Großbuchstaben – www.diebriefprofis-blog.de http://diebriefprofis-blog.de Tipps und News rund ums Schreiben im Beruf Mon, 18 Apr 2016 09:51:34 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.5 ß oder ss? Die Eszett-Regeln im Überblick http://diebriefprofis-blog.de/eszett-oder-ss/ http://diebriefprofis-blog.de/eszett-oder-ss/#respond Tue, 16 Feb 2016 08:28:02 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=870 Erst kürzlich hörte ich bei einem Kundengespräch wieder einmal die Meinung, dass es seit der letzten Rechtschreibreform doch gar kein „scharfes S“ mehr gäbe. Entsprechend lautete der Slogan, den man dort für eine neue Kampagne präsentierte: Grosses leisten! Das ist … Weiterlesen

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Erst kürzlich hörte ich bei einem Kundengespräch wieder einmal die Meinung, dass es seit der letzten Rechtschreibreform doch gar kein „scharfes S“ mehr gäbe. Entsprechend lautete der Slogan, den man dort für eine neue Kampagne präsentierte:

Grosses leisten!

Das ist aber nach den Regeln der deutschen Rechtschreibung leider falsch. Richtig (wenn auch meiner Meinung nach nicht besonders schön) wäre dagegen:

GROSSES LEISTEN!

Wie kann das denn sein?

Grundsätzlich gelten folgende Regeln für die Verwendung von ß und ss:

  1. Wird nach einem langen Vokal oder einem Doppellaut (wie ie oder ei) der s-Laut scharf (= stimmlos) gesprochen, schreibt man ß. Beispiele: heiß, süß, bloß
  2. Ausgenommen sind die Wörter, bei denen im Wortstamm ein weiterer Konsonant folgt (Beispiele: Biest, meist, wüst) und bei denen es in einer Beugungsform einen stimmhaften s-Laut gibt. Beispiele: Maus/Mäuse, Eis/eisig
  3. Ein stimmloses „s“ nach einem kurzen Vokal schreibt man als „ss“. Beispiele:  Kuss, kess, krass
  4. Ausgenommen sind Wörter, die auf „-nis“ enden und einige Fremdwörter. Beispiele: Ersparnis, Atlas

Damit ist die Sache zunächst klar: „Groß“ spricht man mit langem Vokal und stimmlosem s, daher muss hier ein Eszett geschrieben werden.

Großes leisten!

Die offizielen Regeln zur ss/ß-Schreibung findet ihr auch hier auf der Duden-Website.

Bei der Verwendung von Großbuchstaben sieht die Sache allerdings anders aus:

Jahrhundertelang gab es gar kein großes Eszett, was insofern logisch ist, als es kein Wort gab und gibt, das mit einem Eszett beginnt. Deswegen sieht die offizielle Rechtschreibregelung vor, dass bei der Schreibung in Großbuchstaben SS statt ß verwendet wird. Das aber kann mitunter zu Missverständnissen führen:

KLASSE MASSE!

Der entzückte Ausruf könnte sich auf die Masse oder die Maße des betreffenden Objekts beziehen; worauf, lässt sich anhand dieser Schreibung nicht identifizieren.

Früher schrieb man in diesen Fällen dann tatsächlich „SZ“, um das Eszett als solches kenntlich und damit das betreffende Wort eindeutig zu machen. Heute gibt es die Möglichkeit, ein ß inmitten der Großbuchstaben zu schreiben. Das gilt zwar als typografisch unschön, erleichtert aber das Lesen und Verstehen. Auch bei Eigennamen ist das erlaubt und sogar empfehlenswert. Zum Beispiel hier:

DER KÜNSTLER WIDUBALD MÜßIG FINDET: FÜR DEN KUSS DER MUSE IST DIE MUßE EIN MUSS

Übrigens: Selbst in Webadressen hat das „scharfe S“ inzwischen Eingang gefunden. Seit 16. November 2010 lässt DENIC den Buchstaben ß als eigenständiges Zeichen in .de-Domains zu. Damit kann beispielsweise die Domain straße.de registriert werden.

Seit 2008 gibt es auch das große Eszett, und zwar ganz offiziell:

Die internationale Organisation für Normung (ISO) hat – in den internationalen Zeichensätzen ISO-10646 und Unicode 5.1 – ein Zeichen für das große Eszett festgeschrieben. Das Dumme daran ist: In die amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung wurde es noch nicht aufgenommen. Es gelten also nach wie vor die oben beschriebenen Regeln. Auch typografisch konnte es sich nicht so recht durchsetzen; in viele Schriften wurde es (noch) nicht aufgenommen. Dabei gibt es so hübsche große Eszetts – die zum Beispiel auf dieser Facebook-Seite sehr liebevoll dokumentiert werden.

Die finde ich GROSSE KLASSE!

Übrigens: Diese Ausführungen gelten nur für die Rechtschreibung in Deutschland. In der Schweiz gibt es kein ß, dort schreibt man beim stimmlosen s-Laut immer ss.

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Mein persönlicher Silvesterknaller: ein WORT-FEUERWERK http://diebriefprofis-blog.de/mein-silvesterknaller-ein-wahres-wort-feuerwerk/ http://diebriefprofis-blog.de/mein-silvesterknaller-ein-wahres-wort-feuerwerk/#respond Mon, 04 Jan 2016 08:19:22 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=821 Eigentlich war ich an Silvester ja „außer Dienst“, aber als echter Briefprofi musste ich die Verpackung meiner Feuerwerksbatterie einfach fotografieren. Offensichtlich hat noch niemand dem Verpackungsdesigner gesagt, dass GROSSBUCHSTABEN ZUM EINEN SCHLECHT ZU LESEN SIND UND ZUM ANDEREN SO WIRKEN, … Weiterlesen

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Eigentlich war ich an Silvester ja „außer Dienst“, aber als echter Briefprofi musste ich die Verpackung meiner Feuerwerksbatterie einfach fotografieren. Offensichtlich hat noch niemand dem Verpackungsdesigner gesagt, dass GROSSBUCHSTABEN ZUM EINEN SCHLECHT ZU LESEN SIND UND ZUM ANDEREN SO WIRKEN, ALS WÜRDE JEMAND DEN LESER ANSCHREIEN.

Und was für ein Text war das, der mir hier entgegenschrie: die reinste Knaller-Lyrik!

Silvester-Knaller

Was, bitte, ist ein BRILLANT-FARB-FEUERTOPF? Den Feuertopf kenne ich nur aus dem China-Restaurant, und da sind weder Brillanten noch Farbe drin, sondern Fleisch und Gemüse. Feuer-Kometen? Naja, die sind für ein Feuerwerk wohl okay. Aber was ist ein fetziges KNISTER-CRACKLING? Laut meinem Englisch-Wörterbuch bedeutet „to crackle“ so viel wie: knistern. Es gab also ein fetziges Knister-Knister, und das auch noch im Wechsel geschossen mit Kometen und Feuertöpfen.

Über die Sache mit den Bindestrichen möchte ich dabei gar nicht so viel Aufhebens machen – wenn Sie mögen, können Sie meinen Beitrag zum Thema Bindestriche ja extra lesen – aber weder „leuchtintensiv“ noch „herrlich bunt“ benötigen eine solche Verbindung.

Es war übrigens ein sehr schönes Feuerwerk: bunt, leuchtend und knister-knisternd. Ich hatte damit viel Spaß.

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Werbung: leider unleserlich http://diebriefprofis-blog.de/werbung-leider-unleserlich/ http://diebriefprofis-blog.de/werbung-leider-unleserlich/#respond Wed, 15 Apr 2015 06:44:23 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=425 „Tempo 50 innerorts – das ist einfach zu schnell“, dachte ich, als ich dieses Plakat sah: Augenscheinlich hatte der Gestalter viel Mühe darauf verwendet, das Thema der Veranstaltung auch optisch umzusetzen. Zu dumm nur, dass er dabei gleich zwei Grundregeln … Weiterlesen

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„Tempo 50 innerorts – das ist einfach zu schnell“, dachte ich, als ich dieses Plakat sah:

Versalien-Neckar-Alb-Regenerativ
Augenscheinlich hatte der Gestalter viel Mühe darauf verwendet, das Thema der Veranstaltung auch optisch umzusetzen. Zu dumm nur, dass er dabei gleich zwei Grundregeln guter Lesbarkeit verletzt hat:

  1. Wörter in Großbuchstaben sollte man vermeiden, denn sie sind schwierig zu lesen: Im Gegensatz zur Schreibung mit Groß- und Kleinbuchstaben bilden sie keine Silhouette, an der das Auge das jeweilige Wort auf einen Blick erkennt.
  2. Negativschriften sollte man ebenfalls nicht verwenden (weiße Buchstaben auf schwarzem oder farbigem Hintergrund), denn auch sie lassen sich nur schwer entziffern.

Und die Moral von der Geschicht‘? Deswegen bremst ein Fahrer nicht!

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