www.diebriefprofis-blog.de » Briefeinstieg http://diebriefprofis-blog.de Tipps und News rund ums Schreiben im Beruf Thu, 20 Aug 2015 09:28:05 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=4.3 Briefeinstieg: Der verflixte erste Satz … http://diebriefprofis-blog.de/briefeinstieg-der-verflixte-erste-satz/ http://diebriefprofis-blog.de/briefeinstieg-der-verflixte-erste-satz/#comments Thu, 20 Aug 2015 09:09:02 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=625 … macht vielen Menschen zu schaffen. Diese Woche habe ich wieder ein besonders hübsches Beispiel in der Post gefunden: Eine Dame aus der Kulturverwaltung einer benachbarten Kleinstadt schickte mir das neue Programm für das M…-Theater. Das Begleitschreiben begann so: Verehrte … Weiterlesen

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… macht vielen Menschen zu schaffen. Diese Woche habe ich wieder ein besonders hübsches Beispiel in der Post gefunden: Eine Dame aus der Kulturverwaltung einer benachbarten Kleinstadt schickte mir das neue Programm für das M…-Theater. Das Begleitschreiben begann so:

Verehrte M…-Besucher/innen,

beiliegend übersenden wir Ihnen druckfrisch unseren Veranstaltungskalender für September bis Dezember 2015.

Diese drei Zeilen geben bereits reichlich Anlass zum Schmunzeln und Kritteln:

1. „Verehrte M…-Besucher/innen“

Auch ich habe in der Schule noch gelernt, dass die höfliche Briefanrede sich an „verehrte Damen“ und „geehrte Herren“ richtet. Das ist allerdings etwa 35 Jahre her und gilt seit mindestens 25 Jahren als veraltet. Sie sind heute auf der sicheren Seite, wenn Sie sich an „sehr geehrte“ Briefpartner wenden.

Die geschlechtsneutrale Anrede ist ein Thema für sich, dass ich demnächst in einem eigenen Beitrag aufgreifen werde. An dieser Stelle sei aber angemerkt, dass es sich bei den Angeschriebenen zunächst nur um Interessenten handelt. Ziel des Schreibens ist es zwar, dass die Interessenten zu Besuchern werden, aber eine Anrede wie „liebe Theaterfans“ bzw. „sehr geehrte Kulturfreunde“ würde doch besser passen.

2. „beiliegend“

Dieser Begriff gehört zu den typischen Behördendeutsch-Floskeln, die Sie aus Ihren Schreiben streichen sollten. Nicht nur, weil er steif klingt, sondern vor allem, weil er inhaltlich völlig unsinnig ist: Sie können vielleicht liegend etwas schreiben, aber auf keinen Fall können Sie „beiliegend“ etwas übersenden – Sie passen nämlich in keinen Briefumschlag, und wahrscheinlich möchten Sie sich auch gar nicht in einen hineinzwängen.

3. „übersenden wir Ihnen druckfrisch unseren Veranstaltungskalender“

Wer ist denn hier druckfrisch? Dem grammatikalischen Bezug nach sind es die Absender. Inhaltlich würde ich aber eher auf den Veranstaltungskalender tippen.

Genug gemeckert – wie könnte dieser Briefeinstieg sprachlich korrekt und inhaltlich sinnvoll lauten? Da ich einfache Lösungen liebe, schlage ich folgende Formulierung vor:

Liebe Kulturfans,

der neue M…-Veranstaltungskalender ist da: …

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Noch mehr Behördendeutsch: „Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom …“ http://diebriefprofis-blog.de/behoerdendeutsch-bezueglich-streichen/ http://diebriefprofis-blog.de/behoerdendeutsch-bezueglich-streichen/#comments Thu, 22 Jan 2015 09:02:27 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=224 Wer „behördisch“ schreibt, liebt offensichtlich Bezüge. Anders ist es nicht zu erklären, warum sich Sätze dieser Art in so vielen Schreiben finden: „Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom …“ „Unter Bezugnahme auf …“ „Bezüglich Ihrer Anfrage vom …“ In der … Weiterlesen

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Wer „behördisch“ schreibt, liebt offensichtlich Bezüge. Anders ist es nicht zu erklären, warum sich Sätze dieser Art in so vielen Schreiben finden:

„Bezug nehmend auf Ihr Schreiben vom …“
„Unter Bezugnahme auf …“
„Bezüglich Ihrer Anfrage vom …“

In der Regel stehen diese Floskeln am Briefanfang, meist geht es dann noch mit einem Vorreiter weiter: „Bezüglich … müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass …“.

Das liegt daran, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, den Briefeinstieg, den ersten Satz eines Schreibens, zu formulieren. Sie haben das Gefühl, man könne doch nicht mitten ins Thema springen und fangen deswegen lieber mit einer vertrauten „Bezüglich-Floskel“ an. So ist der Einstieg leicht zu schreiben und man kann dem Empfänger gleich deutlich machen, worum es geht. Das Ergebnis liest sich aber leider steif, distanziert und umständlich, eben wie Behördendeutsch.

Außerdem vergessen die Absender dabei eines: den Betreff!

Im Betreff eines Briefes oder einer E-Mail steht schließlich, worum es geht. Damit ist der erforderliche Bezug zum Thema bereits hergestellt und es ist schlicht überflüssig, das ein zweites Mal zu tun, nur weil man den Text halt irgendwie anfangen muss.

Und was spricht eigentlich dagegen, direkt am Anfang des Schreibens zur Sache zu kommen? Beispiel:

statt

„Sehr geehrte Frau Jung,

bezüglich Ihres Schreibens vom 19.01. können wir Ihnen mitteilen, dass wir noch zwei Praktikumsplätze zu vergeben haben. (…)

könnten Sie nach dem Betreff gleich Klartext schreiben:

Ihre Anfrage wegen eines „Schnupperpraktikums“

Sehr geehrte Frau Jung,

Ihre E-Mail kam gerade zur richtigen Zeit, wir haben nämlich noch zwei Praktikumsplätze zu vergeben. (…)

Fazit: Trauen Sie sich, im ersten Satz zur Sache zu kommen. Das wirkt frischer und aktiver als ein floskeliger Briefeinstieg.

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„Behördendeutsch“ in verständiche Sprache übersetzen – Teil 6: Vorreiter http://diebriefprofis-blog.de/behoerdendeutsch-vorreiter/ http://diebriefprofis-blog.de/behoerdendeutsch-vorreiter/#comments Fri, 17 Oct 2014 14:14:12 +0000 http://diebriefprofis-blog.de/?p=226 Beim Lesen der Überschrift haben Sie sich vielleicht gedacht: „Was, bitte, ist denn ein Vorreiter?“ Vorreiter sind Floskeln, die vor einem mitzuteilenden Inhalt „vorne weg reiten“, die aber selbst nichts zur Sache beitragen. Besonders gerne tummeln sie sich am Brief- … Weiterlesen

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Beim Lesen der Überschrift haben Sie sich vielleicht gedacht: „Was, bitte, ist denn ein Vorreiter?“

Vorreiter sind Floskeln, die vor einem mitzuteilenden Inhalt „vorne weg reiten“, die aber selbst nichts zur Sache beitragen. Besonders gerne tummeln sie sich am Brief- oder E-Mail-Einstieg. Ihre Existenz verdanken sie der Tatsache, dass die meisten Menschen beim Schreiben nicht direkt zur Sache kommen möchten, sondern das Gefühl haben, das sei irgendwie unhöflich.

Typische Vorreiter, die Sie – ja, da bin ich mir sicher – auch schon einmal geschrieben haben, sind:

Bei der Durchsicht unserer Unterlagen haben wir festgestellt, dass …
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass …
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass …
Wir bitten Sie, zu beachten/dafür zu sorgen, dass …

Na gut, ich gebe zu, dass mir manchmal auch schon so eine Floskel aus der Tastatur geschlüpft ist, bevor ich es recht bemerkt habe … ich lösche sie dann gleich wieder.

Was mich an Vorreitern stört?

1. Sie sind überflüssig. Schließlich teilen sie nichts mit, außer, dass in der Folge etwas mitgeteilt sind.
2. Sie verlagern die Hauptaussage in den Nebensatz und lassen sie somit nebensächlich erscheinen:

Sehr geehrter Herr Müller,
bei der Durchsicht unserer Unterlagen haben wir festgestellt, dass uns die Instandsetzungsanzeige des Ventils an Ihrer Hauswasserleitung im Anwesen xy noch nicht vorliegt.

Im Hauptsatz steht, dass Sie etwas festgestellt haben. Im Nebensatz wird gesagt, worum es geht. Das widerspricht dem Anliegen des Schreibenden und erschwert das Verständnis des Lesenden.

Die einfache Regel lautet: Hauptsachen sollten in Hauptsätzen stehen. Zum Beispiel so:

Sehr geehrter Herr Müller,
haben Sie das Ventil an Ihrer Hauswasserleitung schon ersetzen lassen? Wir haben die Instandsetzungsanzeige noch nicht erhalten, die uns das bestätigt.

Meistens kann man den Vorreiter einfach weglassen. Manchmal bietet es sich an, ihn durch eine andere, stärkere Formulierung zu ersetzen. Beispiel (mit Vorreiter):

Bitte beachten Sie, dass wir Ihren Antrag nur bearbeiten können, wenn uns alle benötigten Unterlagen fristgerecht vorliegen.

Ich bevorzuge hier eine Doppelpunkt-Lösung (statt Vorreiter):

Bitte beachten Sie: Wir können Ihren Antrag nur bearbeiten, wenn Sie alle benötigten Unterlagen fristgerecht bis zum … einreichen.

Sie sehen: Wenn Sie Vorreiter aus Ihren Schreiben streichen, fehlt nichts. Dafür wirkt Ihre Sprache klarer, verständlicher und moderner.

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