Richtig schreiben – www.diebriefprofis-blog.de https://diebriefprofis-blog.de Tipps zum Thema Schreiben im Beruf Tue, 04 Aug 2020 13:12:37 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5 https://diebriefprofis-blog.de/wp-content/uploads/2019/01/Profilbild-2-150x150.jpg Richtig schreiben – www.diebriefprofis-blog.de https://diebriefprofis-blog.de 32 32 Originelle Speisekarten – eine vorwiegend orthografische Menükritik https://diebriefprofis-blog.de/orthografisch-und-sprachlich-originelle-speisekarten/ https://diebriefprofis-blog.de/orthografisch-und-sprachlich-originelle-speisekarten/#respond Tue, 04 Aug 2020 12:38:52 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3079 Immer wieder stoße ich in Restaurants und Cafés auf besonders originelle Speisekarten. Als Briefprofi kann […]

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Immer wieder stoße ich in Restaurants und Cafés auf besonders originelle Speisekarten. Als Briefprofi kann ich da mitunter nicht widerstehen: Ich muss sie einfach fotografieren und kommentieren. Diese Menükritik ist allerdings rein sprachlich und orthografisch gemeint – als Restauranttesterin bin ich Laie und halte mich raus.

Meine Lieblingsbeispiele für unfreiwillig komische Speisekarten

Natürlich ist es gar nicht so einfach, jedem Gericht auf der Karte einen ansprechenden und unverwechselbaren Namen zu geben. Manchmal misslingt das auf recht erheiternde Weise.

Feines Lokal, skurrile Karte

Es ist eine etwas seltsame Mode, Gerichte auf der Speisekarte mit einem bestimmten Artikel zu versehen. Dann gibt es eben kein unbestimmtes Paniertes Schnitzel, sondern Das Schnitzel nach Wiener Art. Besonders originell wird das Ergebnis, wenn dann noch die Groß- und Kleinschreibung durcheinandergeraten und konsequent auf Bindestriche verzichtet wird.

Orthografisch originelle Speisekarte

Wenn das Wetter es wieder erlaubt, werde ich demnächst ins Eiscafé gehen. Dann bestelle ich wahrscheinlich

Die Kugel Vanille Eis, Die Schoko Soße & Die Geschlagene Sahne
von der Allgäuer Kuh

Oder vielleicht doch nur Vanilleeis mit Schokosoße und Sahne?

Der Chef im Salat

Ein Chef-Salat findet sich auf so mancher Speisekarte. Typischerweise handelt es sich dabei um eine deftige Kreation mit Eiern, mehreren Fleischsorten, Gurken und Käse.

Auf dieser Karte herrscht eine besondere Ordnung: Im Hähnchen-Salat sind (logischerweise) Hähnchenstreifen, im Zander-Salat Zanderstreifen und im Chef-Salat … äh …

Der Chef im Salat - Beispiel für originelle Speisekarten

Was sagt uns das über den Chef des Hauses? Er scheint keine besonders hohe Meinung von sich zu haben. Immerhin muss man froh sein, dass er sich nicht selbst in Streifen an die Gäste verfüttert …

Vorsicht mit Bindestrichen und Anführungszeichen auf der Speisekarte

Jenseits der begrifflichen Kuriosität ist da noch die Durchkopplungs-und-Anführungszeichen-Sache. Ein Chef-Salat könnte problemlos auch als Chefsalat geschrieben werden. Er ist in jedem Fall der Salat des Chefs bzw. nach Art des Chefs. Ein Salat-Chef ist aber der Chef des Salats – das ist wie beim Küchenchef und der Chefküche.

Die Anführungszeichen retten diese eigenwilligen Sprachkreationen auf der Speisekarte dann auch nicht mehr. Der „Salat-Chef“ braucht sie genauso wenig wie der „Chef-Salat“. Noch schräger wäre nur der „Chef“-Salat – denn damit würde der Chef zusätzlich zu verstehen geben, dass er gar nicht der Chef ist …

Nun ja, genug herumgestochert. Ich hatte beim Studieren der Salatkarte in diesem Lokal jedenfalls meinen Spaß und habe dann ein Schnitzel bestellt.

Beispiele für orthografisch originelle Speisekarten

Menschen, die Speisekarten schreiben, haben dieselben Rechtschreibfragen und -probleme wie andere Leute. Deswegen finde ich bei der Lektüre des Speisenangebots meist ähnliche Fehler wie beim Lesen von Korrespondenz: Falsche Groß- oder Kleinschreibung, fehlende oder falsch gesetzte Satzzeichen (besonders oft bei Komma, Apostroph und Anführungszeichen), falsch geschriebene Wörter. Hier eine kleine Auswahl:

Mit Dialekt? Gern, aber bitte ohne falschen Apostroph

Einst war auch ein großer Hans mal ein kleines Hänschen, das in der Gaststätte statt eines großen Tellers Suppe nur ein Tellerlein mit einem Süppchen bestellte. Gewiss aber bestellte kein Häns’chen jemals ein Teller’lein mit einem Süpp’chen. Die Verkleinerungsform (Diminutiv) wird im Deutschen nämlich nur durch das Anhängen der Verkleinerungssilbe -lein oder -chen gebildet. Weil dabei kein Buchstabe ausgelassen wird, brauchen wir dazu auch kein Auslassungszeichen (Apostroph).

Und wie ist das mit den Verkleinerungsformen im süddeutschen Dialekt?

Im Prinzip genauso, nur dass im Dialekt aus dem -lein ein -le oder -l geworden ist. Diese Endung wird einfach an den zu verkleinernden Begriff angehängt. Wenn also unser Hänsel ein kleiner Schwabe ist, bestellt er ein Süpple oder ein Brotzeitbrettle. Der bayerische Hansl wird dagegen ein Supperl oder Brotzeitbrettl bestellen.

Kein Hans’l, kein Brett’l, kein Apostroph beim Diminutiv!

Auf den Speisekarten im süddeutschen Raum halten sich diese überflüssigen Apostrophe trotzdem hartnäckig. Das ist aber nicht alpenländisch-authentisch, sondern schlicht falsch:

falsch gesetzter Apostroph auf einer Speisekarte

Übrigens wäre auch zu fragen, warum der Allgäuer Wurstsalat hier ein „Allgäuer Wurstsalat“ ist. Stimmt mit dem was nicht? Ist der gar nicht echt, sondern am Ende ein hochdeutscher Wurstsalat, der nur so tut, als ob er ein Allgäuer wäre? Das kann schon sein, denn der echte Allgäuer Wurstsalat wird mit Fleischwurst gemacht und ist nicht „vom Leberkäse“.

Groß- und Kleinschreibung auf der Speisekarte

In einem sehr netten Café gabelte ich diese orthografisch originelle Speisekarte auf:

Beispiel für eine orthografisch fragwürdige Speisekarte

Etwas Heißes für die kalten Tage ist zweifellos ein verlockendes Angebot. Aber da ist diese Sache mit der Groß- und Kleinschreibung: Als Adjektiv wird heiß kleingeschrieben. Wird der heiße Tee aber als was Heißes betrachtet, wird er zum Substantiv. Die schreibt man groß.

Eine ähnliche Herausforderung scheint die Tageszeit zu sein. Wer mittags ins Café geht, möchte dort vielleicht etwas zu Mittag essen. Hier haben wir es ebenfalls mit zwei Wortarten zu tun, nämlich mit einem Adverb (mittags) und einem Substantiv (Mittag).

Am Samstag und Sonntag gibt es übrigens keineswegs mittags Karte. Das wäre vielleicht auch ein bisschen trocken beim Kauen. Man darf vielmehr davon ausgehen, dass es mittags warme Gerichte gibt. Die stehen dann auf der Mittagskarte. Guten Appetit!

Sprachlich und rothografisch originelle Speisekarten
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Falls Sie sich für weitere Tipps zum korrekten Schreiben interessieren, empfehlen wir unsere Seiten Best of Rechtschreibung und Best of Satzzeichen.

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Schreibt man das mit d oder t? Diese Wörter werden besonders oft falsch geschrieben https://diebriefprofis-blog.de/d-oder-t-grad-grat-standard-standart-tod-tot/ https://diebriefprofis-blog.de/d-oder-t-grad-grat-standard-standart-tod-tot/#respond Tue, 30 Jun 2020 16:40:08 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3050 Grundsätzlich ist die Frage, ob man ein Wort mit d oder t schreibt, einfach zu […]

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Grundsätzlich ist die Frage, ob man ein Wort mit d oder t schreibt, einfach zu beantworten: „D“ ist richtig, wenn der Laut weich gesprochen wird, „t“ wird hart gesprochen. Im Einzelfall ist die Sache aber keineswegs so einfach. Nicht nur für Menschen, die Dialekt sprechen …

Wie halten Sie es bei diesen Wörtern mit d oder t?

Grad noch auf der Gratwanderung, und schon orthografisch abgestürzt sind die (erstaunlich vielen) Leute, die von einer „Gradwanderung“ berichten. Das sind aber nicht die einzigen Wörter, bei denen es bei der Überlegung d oder t häufig zu Fehlentscheidungen kommt.

Grad oder Grat?

Selbst in der Duden-Redaktion ist angekommen, dass man sich bei dieser Frage auf schwierigem Gelände befindet, denn unter dem Wort „Gratwanderung“ – und das ist die einzig richtige Schreibweise! – hat sie folgenden aufklärerischen Hinweis angebracht:

Der Grat in Gratwanderung ist die Bezeichnung für die oberste Kante eines Bergrückens und wird mit t geschrieben. Er ist nicht zu verwechseln mit der Temperatur- und Winkeleinheit Grad, die mit d geschrieben wird.

Und warum wird nun diese Wanderung auf dem Bergrücken so oft als Metapher verwendet? Wer schon einmal über einen schmalen Bergrücken gewandert ist, weiß es: Da geht es rechts und links steil hinunter, und wer über den Grat dazwischen schreitet, riskiert schon bei einem kleinen Fehltritt einen großen Absturz. Man muss also trittsicher in der Mitte bleiben, wenn man Unheil vermeiden will. Dieses Bild passt heute offensichtlich auf viele Lebenssituationen, sonst würde es nicht so häufig zitiert werden.

Das politische Ausbalancieren von Regelungen zur Seuchenprävention mit persönlichen Freiheitsrechten und wirtschaftlichen Erfordernissen ist so eine Gratwanderung. Immerhin lässt es sich bei zweistelligen (Temperatur-)Graden draußen angenehm wandern, egal ob über einen Grat oder in der Ebene.

Standards oder Standarte?

Brauchen wir beispielsweise beim Tierwohl höhere Standards? Oder etwa Standarte? Lassen sich solche Dinge überhaupt standardisieren? Oder würden Sie sie lieber standartisieren?

Bei dieser d-oder-t-Frage ist die Antwort eindeutig: d!

Warum das so ist? Das Wort „Standard“, das auf „d“ endet, wurde aus dem Englischen entlehnt. Es bedeutet „Normalmaß“ oder „Richtschnur“. Wer etwas standardisiert, schafft Normvorgaben dafür, vereinheitlicht es also.

Und was ist mit der Standarte? Das Wort gibt es schließlich auch!

Fies ist, dass etymologisch (also von der Wortherkunft her) gesehen der „Standard“ auf das altfranzösische Wort „estendard“ zurückgeht – und das bedeutet tatsächlich Standarte. Die Standarte wiederum ist auch etwas, an dem man sich orientiert, aber eben keine Normvorgabe, sondern ein Feldzeichen bzw. eine Fahne, um die sich die Truppen sammeln.

Aus einem Feldzeichen kann man allerdings kein Verb ableiten, weswegen niemand sprachlich korrekt etwas standartisieren kann.

Und wie ist das am Lebensende mit d oder t?

Tod oder tot – was ist richtig? Diese Frage lässt sich erfreulicherweise eindeutig beantworten, ohne lautmalerische Übungen oder etymologische Überlegungen anstellen zu müssen: Der Tod als Substantiv wird immer mit weichem d am Ende geschrieben. Als Adjektiv endet er dagegen mit einem harten t. Wen der Tod ereilt hat, der ist tot. Zumindest orthografisch ist das also eine einfache Sache.

d oder t - Pin
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Falls Sie sich für weitere oft gestellte Rechtschreibfragen interessieren, empfehlen wir einen Besuch auf unserer Übersichtsseite Best of Rechtschreibung.

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Der Strichpunkt – das unterschätzte Satzzeichen https://diebriefprofis-blog.de/strichpunkt-semikolon-richtig-setzen/ https://diebriefprofis-blog.de/strichpunkt-semikolon-richtig-setzen/#respond Mon, 25 May 2020 09:00:33 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=3032 Der Strichpunkt ist heute ein Exot unter den Satzzeichen; viele Menschen, die beruflich schreiben, verwenden […]

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Der Strichpunkt ist heute ein Exot unter den Satzzeichen; viele Menschen, die beruflich schreiben, verwenden ihn überhaupt nicht. Das ist aber schade, denn das Semikolon, so der „feinere“ Name des Strichpunkts, ermöglicht Nuancierungen im Text, die ohne ihn einfach wegfallen – und dann fehlen.

Der Strichpunkt: eine Kurzvorstellung

Ein Punkt ist eine klare Sache: Wo er steht, ist der Satz zu Ende. Wenn innerhalb eines Satzes gegliedert werden muss, setzt man ein Komma. Der Strichpunkt besteht dagegen aus einem Punkt und einem Komma, und dieses Erscheinungsbild ist Programm: Das Semikolon setzt man dort, wo ein Punkt zu stark wäre, ein Komma aber zu schwach.

Wann genau ein Punkt „zu stark“ und das Komma „zu schwach“ ist, lässt sich nicht eindeutig sagen; es hängt davon ab, wie der oder die Schreibende das empfindet. Das Semikolon steht also für einen gewissen Interpretationsspielraum, für Mehrdeutigkeit und damit eben nicht für klare Regeln (richtig/falsch). Vermutlich ist das der Grund, warum viele Menschen beim Schreiben im Zweifelsfall auf den Strichpunkt verzichten und sich für die – vermeintliche – Eindeutigkeit entscheiden.

„Das Semikolon ist das Zeichen der Unentschiedenen, der Zauderer, der Grenzgänger, der Wanderer zwischen den Welten. Wir brauchen es.“

Juli Zeh, zitiert in Autoren über das Semikolon

Das gilt keineswegs nur für literarisches Schreiben. Der Strichpunkt hat auch in Sachtexten seine Berechtigung. Vergleichen Sie beispielsweise die Wirkung folgender Sätze:

„Wir müssen die Kosten im Personalbereich senken, das gilt auch für die Ausbildung.“

Das wirkt nüchtern und emotionslos.

„Wir müssen die Kosten im Personalbereich senken. Das gilt auch für die Ausbildung.“

Das ist die knallharte Variante.

„Wir müssen die Kosten im Personalbereich senken; das gilt auch für die Ausbildung.“

Hier scheint ein leichtes Zögern, ein Hauch von Bedauern auf; dafür sorgt das Semikolon.

Was Sie sonst noch über das Semikolon wissen sollten

Es hat grundsätzlich nebenordnende Funktion. Deswegen steht es nie zwischen einem Haupt- und einem Nebensatz. Meistens steht es zwischen Hauptsätzen, manchmal auch in Aufzählungen, in denen Zusammengehörendes gruppiert werden soll.

Beispiel für den Strichpunkt in einer Aufzählung:

„Schriftliche Kommunikation ist mehr als eine Anhäufung von Buchstaben, Wörtern, Sätzen; Zeichen und Symbolen.“

Die Mehrzahl von Semikolon ist übrigens Semikola oder Semikolons.

Satzzeichen

Mehr über die Funktion und den richtigen Einsatz der diversen Satzzeichen finden Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Satzzeichen.

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Recht haben oder recht haben – das ist hier die (Rechtschreib-)Frage https://diebriefprofis-blog.de/recht-haben-gross-oder-kleinschreibung/ https://diebriefprofis-blog.de/recht-haben-gross-oder-kleinschreibung/#respond Mon, 20 Apr 2020 08:40:28 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=2941 Wenn Sie etwas kontrovers diskutieren, möchten Sie dann am Ende Recht haben oder recht haben […]

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Wenn Sie etwas kontrovers diskutieren, möchten Sie dann am Ende Recht haben oder recht haben bzw. recht behalten? Setzen Sie sich am Ende zu recht oder zu Recht durch? Und wie finden Sie sich mit der Groß- und Kleinschreibung in diesen Rechtsfragen zurecht?

Recht oder recht – grundsätzlich ist die Antwort einfach

Grundsätzlich werden im Deutschen Adjektive und Adverbien kleingeschrieben, Substantive werden dagegen großgeschrieben. Entsprechend schreibt man „recht“ klein, wenn es Antwort auf die Frage gibt, wie etwas ist oder geschieht:

Es ist mir recht.

Es ist nur recht und billig.

Das ist jetzt nicht der rechte Zeitpunkt.

Das ist ein recht günstiges Angebot.

Man kann es ihr sowieso nicht recht machen.

Da hast du völlig recht.

Gehe ich recht in der Annahme, dass …?

Es geschieht ihm recht.

Das Recht als Substantiv schreibt man dagegen groß:

Sie hat das Recht auf ihrer Seite.

Ich kenne meine Rechte.

Von Rechts wegen dürfte er gar nicht hier sein.

Ein Richter muss Recht sprechen, wenn jemand das Recht verletzt hat.

Jeder muss sehen, wie er zu seinem Recht kommt.

Sie besteht mit vollem Recht auf ihrem Recht.

Recht haben oder recht haben – im Detail ist die Antwort zweideutig

Es gibt eine Reihe von Redewendungen, bei denen nicht eindeutig klar ist, ob es sich um einen adjektivischen oder substantivischen Gebrauch des Wörtchens recht/Recht handelt. Bei diesen sind deswegen beide Schreibweisen korrekt.

Recht haben – recht haben

Recht daran tun – recht daran tun

jemandem Recht geben – jemandem recht geben

Recht bekommen – recht bekommen

Recht behalten – recht behalten

Auf die Frage „Ist Recht haben oder recht haben richtig?“ lautet die Antwort also: Beides ist korrekt. Im Duden wird aber jeweils die Kleinschreibung empfohlen.

Vorsicht bei zu Recht – zurecht

Sie hat völlig zu Recht darauf bestanden, den Vertrag einzuhalten.

Gemeint ist: Das Recht ist auf ihrer Seite. Da das Recht als Substantiv gebraucht wird, schreibt man es groß.

Anders sieht es beim Präfix zurecht- aus, das nur im Zusammenhang mit Verben auftaucht. Es wird kleingeschrieben:

Wie soll man sich da noch zurechtfinden?

Damit komme ich nicht zurecht.

Sie hatte sich nett zurechtgemacht.

Ich hoffe, dass Sie dank dieser Ausführungen nun bestens im Bilde sind, was die rechte Anwendung der Redewendungen rund ums Recht angeht.

Um die Groß- und Klein- bzw. Getrennt- und Zusammenschreibung geht es auch bei unseren Posts zu den substantivierten Verben und zur Frage: zur Zeit oder zurzeit? Weitere Antworten auf typische Fragen zur Orthografie finden Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Rechtschreibung.

Recht haben oder recht haben - welche Schreibweise ist richtig?

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Schreibt man das Zahlwort Null groß oder klein? https://diebriefprofis-blog.de/schreibt-man-null-gross-oder-klein/ https://diebriefprofis-blog.de/schreibt-man-null-gross-oder-klein/#respond Mon, 16 Mar 2020 11:00:46 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=2982 Zahlwörter bis zwölf werden üblicherweise ausgeschrieben, also nicht in Ziffern, sondern in Buchstaben zu Papier […]

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Zahlwörter bis zwölf werden üblicherweise ausgeschrieben, also nicht in Ziffern, sondern in Buchstaben zu Papier gebracht. Gleiches gilt für für die Zahl Null. Aber wie sieht es mit der Schreibung aus? Da stellt sich die Frage: Schreibt man das Zahlwort Null groß oder klein? Erfreulicherweise sind hier die neuen Rechtschreibregeln sehr einfach und ersparen uns manche Grübelei.

Die Grundregel: Kleinschreibung

Null wird als Zahlwort in den meisten Fällen kleingeschrieben (außer natürlich am Satzanfang). Beispiele:

  • Ich habe null Bock auf diese Diskussion.
  • Das Ergebnis ist null.
  • Sie hat null Fehler in der Klassenarbeit.
  • Die Zahl muss mit null malgenommen werden.
  • Dieses Argument ist null und nichtig.
  • Der Wasserzähler steht auf null.
  • Lass uns bei der Vermittlung dieser komplizierten Thematik am besten bei null anfangen.

Die Ausnahme: Großschreibung

Wenn die Null, wie hier in diesem Satz, offensichtlich als Hauptwort verwendet wird, schreibt man sie als Wort groß. Dass die Null hier als Substantiv dient, merken Sie ganz einfach: Hier lässt sich der bestimmte Artikel „die“ oder der unbestimmte Artikel „eine“ voranstellen. Auch ein Hauptwort direkt davor, das die Null näher beschreibt, ist ein Indiz für eine solche Substantivierung. Beispiele:

  • Er wählte als Zufallszahl die Null.
  • Die Ziffer Null hinter dem Komma ist mir am liebsten.
  • Das Zahlwort Null wird nur in Ausnahmefällen großgeschrieben.
  • Im Sport bin ich eine Null.
  • Diese verflixte Null darf niemals im Nenner einer Bruchzahl stehen!

Diese Regeln gelten auch für alle anderen Zahlwörter

Übrigens gilt das, was Sie hier über die Null lesen, auch für alle anderen ausgeschriebenen Zahlwörter. „Die Uhr schlägt gleich zwölf“, wird also kleingeschrieben. „Der Uhrzeiger rückt unerbittlich auf die Zwölf vor“, erfordert dagegen eine Großschreibung. Alles klar? Dann wissen Sie ja jetzt, was zu tun ist, wenn Sie bei den Zahlwörtern mal wieder null Ahnung haben …

Weitere Antworten auf häufige Orthografiefragen finden Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Rechtschreibung.

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Warum Sie beim Schreiben mehr auf die Satzzeichen achten sollten https://diebriefprofis-blog.de/beim-schreiben-mehr-auf-die-satzzeichen-achten/ https://diebriefprofis-blog.de/beim-schreiben-mehr-auf-die-satzzeichen-achten/#comments Mon, 27 Jan 2020 10:51:40 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=2931 Punkt, Komma, Fragezeichen – Satzzeichen gehören so selbstverständlich zur geschriebenen Sprache, dass man darüber meist […]

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Punkt, Komma, Fragezeichen – Satzzeichen gehören so selbstverständlich zur geschriebenen Sprache, dass man darüber meist nicht weiter nachdenkt. Außer vielleicht, wenn es um eine konkrete Frage dazu geht, ob an einer bestimmten Stelle im Satz nun ein Komma stehen muss oder darf.

Allerdings gibt es deutlich mehr als die drei bisher genannten Satzzeichen, manche davon kommen nur selten zum Einsatz. Dabei haben sie alle ihren spezifischen Nutzen:

Zweck der Zeichensetzung und Arten von Satzzeichen

Beides ist dem amtlichen Regelwerk der deutschen Sprache im Abschnitt E zu entnehmen, und zwar in den Vorbemerkungen:

(1) Die Satzzeichen sind Grenz- und Gliederungszeichen. Sie dienen insbesondere dazu, einen geschriebenen Text übersichtlich zu gestalten und ihn dadurch für den Lesenden überschaubar zu machen. Zudem kann der Schreibende mit den Satzzeichen besondere Aussageabsichten oder Einstellungen zum Ausdruck bringen oder stilistische Wirkungen anstreben.

Zu unterscheiden sind Satzzeichen

– zur Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen: Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen
– zur Gliederung innerhalb von Ganzsätzen:
Komma, Semikolon, Doppelpunkt, Gedankenstrich, Klammern
– zur Anführung von Äußerungen oder Textstellen bzw. zur Hervorhebung von Wörtern oder Textteilen: Anführungszeichen

(2) Daneben dienen bestimmte Zeichen

– zur Markierung von Auslassungen: Apostroph, Ergänzungsstrich, Auslassungspunkte
– zur Kennzeichnung der Wörter bestimmter Gruppen:
Punkt nach Abkürzungen bzw. Ordinalzahlen, Schrägstrich

amtliches Regelwerk der deutschen Sprache, E (Zeichensetzung) 0 (Vorbemerkungen)

Stilistische Fragen sind letztlich eine Geschmacksfrage. Für das Schreiben im Beruf sind die entscheidenden Aspekte die Gliederung und die Übersichtlichkeit, die dazu führen sollen, dass der Text gut zu lesen und zu verstehen ist. Dazu trägt die korrekte und sinnvolle Zeichensetzung bei.

Satzzeichen machen oft einen entscheidenden Unterschied

Wie sehr ein einziges Satzzeichen den Sinn eines Textes verändern kann, zeigt ein bekanntes Beispiel. Es wird gerne mit dem Satz eingeleitet: „Satzzeichen können Leben retten!“

Wir essen jetzt Opa!

Wir essen jetzt, Opa!

Dieser konkrete Anwendungsfall dürfte sich zwar in der Geschäftskorrespondenz kaum finden. Aber auch Sätze, die absatzlang und weitgehend kommalos vor sich hin mäandern, bis sie endlich an einem Punkt enden, machen das Lesen und Verstehen eines Textes nicht eben einfach.

Schwer verdauliche Bandwurm- und Schachtelsätze haben in der beruflichen Korrespondenz nichts verloren. Sie können sie aber meist ganz einfach in lesefreundliche Happen verwandeln, wenn Sie sie in mehrere kürzere Sätze zerlegen. Auch ein Strichpunkt oder ein Doppelpunkt an der richtigen Stelle kann die Verständlichkeit eines Textes erhöhen.

Ende des Ganzsatzes? Machen Sie mal einen Punkt. Einer reicht!

Logisch: Fragesätze enden mit einem Fragezeichen, nachdrückliche Aufforderungen und Ausrufe mit einem Ausrufezeichen. Mit letzteren sollten Sie aber sparsam umgehen! Nicht übertreiben! Das wirkt sonst so, als würden Sie Ihre Leser anschreien!

Die meisten Leser möchten nicht angeschrien werden. Das gilt zwar möglicherweise nicht für Anhänger des amtierenden US-Präsidenten, die es gewohnt sind, dass jeder Tweet mit einem oder mehreren Ausrufezeichen endet. In der geschäftlichen Korrespondenz ist dieser Satzzeichenüberschwang aber fehl am Platz.

Mehrere Ausrufe- oder Fragezeichen nacheinander – so!!! – sind im amtlichen Regelwerk der deutschen Sprache übrigens nicht vorgesehen. Ein Zeichen am Ende des Ganzsatzes ist genug, zwei sind falsch.

Bei normalen Aufforderungen ohne besonderen Nachdruck genügt ohnehin ein Punkt am Satzende:

Bitte lesen Sie diesen Text aufmerksam durch.

Bitte setzen Sie Satzzeichen gezielt und dosiert ein.

Hier wäre ein Ausrufezeichen zu stark. Damit beenden wir für heute unsere Überlegungen zur Zeichensetzung. Punkt.

Warum Sie beim Schreiben mehr auf die Satzzeichen achten sollten

Mehr über Satzzeichen und die richtige Zeichensetzung lesen Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Satzzeichen.

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Volldeppen-Apostroph https://diebriefprofis-blog.de/volldeppen-apostroph/ https://diebriefprofis-blog.de/volldeppen-apostroph/#respond Mon, 23 Sep 2019 08:28:40 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=2822 Kürzlich habe ich eine neue Variante entdeckt, die den Deppen-Apostroph zum Volldeppen-Apostroph macht: die Abtrennung […]

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Kürzlich habe ich eine neue Variante entdeckt, die den Deppen-Apostroph zum Volldeppen-Apostroph macht: die Abtrennung des letzten S in einem Wort durch besagtes Zeichen.

Wer wohl dieser Ka ist, dessen Spatzen hier angeboten werden?

Der „Deppen-Apostroph“ (zugegebenermaßen eine etwas böswillige Bezeichnung) ist nicht aus der Welt zu schaffen. Meistens wird er fälschlicherweise verwendet, um das Plural-s vom Wortstamm abzutrennen. Dafür aber ist der Apostroph im Deutschen nicht gedacht. Schließlich geht es bei korrektem Gebrauch darum, die Auslassung eines Buchstabens anzuzeigen.

So wäre es richtig

Ein Apostroph wird anstelle eines ausgelassenen Buchstaben verwendet. Also beispielsweise bei bestimmten Verbformen: geht’s statt geht es, macht’s statt macht es, kann’s statt kann es und so weiter.

Aber es gibt auch Auslassungen, bei denen man den Apostroph am liebsten setzen würde, bei denen er aber trotzdem entfällt. Das ist beispielsweise bei Präpositionen der Fall, die mit dem darauffolgenden bestimmten Artikel zusammengezogen werden: Korrekt muss es heißen fürs (und nicht für’s), ans (und nicht an’s), aufs und nicht auf’s sowie unters (und nicht unter’s).

Jetzt wissen Sie also: Mit dem Apostroph ist Vorsicht geboten. Und ganz bestimmt muss er nicht gesetzt werden, nur weil am Schluss eines Wortes mehr oder weniger zufällig der Buchstabe S auftaucht …

Falls Sie wissen möchten, wie Sie die Sache mit dem Apostroph richtig machen, empfehle ich auch folgende Posts:

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Lektorat von Unternehmenstexten – worum geht es dabei? https://diebriefprofis-blog.de/lektorat-von-unternehmenstexten-worum-geht-es-dabei/ https://diebriefprofis-blog.de/lektorat-von-unternehmenstexten-worum-geht-es-dabei/#comments Mon, 26 Aug 2019 11:09:12 +0000 https://diebriefprofis-blog.de/?p=2809 Bei einem Lektorat werden Ihre Unternehmenstexte gründlich in die Mangel genommen, durchgewalkt, geglättet und feinsäuberlich […]

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Bei einem Lektorat werden Ihre Unternehmenstexte gründlich in die Mangel genommen, durchgewalkt, geglättet und feinsäuberlich in Form gebracht. Dabei geht es um mehr als um Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik.

Ein Lektorat ist viel weitreichender als ein Korrektorat. Ein Lektor tilgt nicht nur objektive Fehler, sondern sorgt vor allem dafür, dass Ihr Text in der Öffentlichkeit einen tadellosen Auftritt hinlegt.

Kernfrage beim Lektorat: Ist die Aussage des Texts überhaupt klar?

Das ist die wesentliche Frage bei allen Texten. Ganz gleich, ob es sich um einen Geschäftsbrief, um eine Präsentation oder um den neuesten Produktflyer handelt, wenn aus Ihrem Text nicht hervorgeht, was Sie eigentlich von Ihrem Leser und Ihrer Leserin wollen, brauchen Sie ihn im Grunde gar nicht erst zu schreiben.

Ein Lektor ist der erste Leser Ihrer Texte. Wenn er etwas nicht versteht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch Ihre eigentlichen Adressaten dies nicht verstehen werden. Vor dem Lektorat wird der Lektor Sie also fragen, was Sie sagen wollen: Wollen Sie für ein Produkt werben? Soll der Empfänger Ihres Briefs Ihnen Unterlagen schicken? Ist der Text für das Internet gedacht und soll zu einem bestimmten Keyword ganz weit oben bei Google und Co. ranken?

Ein Lektor überprüft, ob Ihr Text so gestaltet ist, dass Sie Ihr Ziel damit erreichen können und dass Ihr Leser versteht, was Sie von ihm wollen.

Stil: Ist der Text lesbar?

Viele Briefe, Präsentationen und Aushänge von Unternehmen wirken gestelzt, unbeholfen, unfreiwillig komisch oder sind sogar nahezu unverständlich. Der Grund ist, dass die meisten Menschen glauben, sie müssten ihre Texte in einer besonders gewählten Sprache verfassen. Das Ergebnis ist dann oft ein schwer verständliches Behördendeutsch mit vielen Passivkonstruktionen, unklaren Fremdwörtern und mit verworrenen Bandwurmsätzen.

Im Lektorat fliegen solche Unarten wieder aus dem Text heraus. Der Lektor verwandelt ein distanziertes Passiv in ein freundliches Aktiv, übersetzt Fremdwörter und verteilt großzügig Satzpunkte im Text. Am Ende des Lektorats steht dann ein gut lesbarer Text, der gefällig ist und es Ihrem Publikum leicht macht, ihn zu lesen und zu verstehen.

Corporate Language: Passt der Text zu Ihrem Unternehmensimage?

Neben dem Stil prägt vor allem die gewählte Sprache Ihre Texte. Und die kann je nach Unternehmen und Zielgruppe ganz unterschiedlich sein. Eine klassische Unternehmensberatung wird eher eine sachlich-nüchterne Sprache benutzen, ein junges Start-up baut mehr „hippe“ und „coole“ Ausdrücke in seine Texte ein.

Die Schwierigkeit liegt für viele Unternehmen darin, die einmal gewählte Sprache über alle Texte weitgehend durchzuhalten. Der Werbebrief spricht die Leser und Leserinnen locker-flockig an, aber alle weitere Korrespondenz ist staubtrocken? Mal verwenden Sie das vertrauliche „Du“, dann wechselt die Kommunikation plötzlich zum reservierten „Sie“? Solche Brüche können dem Unternehmensimage schaden. Ein Lektor wird daher immer versuchen, Ihrem Unternehmen seine ganze eigene Sprache zu geben.

Das ist eine Gradwanderung, denn eine Pressemitteilung gehorcht anderen sprachlichen Regeln als ein Blogpost. Die Kunst ist, dennoch über alle Textformen und Medien einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Lektoren sind Profis darin, eine sogenannte Corporate Language zu entwickeln und umzusetzen.

Firmenvorgaben und Schreibweisen: Sind Ihre Texte einheitlich?

Auch wenn Sie keine explizite Corporate Language haben, gibt es in Ihrem Unternehmen vermutlich einige feste Vorgaben für Texte. Das beginnt bei Produkt- und Markennamen, die beispielsweise in Großbuchstaben geschrieben werden sollen, führt über die Frage, ob Sie in Ihren Texten gendern, bis hin zu expliziten Verboten, etwa „keine Anglizismen im Text“.

Beim Lektorat geht es aber nicht nur darum, diese Vorgaben in Ihrem Text konkret umzusetzen. Ein guter Lektor wird darüber hinaus auch selbst eine Liste mit Schreibweisen anlegen. Darin hält er dann fest, wie Zweifelfälle in Ihrem Unternehmen behandelt werden. Setzen Sie ein Komma, wenn Sie einen Hauptsatz mit „und“ verbinden, oder lassen Sie es weg? Schreiben Sie „Mitarbeiter-Leitfaden“ oder „Mitarbeiterleitfaden“? Solche Fragen beantwortet die Schreibweisenliste – und sorgt so dafür, dass alle Schriftstücke im Unternehmen einheitlich gestaltet sind.

Das ist übrigens einer der Gründe, weshalb Sie sich einen Lektor suchen sollten, mit dem Sie langfristig zusammenarbeiten wollen. Er kennt früher oder später Ihre Vorgaben sehr genau und weiß auch, welche Diskussionen Sie rund um bestimmte Wörter und Begriffe schon geführt haben.

Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik im Lektorat: Alles richtig?

Schließlich geht es im Lektorat dann doch noch um korrekte Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik. Ein Lektor kontrolliert natürlich auch, ob Ihre Texte fehlerfrei sind. Allerdings ist ein Lektorat kein Korrektorat. Und ein Korrektorat ist kein Lektorat. Im Lektorat stehen Lesbarkeit, Verständlichkeit, Sprache und Stil im Vordergrund. Ein Lektor wird sich also vorrangig auf diese Punkte konzentrieren.

Und wenn der Lektor einen Text sehr intensiv überarbeiten muss, bis dieser zu Ihrem Unternehmen und zu Ihrer Botschaft passt, kann es passieren, dass er darüber „fehlerblind“ wird. Bestimmt kennen Sie das Phänomen, dass Sie eigene Texte, an denen Sie intensiv gearbeitet haben, nicht mehr selbst Korrektur lesen können. Das Gleiche passiert durchaus auch einem Textprofi, wenn er tief in Ihren Text einsteigt. Bei sehr wichtigen Schriftstücken ist es daher sinnvoll, nach dem Lektorat von einer weiteren Person noch ein Korrektorat durchführen zu lassen.

Cordula Natusch - Text - Lektorat - Korrektorat
Cordula Natusch

Cordula Natusch ist freie Lektorin, Redakteurin und Autorin für Wirtschaft in Hamburg. Für ihre Kunden und Kundinnen schreibt und optimiert sie Wirtschaftstexte aller Art, vor allem Großpublikationen wie Berichte, Sachbücher, Whitepaper und mehr.


 

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Schreibt man nun korrekterweise zur Zeit oder zurzeit? Allezeit oder alle Zeit? Eine Zeitlang oder eine Zeit lang? Zeit ist sowieso ein komplexes Thema, aber wer hätte gedacht, dass es das auch in der Rechtschreibung ist?

Das sagt das amtliche Regelwerk

Mehrteilige Adverbien, Konjunktionen, Präpositionen und Pronomen schreibt man zusammen, wenn die Wortart, die Wortform oder die Bedeutung der einzelnen Bestandteile nicht mehr deutlich erkennbar ist.

amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung, § 39

Als Beispiele für solche Adverbien werden diejenigen aufgeführt, die auf -zeit oder -zeiten enden: all(e)zeit, derzeit, jederzeit, seinerzeit, zurzeit, beizeiten, vorzeiten, zuzeiten

Falls Sie mehr über das amtliche Regelwerk wissen wollen, können Sie das in meinem Post über die Festlegung der deutschen Rechtschreibregeln nachlesen.

Allerdings ist damit die Ausgangsfrage noch nicht endgültig beantwortet, denn die genannte Regelung gilt ja nur für den adverbialen Gebrauch. Tatsächlich gibt es bei allen drei Beispielen beide Schreibweisen. Das heißt aber nicht, dass Sie sich beliebig für eine entscheiden könnten. Sondern es kommt auf die konkrete Bedeutung an, welche Schreibweise korrekt ist:

zur Zeit oder zurzeit

Wie Sie bereits bemerkt haben, beschäftige ich mich zurzeit mit orthografischen Fragen.

Gemeint ist: Derzeit, gegenwärtig, heute. Dann handelt es sich um ein mehrteiliges Adverb im Sinne der oben zitierten Regel. Klarer Fall: Klein- und Zusammenschreibung.

Vermutlich hat man bereits seit Erfindung der Schrift über Orthografie nachgedacht. Sie war zur Zeit der alten Babylonier und Ägypter wahrscheinlich auch schon umstritten.

In dieser Verwendung sind Wortart, Wortform und die Bedeutung der einzelnen Bestandteile klar zu erkennen. Gemeint ist eine bestimmte Zeit, eine Epoche.

allezeit oder alle Zeit

Dafür gelten dieselben Überlegungen wie für die Schreibweisen zur Zeit oder zurzeit:

Als Briefprofi bin ich allezeit bereit, mich mit Rechtschreibfragen näher zu beschäftigen.
Ich habe aber nicht alle Zeit der Welt, mich darum zu kümmen.

eine Zeit lang oder eine Zeitlang

Hier sind tatsächlich beide Schreibweisen für dieselbe Bedeutung möglich:

Ich musste eine Zeit lang warten.
Mein Kollege musste anschließend auch eine Zeitlang warten.

Im DUDEN wird die erste Schreibweise empfohlen. Ich persönlich würde die Zeitlang aber eher als zusammengesetztes Substantiv sehen und daher die zweite Schreibweise wählen.

In folgenden Fällen ist aber nur die Getrenntschreibung möglich:

Beim Warten wurde mir die Zeit lang.
Zum Glück musste ich diesmal nur eine kurze Zeit lang warten.

zur Zeit oder zurzeit - welche Schreibweise ist korrekt?

Weitere Tipps und Informationen zu orthografischen Fragen finden Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Rechtschreibung.

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Setzt man nun ein Komma bei sowohl als auch und weder noch oder setzt man keines? Wie so oft im Deutschen lautet die Antwort: Es kommt darauf an. Sowohl … als auch und weder … noch sind sogenannte mehrgliedrige Konjunktionen. Wie andere Bindewörter auch ersetzen sie ein Komma.

Normalerweise steht also kein Komma bei sowohl als auch und weder noch

Ich habe Hunger und Durst.
Ich habe sowohl Hunger als auch Durst.

Ich möchte keinen Kaffee und auch keinen Tee.
Ich möchte weder Kaffee noch Tee.

Das gilt auch, wenn eine dieser mehrgliedrigen Konjunktionen vor oder nach einem Hauptsatz im Satzgefüge erscheint:

Mir geht es bei der Betreuung unserer Kunden darum, dass wir sowohl fachliche Kompetenz als auch persönliche Wertschätzung zeigen.

Wir dürfen weder die Qualität noch die Preisgestaltung unserer Leistungen vernachlässigen, wenn wir dauerhaft Erfolg haben wollen.

Weder dass wir gute Qualität bieten noch dass unsere Preise konkurrenzfähig sind, darf uns dazu verleiten, uns auf unseren Lorbeeren auszuruhen.

Manchmal brauchen wir das Komma bei mehrgliedrigen Konjunktionen aber doch

Anders sieht es nämlich aus, wenn diese mehrgliedrigen Konjunktionen Nebensätze bzw. Infinitivgruppen einleiten, die in den Hauptsatz „hineingeschachtelt“ werden. Dann müssen Kommas gesetzt werden:

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es sowohl unsere Aufgabe ist, unsere Kunden fachlich zu beraten, als auch, sie wertschätzend zu betreuen. Wir können uns weder darauf ausruhen, dass unsere Leistungsqualität stimmt, noch darauf, dass unsere Preise derzeit konkurrenzfähig sind.

Einfach ist die Sache übrigens bei nicht nur, sondern auch: Hier steht nämlich immer ein Komma:

Um richtig zu schreiben, müssen wir nicht nur die Orthografie, sondern auch die Zeichensetzung beherrschen.

Gar nicht so schwierig, oder?

Weitere Tipps zur Zeichensetzung finden Sie auf unserer Übersichtsseite Best of Satzzeichen.

Komma bei sowohl als auch und weder noch

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