Vorreiter – www.diebriefprofis-blog.de http://diebriefprofis-blog.de Tipps und News rund ums Schreiben im Beruf Mon, 18 Apr 2016 09:51:34 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.5 Happiges zum Hotel-Frühstück http://diebriefprofis-blog.de/happiges-zum-fruehstueck/ http://diebriefprofis-blog.de/happiges-zum-fruehstueck/#comments Wed, 24 Jun 2015 10:33:24 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=449 Hungrig will ich mich dem reich bestückten Frühstücksbuffet eines Hotels widmen – und dann das:   Keine Frage – nachvollziehbar ist der Hinweis auf diesem Schild. Die Hotelführung dürfte nicht gerade begeistert sein, wenn sich die Gäste morgens reichlich mit … Weiterlesen

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Hungrig will ich mich dem reich bestückten Frühstücksbuffet eines Hotels widmen – und dann das:
 
Happiges-Frühstück

Keine Frage – nachvollziehbar ist der Hinweis auf diesem Schild. Die Hotelführung dürfte nicht gerade begeistert sein, wenn sich die Gäste morgens reichlich mit Brötchen, Croissants, Äpfeln und Bananen eindecken, um die Kosten fürs Mittagessen zu sparen. Unnötig sind aber dennoch zwei Dinge:

Erstens: der Vorreiter „Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass …“ Das klingt allzu sehr nach Amtsdeutsch und Kanzleistil.

Zweitens: das Komma nach dem Wort „Buffet“. Es trennt Satzteile voneinander, die eigentlich zusammengehören. Mein Vorschlag für eine nettere, sprachlich korrekte Formulierung lautet:
 
Liebe Gäste, wir freuen uns, wenn Ihnen unser reichhaltiges Frühstück schmeckt! Sollten Sie für Ihre Tagesverpflegung etwas mitnehmen wollen, können Sie das gerne gegen einen Unkostenbeitrag tun. Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an einen unserer Service-Mitarbeiter.

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Noch mehr Behördendeutsch: „Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom …“ http://diebriefprofis-blog.de/behoerdendeutsch-bezueglich-streichen/ http://diebriefprofis-blog.de/behoerdendeutsch-bezueglich-streichen/#comments Thu, 22 Jan 2015 09:02:27 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=224 Wer „behördisch“ schreibt, liebt offensichtlich Bezüge. Anders ist es nicht zu erklären, warum sich Sätze dieser Art in so vielen Schreiben finden: „Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom …“ „Unter Bezugnahme auf …“ „Bezüglich Ihrer Anfrage vom …“ In der … Weiterlesen

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Wer „behördisch“ schreibt, liebt offensichtlich Bezüge. Anders ist es nicht zu erklären, warum sich Sätze dieser Art in so vielen Schreiben finden:

„Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom …“
„Unter Bezugnahme auf …“
„Bezüglich Ihrer Anfrage vom …“

In der Regel stehen diese Floskeln am Briefanfang, meist geht es dann noch mit einem Vorreiter weiter: „Bezüglich … müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass …“.

Das liegt daran, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, den Briefeinstieg, den ersten Satz eines Schreibens, zu formulieren. Sie haben das Gefühl, man könne doch nicht mitten ins Thema springen und fangen deswegen lieber mit einer vertrauten „Bezüglich-Floskel“ an. So ist der Einstieg leicht zu schreiben und man kann dem Empfänger gleich deutlich machen, worum es geht. Das Ergebnis liest sich aber leider steif, distanziert und umständlich, eben wie Behördendeutsch.

Außerdem vergessen die Absender dabei eines: den Betreff!

Im Betreff eines Briefes oder einer E-Mail steht schließlich, worum es geht. Damit ist der erforderliche Bezug zum Thema bereits hergestellt und es ist schlicht überflüssig, das ein zweites Mal zu tun, nur weil man den Text halt irgendwie anfangen muss.

Und was spricht eigentlich dagegen, direkt am Anfang des Schreibens zur Sache zu kommen? Beispiel:

statt

„Sehr geehrte Frau Jung,

bezüglich Ihres Schreibens vom 19.01. können wir Ihnen mitteilen, dass wir noch zwei Praktikumsplätze zu vergeben haben. (…)

könnten Sie nach dem Betreff gleich Klartext schreiben:

Ihre Anfrage wegen eines „Schnupperpraktikums“

Sehr geehrte Frau Jung,

Ihre E-Mail kam gerade zur richtigen Zeit, wir haben nämlich noch zwei Praktikumsplätze zu vergeben. (…)

Fazit: Trauen Sie sich, im ersten Satz zur Sache zu kommen. Das wirkt frischer und aktiver als ein floskeliger Briefeinstieg.

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„Behördendeutsch“ in verständiche Sprache übersetzen – Teil 6: Vorreiter http://diebriefprofis-blog.de/behoerdendeutsch-vorreiter/ http://diebriefprofis-blog.de/behoerdendeutsch-vorreiter/#respond Fri, 17 Oct 2014 14:14:12 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=226 Beim Lesen der Überschrift haben Sie sich vielleicht gedacht: „Was, bitte, ist denn ein Vorreiter?“ Vorreiter sind Floskeln, die vor einem mitzuteilenden Inhalt „vorne weg reiten“, die aber selbst nichts zur Sache beitragen. Besonders gerne tummeln sie sich am Brief- … Weiterlesen

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Beim Lesen der Überschrift haben Sie sich vielleicht gedacht: „Was, bitte, ist denn ein Vorreiter?“

Vorreiter sind Floskeln, die vor einem mitzuteilenden Inhalt „vorne weg reiten“, die aber selbst nichts zur Sache beitragen. Besonders gerne tummeln sie sich am Brief- oder E-Mail-Einstieg. Ihre Existenz verdanken sie der Tatsache, dass die meisten Menschen beim Schreiben nicht direkt zur Sache kommen möchten, sondern das Gefühl haben, das sei irgendwie unhöflich.

Typische Vorreiter, die Sie – ja, da bin ich mir sicher – auch schon einmal geschrieben haben, sind:

Bei der Durchsicht unserer Unterlagen haben wir festgestellt, dass …
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass …
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass …
Wir bitten Sie, zu beachten/dafür zu sorgen, dass …

Na gut, ich gebe zu, dass mir manchmal auch schon so eine Floskel aus der Tastatur geschlüpft ist, bevor ich es recht bemerkt habe … ich lösche sie dann gleich wieder.

Was mich an Vorreitern stört?

1. Sie sind überflüssig. Schließlich teilen sie nichts mit, außer, dass in der Folge etwas mitgeteilt sind.
2. Sie verlagern die Hauptaussage in den Nebensatz und lassen sie somit nebensächlich erscheinen:

Sehr geehrter Herr Müller,
bei der Durchsicht unserer Unterlagen haben wir festgestellt, dass uns die Instandsetzungsanzeige des Ventils an Ihrer Hauswasserleitung im Anwesen xy noch nicht vorliegt.

Im Hauptsatz steht, dass Sie etwas festgestellt haben. Im Nebensatz wird gesagt, worum es geht. Das widerspricht dem Anliegen des Schreibenden und erschwert das Verständnis des Lesenden.

Die einfache Regel lautet: Hauptsachen sollten in Hauptsätzen stehen. Zum Beispiel so:

Sehr geehrter Herr Müller,
haben Sie das Ventil an Ihrer Hauswasserleitung schon ersetzen lassen? Wir haben die Instandsetzungsanzeige noch nicht erhalten, die uns das bestätigt.

Meistens kann man den Vorreiter einfach weglassen. Manchmal bietet es sich an, ihn durch eine andere, stärkere Formulierung zu ersetzen. Beispiel (mit Vorreiter):

Bitte beachten Sie, dass wir Ihren Antrag nur bearbeiten können, wenn uns alle benötigten Unterlagen fristgerecht vorliegen.

Ich bevorzuge hier eine Doppelpunkt-Lösung (statt Vorreiter):

Bitte beachten Sie: Wir können Ihren Antrag nur bearbeiten, wenn Sie alle benötigten Unterlagen fristgerecht bis zum … einreichen.

Sie sehen: Wenn Sie Vorreiter aus Ihren Schreiben streichen, fehlt nichts. Dafür wirkt Ihre Sprache klarer, verständlicher und moderner.

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