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Aufgegabelt: eine orthografisch fragwürdige Speisekarte

Als Briefprofi kann ich meine berufsbedingte Kritteligkeit auch in der Freizeit nicht ablegen – prompt ist mir bei einem Café-Besuch diese orthografisch fragwürdige Speisekarte aufgefallen:

Beispiel für eine orthografisch fragwürdige Speisekarte

Etwas Heißes für die kalten Tage ist derzeit zweifellos ein verlockendes Angebot. Aber da war diese Sache mit der Groß- und Kleinschreibung: Als Adjektiv wird heiß kleingeschrieben. Wird der heiße Tee aber als was Heißes betrachtet, wird er zum Substantiv. Die schreibt man groß.

Eine ähnliche Herausforderung scheint die Tageszeit zu sein. Wer mittags ins Café geht, möchte dort vielleicht etwas zu Mittag essen. Hier haben wir es ebenfalls mit zwei Wortarten zu tun, nämlich mit einem Adverb (mittags) und einem Substantiv (Mittag).

Am Samstag und Sonntag gibt es übrigens keineswegs mittags Karte. Das wäre vielleicht auch ein bisschen trocken beim Kauen. Man darf vielmehr davon ausgehen, dass es mittags warme Gerichte gibt. Die stehen dann auf der Mittagskarte.

Die orthografisch fragwürdige Speisekarte wurde übrigens um eine ebensolche Weinkarte ergänzt:

Speisekarte mit Fehlern

Ja, die Groß- und Kleinschreibung: Im Deutschen steht am Anfang eines Satzes immer ein Großbuchstabe. Eigentlich. Auf dieser Karte halt nicht.

Auch die Zahlungsmethode kann ich nicht unkommentiert lassen: Hier gelten dieselben Regeln wie sonst auch beim Durchkoppeln mit dem Bindestrich. Nachlesen können Sie diese übrigens in meinem Post zur korrekten Schreibweise des Wortes E-Mail. Richtig müsste es daher EC-Karten-Zahlung oder auch EC-Kartenzahlung heißen.

Ansonsten war es ein sehr nettes Café mit einem guten Frühstück und freundlicher Bedienung. Ich habe den Aufenthalt durchaus genossen.

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