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Unternehmensnamen: Einheitliche Schreibweisen sind Pflicht!

Auf das Thema Corporate Language hat mich Sepp mit seiner Alm gebracht. Als wir nämlich letzte Woche eine kleine Wanderung machten, lockte am Ausgangspunkt ein Schild mit einer Einkehrmöglichkeit bei „Sepp’s Stadl Alm“. Da ich berufsbedingt natürlich etwas überkritisch bin, schmunzelte ich über diese Schreibweise samt überflüssigem Apostroph und überlegte kurz, in welchem Verhältnis Stadl (bairisch für ein landwirtschaftlich genutztes Lagergebäude) und Alm (ein Gebäude zur Bergweidenbewirtschaftung) wohl zueinander stünden. Richtig erstaunt war ich dann aber, als wir später im Laufe der Wanderung ein weiteres Hinweisschild entdeckten, das diesmal aber zu „Sepp’s Stadelalm“ wies.

Hatte Sepp unterwegs vergessen, wie seine Alm heißt?

Ich vermute eher, er hat sich einfach keine Gedanken über die Schreibweise seines Etablissements gemacht. Insbesondere hat er es versäumt, sich auf eine einheitliche Schreibweise festzulegen. Sepp ist damit aber kein Einzelfall.

Viele Unternehmen machen sich keine Gedanken über ihre Corporate Language

Immer wieder stellen wir fest, dass verschiedenen Mitarbeiter und Abteilungen unterschiedliche Schreibweisen für den Namen ihres Unternehmens und/oder seiner Produkte bzw. Marken verwenden. Das wirkt aber schnell unprofessionell. Die Regelung der Schreibweise des Unternehmensnnamens, ist deswegen ein wichtiger (wenn auch nicht der einzige) Bestandteil der so genannten Corporate Language.

Unser Beispielunternehmen trägt einen langen Namen:

Qualitätsbäckerei Otto Miltenberg GmbH & Co. KG

Dieser Name steht natürlich im Impressum der Website, bei den Pflichtangaben auf dem Briefpapier und überall da, wo er rechtliche Bedeutung hat. Aber in der Werbung? Im Kundennewsletter? In der Mitarbeiterzeitschrift?

Hier wird schon im Interesse der Lesbarkeit eine verkürzte Form gewählt werden. Aber welche? Heißt es dann:

„wir bei Miltenberg“ oder „wir von der Qualitätsbäckerei Miltenberg“ oder gar „wir Miltenberger“?

Alle drei Formen sind möglich. Sie sollten aber durchgehend in allen entsprechenden Unternehmenspublikationen verwendet werden.

Dasselbe gilt für die Verwendung des Namens in Verbindung mit den Produkten oder in anderen Zusammenhängen. Zur Wahl stehen z. B.

„Miltenberg-Backwaren“ versus „Backwaren von Miltenberg“
„Qualitätsbackwaren“ oder „Qualitäts-Backwaren“, oder auch
„Miltenberg-Qualitätsbackwaren“ bzw. „Qualitäts-Backwaren von Miltenberg“

Sie sehen: Die Schreibweise mit dem Bundestrich ist leichter lesbar, aber nicht unbedingt schön.

Meine Empfehlung

Sie sollten in Ihrem Unternehmen darüber diskutieren, wie sein Name in welchen Zusammenhängen geschrieben werden soll und sich auf eine einheitliche Schreibweise einigen, die dann für alle Mitarbeiter verpflichtend ist. Dazu empfiehlt es sich, ein Unternehmenswörterbuch oder – wenn Sie es zeitgeistig benennen wollen – ein „Wording Manual“ anzulegen und allen Mitarbeitern zugänglich zu machen.

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