richtig-setzen/feed/ 0
Recht haben oder recht haben – das ist hier die (Rechtschreib-)Frage https://diebriefprofis-blog.de/recht-haben-gross-oder-kleinschreibung/ https://diebriefprofis-blog.de/recht-haben-gross-oder-kleinschreibung/#respond Mon, 20 Apr 2020 08:40:28 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=2941 Wenn Sie etwas kontrovers diskutieren, möchten Sie dann am Ende Recht haben oder recht haben […]

Der Beitrag Recht haben oder recht haben – das ist hier die (Rechtschreib-)Frage erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Wenn Sie etwas kontrovers diskutieren, möchten Sie dann am Ende Recht haben oder recht haben bzw. recht behalten? Setzen Sie sich am Ende zu recht oder zu Recht durch? Und wie finden Sie sich mit der Groß- und Kleinschreibung in diesen Rechtsfragen zurecht?

Recht oder recht – grundsätzlich ist die Antwort einfach

Grundsätzlich werden im Deutschen Adjektive und Adverbien kleingeschrieben, Substantive werden dagegen großgeschrieben. Entsprechend schreibt man „recht“ klein, wenn es Antwort auf die Frage gibt, wie etwas ist oder geschieht:

Es ist mir recht.

Es ist nur recht und billig.

Das ist jetzt nicht der rechte Zeitpunkt.

Das ist ein recht günstiges Angebot.

Man kann es ihr sowieso nicht recht machen.

Da hast du völlig recht.

Gehe ich recht in der Annahme, dass …?

Es geschieht ihm recht.

Das Recht als Substantiv schreibt man dagegen groß:

Sie hat das Recht auf ihrer Seite.

Ich kenne meine Rechte.

Von Rechts wegen dürfte er gar nicht hier sein.

Ein Richter muss Recht sprechen, wenn jemand das Recht verletzt hat.

Jeder muss sehen, wie er zu seinem Recht kommt.

Sie besteht mit vollem Recht auf ihrem Recht.

Recht haben oder recht haben – im Detail ist die Antwort zweideutig

Es gibt eine Reihe von Redewendungen, bei denen nicht eindeutig klar ist, ob es sich um einen adjektivischen oder substantivischen Gebrauch des Wörtchens recht/Recht handelt. Bei diesen sind deswegen beide Schreibweisen korrekt.

Recht haben – recht haben

Recht daran tun – recht daran tun

jemandem Recht geben – jemandem recht geben

Recht bekommen – recht bekommen

Recht behalten – recht behalten

Auf die Frage „Ist Recht haben oder recht haben richtig?“ lautet die Antwort also: Beides ist korrekt. Im Duden wird aber jeweils die Kleinschreibung empfohlen.

Vorsicht bei zu Recht – zurecht

Sie hat völlig zu Recht darauf bestanden, den Vertrag einzuhalten.

Gemeint ist: Das Recht ist auf ihrer Seite. Da das Recht als Substantiv gebraucht wird, schreibt man es groß.

Anders sieht es beim Präfix zurecht- aus, das nur im Zusammenhang mit Verben auftaucht. Es wird kleingeschrieben:

Wie soll man sich da noch zurechtfinden?

Damit komme ich nicht zurecht.

Sie hatte sich nett zurechtgemacht.

Ich hoffe, dass Sie dank dieser Ausführungen nun bestens im Bilde sind, was die rechte Anwendung der Redewendungen rund ums Recht angeht.

Um die Groß- und Klein- bzw. Getrennt- und Zusammenschreibung geht es auch bei unseren Posts zu den substantivierten Verben und zur Frage: zur Zeit oder zurzeit? Weitere Antworten auf typische Fragen zur Orthografie finden Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Rechtschreibung.

Der Beitrag Recht haben oder recht haben – das ist hier die (Rechtschreib-)Frage erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/recht-haben-gross-oder-kleinschreibung/feed/ 0
Schreibt man das Zahlwort Null groß oder klein? https://diebriefprofis-blog.de/schreibt-man-null-gross-oder-klein/ https://diebriefprofis-blog.de/schreibt-man-null-gross-oder-klein/#respond Mon, 16 Mar 2020 11:00:46 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=2982 Zahlwörter bis zwölf werden üblicherweise ausgeschrieben, also nicht in Ziffern, sondern in Buchstaben zu Papier […]

Der Beitrag Schreibt man das Zahlwort Null groß oder klein? erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Zahlwörter bis zwölf werden üblicherweise ausgeschrieben, also nicht in Ziffern, sondern in Buchstaben zu Papier gebracht. Gleiches gilt für für die Zahl Null. Aber wie sieht es mit der Schreibung aus? Da stellt sich die Frage: Schreibt man das Zahlwort Null groß oder klein? Erfreulicherweise sind hier die neuen Rechtschreibregeln sehr einfach und ersparen uns manche Grübelei.

Die Grundregel: Kleinschreibung

Null wird als Zahlwort in den meisten Fällen kleingeschrieben (außer natürlich am Satzanfang). Beispiele:

  • Ich habe null Bock auf diese Diskussion.
  • Das Ergebnis ist null.
  • Sie hat null Fehler in der Klassenarbeit.
  • Die Zahl muss mit null malgenommen werden.
  • Dieses Argument ist null und nichtig.
  • Der Wasserzähler steht auf null.
  • Lass uns bei der Vermittlung dieser komplizierten Thematik am besten bei null anfangen.

Die Ausnahme: Großschreibung

Wenn die Null, wie hier in diesem Satz, offensichtlich als Hauptwort verwendet wird, schreibt man sie als Wort groß. Dass die Null hier als Substantiv dient, merken Sie ganz einfach: Hier lässt sich der bestimmte Artikel „die“ oder der unbestimmte Artikel „eine“ voranstellen. Auch ein Hauptwort direkt davor, das die Null näher beschreibt, ist ein Indiz für eine solche Substantivierung. Beispiele:

  • Er wählte als Zufallszahl die Null.
  • Die Ziffer Null hinter dem Komma ist mir am liebsten.
  • Das Zahlwort Null wird nur in Ausnahmefällen großgeschrieben.
  • Im Sport bin ich eine Null.
  • Diese verflixte Null darf niemals im Nenner einer Bruchzahl stehen!

Diese Regeln gelten auch für alle anderen Zahlwörter

Übrigens gilt das, was Sie hier über die Null lesen, auch für alle anderen ausgeschriebenen Zahlwörter. „Die Uhr schlägt gleich zwölf“, wird also kleingeschrieben. „Der Uhrzeiger rückt unerbittlich auf die Zwölf vor“, erfordert dagegen eine Großschreibung. Alles klar? Dann wissen Sie ja jetzt, was zu tun ist, wenn Sie bei den Zahlwörtern mal wieder null Ahnung haben …

Weitere Antworten auf häufige Orthografiefragen finden Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Rechtschreibung.

Der Beitrag Schreibt man das Zahlwort Null groß oder klein? erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/schreibt-man-null-gross-oder-klein/feed/ 0
Lustige Rechtschreibfehler: Unsere besten Fundstücke aus dem Netz https://diebriefprofis-blog.de/lustige-rechtschreibfehler-unsere-besten-fundstuecke-aus-dem-netz/ https://diebriefprofis-blog.de/lustige-rechtschreibfehler-unsere-besten-fundstuecke-aus-dem-netz/#comments Tue, 18 Feb 2020 09:33:01 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=2949 Gerade in den Sozialen Medien tippt man oft schnell mit dem Smartphone einen Kommentar oder […]

Der Beitrag Lustige Rechtschreibfehler: Unsere besten Fundstücke aus dem Netz erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Gerade in den Sozialen Medien tippt man oft schnell mit dem Smartphone einen Kommentar oder einen Post und produziert aus Unachtsamkeit lustige Rechtschreibfehler. Die Autovervollständigung ist dabei auch sehr „hilfreich“. Da wir berufsbedingt einen aufmerksamen Blick für Orthografisches haben, bleiben wir an solchen Fehlern regelmäßig hängen und haben hier für Sie eine Auswahl unserer „Lieblingsverschreiber“ zusammengestellt:

Lustige Rechtschreibfehler aus dem Web

Die Begriffe rund ums Internet sind ja oft etwas technokratisch. Da ist es nett, wenn aus der technischen Plattform mit der Blattform eine eher botanische Angelegenheit wird …

Lustige Rechtschreibfehler im Netz: Blattform statt Plattform

Das Boxspringbett mal anders – ein Schelm, wer dabei an Akrobatisches denkt:

Lustige Rechtschreibfehler - Bockspringbett statt Boxspringbett

Vom Schwarmwissen zum Charmewissen – eigentlich eine charmante Idee

Lustige Rechtschreibfehler - wenn das Schwarmwissen zum Charmewissen wird

Manche Schreibweisen sorgen zwar beim Leser für Kopfzerbrechen. Das aber ist kein Verbrechen!

Kopfzerbrechen einmal anders

In der Grippezeit kann man sich bei den Krippen schon mal vertippen:

Grippe oder Krippe, das ist hier die Frage

Manche Verschreiber sind einfach zum Liebhaben. Zum Beispiel, wenn in der Anrede liebe Adressaten zu Liebenden werden:

lieblicher Rechtschreibfehler

Das Rückrad an Stelle des Rückgrats lässt uns zwar etwas ratlos zurück …

Lustige Tippfehler - Rückrad statt Rückgrat

Aber eine Schrottkarre kann noch von altem Schrot und Korn sein:

rechtschreibung: Wenn die Schrottkarre zur Schrotkarre wird

Mit dem Turbo in die Turbulenzen, das kann schon mal passieren. Beide Wörter gehen auf das lateinische Wort turbo zurück, das Wirbel, Sturm oder Kreisel bedeutet. Von ihm hat der Turbolader seinen Namen, die Turbine und auch die Turbulenz.

Turbolenz oder Turbulenz - welches ist die richtige Schreibweise?

Ja, wer die Wahl hat, hat die Qual, äh den Wal. Schließlich geht es um Tierschutzseiten.

Wahl oder Wal - das h macht einen entscheidenden Unterschied

Wo wir gerade bei Tieren sind: Den Spatziergang einer Allgäu-Urlauberin fand ich gaz allerliebst.

Lustige Rechtschreibfehler Spatziergang statt Spaziergang

Überhaupt kann man im Allgäu Schönes erleben. Aber was mag dieses Pummeln sein, das hier gefragt ist?

lustige Rechtschreibfehler - Pummeln statt Bummeln

Den Ernst der Lage kann man in vieler Hinsicht kaum leugnen. Aber dass die Situation Ernst ist, ist doch höchst unwahrscheinlich. Sie ist übrigens auch nicht Karl oder Christian. Und wie ernst auch immer die Lage sein mag: Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Ernst oder ernst - das ist hier die Frage

Rechtschreibfragen beschäftigen uns Briefprofis immer wieder. Eine Übersicht über häufige Orthografieprobleme finden Sie auf unserer Seite Best of Rechtschreibung. Weitere skurrile Fundstücke finden Sie beispielsweise in meinem Beitrag über eine othografisch fragwürdige Speisekarte.

Der Beitrag Lustige Rechtschreibfehler: Unsere besten Fundstücke aus dem Netz erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/lustige-rechtschreibfehler-unsere-besten-fundstuecke-aus-dem-netz/feed/ 3
Warum Sie beim Schreiben mehr auf die Satzzeichen achten sollten https://diebriefprofis-blog.de/beim-schreiben-mehr-auf-die-satzzeichen-achten/ https://diebriefprofis-blog.de/beim-schreiben-mehr-auf-die-satzzeichen-achten/#comments Mon, 27 Jan 2020 10:51:40 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=2931 Punkt, Komma, Fragezeichen – Satzzeichen gehören so selbstverständlich zur geschriebenen Sprache, dass man darüber meist […]

Der Beitrag Warum Sie beim Schreiben mehr auf die Satzzeichen achten sollten erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
Punkt, Komma, Fragezeichen – Satzzeichen gehören so selbstverständlich zur geschriebenen Sprache, dass man darüber meist nicht weiter nachdenkt. Außer vielleicht, wenn es um eine konkrete Frage dazu geht, ob an einer bestimmten Stelle im Satz nun ein Komma stehen muss oder darf.

Allerdings gibt es deutlich mehr als die drei bisher genannten Satzzeichen, manche davon kommen nur selten zum Einsatz. Dabei haben sie alle ihren spezifischen Nutzen:

Zweck der Zeichensetzung und Arten von Satzzeichen

Beides ist dem amtlichen Regelwerk der deutschen Sprache im Abschnitt E zu entnehmen, und zwar in den Vorbemerkungen:

(1) Die Satzzeichen sind Grenz- und Gliederungszeichen. Sie dienen insbesondere dazu, einen geschriebenen Text übersichtlich zu gestalten und ihn dadurch für den Lesenden überschaubar zu machen. Zudem kann der Schreibende mit den Satzzeichen besondere Aussageabsichten oder Einstellungen zum Ausdruck bringen oder stilistische Wirkungen anstreben.

Zu unterscheiden sind Satzzeichen

– zur Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen: Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen
– zur Gliederung innerhalb von Ganzsätzen:
Komma, Semikolon, Doppelpunkt, Gedankenstrich, Klammern
– zur Anführung von Äußerungen oder Textstellen bzw. zur Hervorhebung von Wörtern oder Textteilen: Anführungszeichen

(2) Daneben dienen bestimmte Zeichen

– zur Markierung von Auslassungen: Apostroph, Ergänzungsstrich, Auslassungspunkte
– zur Kennzeichnung der Wörter bestimmter Gruppen:
Punkt nach Abkürzungen bzw. Ordinalzahlen, Schrägstrich

amtliches Regelwerk der deutschen Sprache, E (Zeichensetzung) 0 (Vorbemerkungen)

Stilistische Fragen sind letztlich eine Geschmacksfrage. Für das Schreiben im Beruf sind die entscheidenden Aspekte die Gliederung und die Übersichtlichkeit, die dazu führen sollen, dass der Text gut zu lesen und zu verstehen ist. Dazu trägt die korrekte und sinnvolle Zeichensetzung bei.

Satzzeichen machen oft einen entscheidenden Unterschied

Wie sehr ein einziges Satzzeichen den Sinn eines Textes verändern kann, zeigt ein bekanntes Beispiel. Es wird gerne mit dem Satz eingeleitet: „Satzzeichen können Leben retten!“

Wir essen jetzt Opa!

Wir essen jetzt, Opa!

Dieser konkrete Anwendungsfall dürfte sich zwar in der Geschäftskorrespondenz kaum finden. Aber auch Sätze, die absatzlang und weitgehend kommalos vor sich hin mäandern, bis sie endlich an einem Punkt enden, machen das Lesen und Verstehen eines Textes nicht eben einfach.

Schwer verdauliche Bandwurm- und Schachtelsätze haben in der beruflichen Korrespondenz nichts verloren. Sie können sie aber meist ganz einfach in lesefreundliche Happen verwandeln, wenn Sie sie in mehrere kürzere Sätze zerlegen. Auch ein Strichpunkt oder ein Doppelpunkt an der richtigen Stelle kann die Verständlichkeit eines Textes erhöhen.

Ende des Ganzsatzes? Machen Sie mal einen Punkt. Einer reicht!

Logisch: Fragesätze enden mit einem Fragezeichen, nachdrückliche Aufforderungen und Ausrufe mit einem Ausrufezeichen. Mit letzteren sollten Sie aber sparsam umgehen! Nicht übertreiben! Das wirkt sonst so, als würden Sie Ihre Leser anschreien!

Die meisten Leser möchten nicht angeschrien werden. Das gilt zwar möglicherweise nicht für Anhänger des amtierenden US-Präsidenten, die es gewohnt sind, dass jeder Tweet mit einem oder mehreren Ausrufezeichen endet. In der geschäftlichen Korrespondenz ist dieser Satzzeichenüberschwang aber fehl am Platz.

Mehrere Ausrufe- oder Fragezeichen nacheinander – so!!! – sind im amtlichen Regelwerk der deutschen Sprache übrigens nicht vorgesehen. Ein Zeichen am Ende des Ganzsatzes ist genug, zwei sind falsch.

Bei normalen Aufforderungen ohne besonderen Nachdruck genügt ohnehin ein Punkt am Satzende:

Bitte lesen Sie diesen Text aufmerksam durch.

Bitte setzen Sie Satzzeichen gezielt und dosiert ein.

Hier wäre ein Ausrufezeichen zu stark. Damit beenden wir für heute unsere Überlegungen zur Zeichensetzung. Punkt.

Mehr über Satzzeichen und die richtige Zeichensetzung lesen Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Satzzeichen.

Der Beitrag Warum Sie beim Schreiben mehr auf die Satzzeichen achten sollten erschien zuerst auf www.diebriefprofis-blog.de.

]]>
https://diebriefprofis-blog.de/beim-schreiben-mehr-auf-die-satzzeichen-achten/feed/ 2