Hervorhebung – www.diebriefprofis-blog.de http://diebriefprofis-blog.de Tipps und News rund ums Schreiben im Beruf Mon, 18 Apr 2016 09:51:34 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.5 Anführungszeichen ohne wörtliche Rede – wann setzt man sie, und wie wirken sie? http://diebriefprofis-blog.de/anfuehrungszeichen-hervorhebung-oder-distanzierung/ http://diebriefprofis-blog.de/anfuehrungszeichen-hervorhebung-oder-distanzierung/#comments Mon, 14 Dec 2015 09:29:47 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=681 Anführungszeichen (auch bekannt als „Gänsefüßchen“) haben auch jenseits der Kennzeichnung einer wörtlichen Rede eine Funktion. Nur: welche? Wann setzt man sie, wann kann und wann sollte man auf sie verzichten? Diese Fragen wurden bei einem meiner jüngeren Projekte aufgeworfen, als … Weiterlesen

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Anführungszeichen (auch bekannt als „Gänsefüßchen“) haben auch jenseits der Kennzeichnung einer wörtlichen Rede eine Funktion. Nur: welche? Wann setzt man sie, wann kann und wann sollte man auf sie verzichten? Diese Fragen wurden bei einem meiner jüngeren Projekte aufgeworfen, als ein Redakteur aus einem meiner Texte alle Anführungszeichen gestrichen hatte, die nicht zur Kennzeichnung einer wörtlichen Rede dienten. Seine Begründung:

„Mit den Anführungszeichen sagen Sie, dass Sie sich von einem Begriff distanzieren. Aber ich mag es nicht, wenn Sie etwas schreiben und gleichzeitig zeigen, dass sie es nicht so meinen. Dann schreiben Sie doch gleich etwas anderes, nämlich das, was Sie meinen.“

Strittig waren beispielsweise die Sätze:

Nicht jeder ist die geborene „Rampensau“. (…) Manche Chefs machen sich einen Spaß daraus, Mitarbeiter bei Präsentationen regelrecht zu „grillen“.

Der Redakteur argumentierte mit der DUDEN-Rechtschreib-Regel Nr. 8:

Anführungszeichen können vor und hinter Wörtern oder Textstücken stehen, die hervorgehoben werden sollen. Dazu gehören:

1. Wörter oder Wortgruppen (z. B. Sprichwörter, Äußerungen), über die man eine Aussage machen will.
Etwa: Wir diskutieren hier darüber, ob das Wort „Rampensau“ mit oder ohne Anführungszeichen geschrieben werden sollte.

2. ironische Hervorhebungen.
Zum Beispiel: Diese „Rampensau“ hielt einen sagenhaft langweiligen Vortrag.

3. zitierte Überschriften, Werktitel (z. B. von Büchern, Filmen, Musikstücken), Namen von Zeitungen und Ähnliches.
„Die Rampensau“ wäre auch ein schöner Titel für einen Film über Wolfgang Amadeus Mozart.

So gesehen hätte der krittelnde Redakteur recht gehabt: In den strittigen Sätzen lag keiner dieser drei Fälle vor. Allerdings hatte er nur in Duden Band 1 (Die deutsche Rechtschreibung) geblättert. Ich dagegen war mir sicher, dass man Anführungszeichen auch dann verwenden sollte, wenn man ein Wort im übertragenen Sinne, also in einer anderen als seiner ursprünglichen Bedeutung, verwendet.

Wenn man ein Wort im übertragenen Sinne gebraucht, kann man darauf hinweisen, indem man es in Anführungszeichen setzt:

Ich hatte ja nicht über tobende Schweine oder ein fröhliches Grillfest geschrieben, sondern über Menschen, die ein Publikum so richtig mitreißen bzw. einen Mitarbeiter in eine sehr unangenehme Situation bringen.

So steht es auch im Duden Band 9 (Richtiges und gutes Deutsch, S. 74):

„Besondere Arten der Hervorhebung (…), in denen die Anführungszeichen Ironie, Distanzierung, übertragenen oder wortspielerischen Sprachgebrauch anzeigen“

Auch in der WELT werden Leute übrigens „gegrillt“ und nicht etwa gegrillt, wie dieses Fundstück vom 08.10.2015 zeigt:

Anführungszeichen-WELT

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Wichtiges hervorheben: Wie geht das am besten? http://diebriefprofis-blog.de/wichtiges-hervorheben/ http://diebriefprofis-blog.de/wichtiges-hervorheben/#respond Thu, 23 Jul 2015 07:21:03 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=601 Fanden Sie es einfach, die ersten beiden Sätze dieses Textes zu lesen? Wahrscheinlich nicht. Sechs Hervorhebungen in zwei Sätzen, und die auch noch in fünf unterschiedlichen Formatierungen – hier findet das Auge keine Ankerpunkte, sondern der Leser bleibt irritiert mit … Weiterlesen

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Hervorhebungen
Fanden Sie es einfach, die ersten beiden Sätze dieses Textes zu lesen? Wahrscheinlich nicht. Sechs Hervorhebungen in zwei Sätzen, und die auch noch in fünf unterschiedlichen Formatierungen – hier findet das Auge keine Ankerpunkte, sondern der Leser bleibt irritiert mit der Frage zurück: „Ja, was ist denn jetzt das wirklich Wichtige?“

Hervorhebungen sind nur dann nützlich, wenn sie sehr gezielt eingesetzt werden:

Überlegen Sie zunächst, was Sie mit Ihrem Schreiben erreichen wollen. Welche Inhalte sind dafür entscheidend? Was sollen Ihre Leser auf einen Blick erfassen, selbst wenn sie das Schreiben nur überfliegen? Diese Punkte heben Sie hervor – und nur diese.

Welche Inhalte das sind, hängt von der Art und Zielsetzung Ihres Schreibens ab. In einem Werbebrief heben Sie die zentralen Nutzenargumente und eventuell den Preis für Ihr Produkt hervor, in einer Buchungsbestätigung die Eckdaten der Buchung, in einer Veranstaltungsankündigung Thema, Ort und Zeit der Veranstaltung.

Sie haben mehrere Möglichkeiten der Hervorhebung:

Besonders gut geeignet sind Kursivschrift, Fettdruck, Farbe und Zentrieren, gerne auch Kombinationen davon. Wenn Sie sich für eine Hervorhebungsfarbe entscheiden, dann am besten für ein kräftiges und gefettetes Rot oder Blau; alles andere ist eher schlecht lesbar. Wenn Sie es einfach und prägnant zugleich wollen, formatieren Sie Hervorhebungen fett und zentriert. Eine Leerzeile vor und nach einem solchen Kerninhalt hebt seine Bedeutung zusätzlich hervor. Daran bleibt Ihr Leser garantiert hängen.

Wetten?

Hervorhebungen-fett+zentriert

Wichtig: Entscheiden Sie sich für eine, höchstens zwei Arten der Hervorhebung und wenden Sie diese durchgehend an. Ein Sammelsurium verschiedener Schriften, Größen, Farben usw. wirkt chaotisch und unprofessionell.

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Mit oder ohne Bindestrich? Bewerben Sie die Frühjahrsaktion oder die Frühjahrs-Aktion? http://diebriefprofis-blog.de/schreibung-mit-oder-ohne-bindestrich/ http://diebriefprofis-blog.de/schreibung-mit-oder-ohne-bindestrich/#respond Wed, 25 Mar 2015 12:01:38 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=457 Letzte Woche habe ich die Visitenkarte einer Kosmetikerin bekommen. Sie wirbt darauf für ihr Angebot an „Ganzheitskosmetik“, speziell für ihre „Frühjahrs – Aktion“ und ihre „neue Haut-Flüster Methode“. Kosmetikinstitute besuche ich gerne, und ein ganzheitlicher Ansatz ist für die Schönheitspflege … Weiterlesen

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Letzte Woche habe ich die Visitenkarte einer Kosmetikerin bekommen. Sie wirbt darauf für ihr Angebot an „Ganzheitskosmetik“, speziell für ihre „Frühjahrs – Aktion“ und ihre „neue Haut-Flüster Methode“.

Kosmetikinstitute besuche ich gerne, und ein ganzheitlicher Ansatz ist für die Schönheitspflege einleuchtend. Aber die Schreibweise dieser Angebote ist wirklich unschön, besonders der Umgang mit dem Bindestrich.

Dabei ist der Bindestrich eine nützliche Einrichtung:

Er erlaubt es uns nämlich unter anderem, lange und unübersichtliche Zusammensetzungen zwecks besserer Lesbarkeit zu gliedern und einzelne Bestandteile hervorzuheben.

Sie haben also tatsächlich die Wahl zwischen der Frühjahrsaktion und der Frühjahrs-Aktion, wobei letztere Variante besonders geeignet ist, wenn Sie die Frühjahrs-Aktion deutlich von der Sommer-Aktion absetzen möchten.

Was aber in keinem Fall richtig ist, sind die Leerzeichen, die auf der Visitenkarte rechts und links neben dem Bindestrich stehen: Eine „Frühjahrs – Aktion“ gibt es in der deutschen Sprache nicht.

Und was stört mich an der „Haut-Flüster Methode“?

Hier wurde eine Art halbe Zusammensetzung gebildet. Das aber geht nicht: Orthographisch korrekt haben Sie die Wahl zwischen folgenden Schreibweisen:

Hautflüstermethode
Haut-Flüster-Methode
Hautflüster-Methode
Haut-Flüstermethode

Allerdings ist das insofern ein schlechtes Beispiel, als ich gar nicht weiß, was eine Hautflüstermethode (in welcher Schreibung auch immer) sein könnte. Daher kann ich auch nicht entscheiden, welchen Wortbestandteil ich sinnvollerweise hervorheben möchte.

Das kann ich besser an einem anderen Wort demonstrieren. Um in der Welt der Kosmetik zu bleiben:

Kindersonnenschutzcreme

ist zum Beispiel ein ziemlich langes Wort, dem eine Trennung gut täte. Deutlich besser lesbar ist etwa:

Kinder-Sonnenschutzcreme
Kinder-Sonnenschutz-Creme

Sie sehen, was so ein Bindestrich in Sachen Lesbarkeit bewirken kann! Jedenfalls, wenn er an der richtigen Stelle steht. Von einer

Kindersonnen-Schutzcreme

rate ich daher aus sprachkosmetischen Gründen ab.

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